Frankreichs Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal

Die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Bislang ging das nationale Statistikbüro von einer Stagnation aus. In Europa trübten sich zudem die Erwartungen der Einkaufsmanager deutlich ein. Die Aktienmärkte meldeten größtenteils Verluste.

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Frankreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank um 0,1 Prozent, nachdem es im ersten Vierteljahr noch um 0,7 Prozent gewachsen war, wie die Statistikbehörde INSEE am Freitag unter Berufung auf eine revidierte Schätzung mitteilte. Bislang war sie von einer Stagnation des BIP im Vergleich zum Vorquartal ausgegangen.

Der nun ermittelte Rückgang ist der zweite in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone seit dem ersten Quartal 2013. Nach Angaben der Statistiker füllten die Unternehmen ihre Lager weniger stark auf. Das schlug sich in einer geringeren Produktion nieder. Außerdem fuhren die Haushalte ihre Ausgaben zurück.

Angesichts auch anderer durchwachsener Konjunkturdaten sind Aktienanleger am Freitag auf Nummer sicher gegangen und haben Gewinne eingestrichen. Der Dax büßte 0,2 Prozent auf 10.654 Punkte ein und der EuroStoxx50 verlor 0,5 Prozent auf 3035 Zähler. Damit lagen beide Indizes aber immer noch rund 3,5 Prozent über dem Niveau der Vorwoche.

Der britische Leitindex FTSE100 lag am Mittag mit rund 0,25 Prozent im Minus, der französische CAC40 mit etwa 0,6 Prozent. Der Kurs des Schweizer SMI fiel um etwa 0,7 Prozent, sein italienisches Pendant um etwa ein Prozent.

Das Stimmungsbarometer der deutschen Einkaufsmanager fiel im August überraschend und markierte mit 52,7 Punkten den niedrigsten Stand seit 16 Monaten. Auch der europäische Index notierte so niedrig wie zuletzt Anfang 2015. Positiv sei dagegen die aufgehellte Stimmung in Frankreich, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. „Der erneute Anstieg im Dienstleistungssektor lässt auf eine verbesserte Binnenkonjunktur des Landes hoffen.“ Der Pariser Auswahlindex CAC40 gab dennoch 0,6 Prozent nach.

Nach Einschätzung der Volkswirtin Ana Thaker vom Brokerhaus PhillipCapital reduzierten die insgesamt robusten Einkaufsmanager-Indizes den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), bei ihrer kommenden Sitzung weitere Geldspritzen anzukündigen. „Die Märkte sehen Anzeichen, dass die aktuellen Maßnahmen effektiv sind und das Wachstum ankurbeln.“

Bei den deutschen Unternehmen stand RWE im Rampenlicht. Die Aktien des Versorgers fielen um bis zu 2,4 Prozent auf 14,74 Euro, obwohl die Details zum Börsengang der Ökostromtochter Innogy positiv aufgenommen wurden. „Erträge, Risikoprofil und Dividendenaussichten von Innogy sind als attraktiver als bei RWE“, betonte Commerzbank-Analystin Tanja Markloff und riet zum Verkauf. Einem Aktienhändler zufolge räumten einige RWE-Anleger offenbar ihre Depots für Innogy frei. Der Versorger bietet die Papiere seiner Tochter zu je 32 bis 36 Euro je Aktie an. „Dies impliziert einen Börsenwert von 17,8 bis 20 Milliarden Euro“, schrieben die Experten der Investmentbank Jefferies. Sie hätten lediglich mit 15 bis 19 Milliarden Euro gerechnet.

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