Ökonom: Abschaffung des Bargelds würde illegale Migration stoppen

Der US-Ökonom Rogoff hat eine ganz neue Begründung für die Abschaffung des Bargeld gefunden: Es würde die illegale Einwanderung beenden, weil dann niemand mehr schwarz bezahlt werden könnte. Im Kampf gegen das Bargeld scheut die Finanzindustrie nicht davor zurück, die niedrigen Instinkte im rechten Lager anzusprechen.

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Der US-amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff fordert eine Einschränkung des Gebrauchs von Bargeld. Seiner Meinung nach sollen Dollar-Scheine mit den Nennwerten 100 Dollar, 50 Dollar und 20 Dollar abgeschafft werden. Ihm schwebt mittelfristig eine Gesellschaft vor, in der nur noch wenig Bargeld verwendet wird, wie aus seinem Gastbeitrag im Wall Street Journal hervorgeht.

Bemerkenswert ist Rogoffs Begründung. Demzufolge soll auch die illegale Migration in die Vereinigten Staaten eine Folge des Gebrauchs von Bargeld sein. „Bargeld ist auch der Hauptgrund für die illegale Einwanderung nach Amerika. Wenn US-Arbeitgeber nicht mehr so einfach ihre Angestellten schwarz mit Bargeld bezahlen könnten, würde die Attraktivität der USA abnehmen und der Zufluss illegaler Einwanderer würde drastisch schrumpfen. Die Abschaffung des meisten Bargelds wäre ein weitaus humanerer und sensiblerer Weg, illegale Einwanderung zu verhindern, als der Bau einer gigantischen Mauer zu Mexiko“, schreibt Rogoff im Wall Street Journal.

Rogoff macht Bargeld zudem für eine Reihe weiterer gesellschaftlicher Übel verantwortlich. „In den Sicherheitsbehörden gibt es wenig Zweifel daran, dass Bargeld – insbesondere große Scheine – das Verbrechen erleichtern: Schutzgelderpressung, Wucher, Geldwäsche, Drogen- und Menschenhandel, Korruption und Terrorismus. (…) für viele Arten krimineller Transaktionen ist Bargeld ein Segen.”

Viele Beobachter gehen jedoch davon aus, dass der Kampf gegen das Bargeld – welcher auch in Europa Anhänger findet und bereits zur Abschaffung des 500-Euro-Scheins geführt hat – ganz andere Gründe als die Kriminalprävention hat. Bargeld erlaubt es Sparern nämlich, ihre Guthaben aus dem Geldkreislauf der Banken herauszuziehen. Eine vollumfängliche Anwendung von Negativzinsen durch die Zentralbanken wird dadurch verhindert. Solange die Bürger also über die Möglichkeit verfügen, ihre Ersparnisse in bar von den Konten abzuheben, sind die Möglichkeiten der finanziellen Repression durch die überschuldeten Staaten in Form von Sonderabgaben und Negativzinsen begrenzt.

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Kenneth Rogoffs neues Buch Der Fluch des Geldes: Warum unser Bargeld verschwinden wird ist soeben im Finanzbuch-Verlag erschienen.

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