Chinesen wollen Osram kaufen, weitere deutsche Unternehmen im Blick

China will in einem strategischen Plan deutsche Unternehmen übernehmen. Die Bundesregierung kann der Entwicklung nur beobachtend folgen.

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Chinesische Firmen wollen einem Zeitungsbericht zufolge den Münchner Leuchtenhersteller Osram kaufen. „Die Chinesen sind in Sachen Osram unterwegs“, zitierte das Handelsblatt Industriekreise. Der Siemens -Konzern könnte seine verbliebene Beteiligung von 17,5 Prozent verkaufen, so die Zeitung. Interessenten hätten bereits Kontakt zu Siemens aufgenommen.

Siemens gab keinen Kommentar ab. Osram erklärte: „Wir befinden uns fortlaufend mit bestehenden und potenziellen Investoren im Gespräch, kommentieren aber keine einzelnen Gespräche“. Der Aktienkurs des im MDax geführten Unternehmens zog nachbörslich merklich an und notierte 3,8 Prozent im Plus bei 52,50 Euro.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fordert bessere Instrumente, um unliebsame Firmen-Übernahmen durch ausländische Interessenten, beispielsweise aus China, gegebenenfalls abwehren zu können. „Ich finde, dass Außenwirtschaftsrecht in Deutschland und Europa muss novelliert werden, damit wir wenigstens Prüfungsmaßnahmen machen können und im Zweifel mal Nein sagen können“, sagte er auf einer IG-Metall-Veranstaltung am Donnerstag in Berlin. Dabei warf er China vor unfaire Wettbewerbspraktiken vor, wie etwa umfangreiche Staatshilfen für Firmen. Der Minister sieht in China eine Strategie, um sich gezielt in zukunftsträchtige ausländische Firmen einzukaufen.

„Unser Eindruck ist, dass es eine strategische Liste gibt, nach der chinesische Unternehmen ganz gezielt gucken, welche Unternehmen in Deutschland für sie interessant sind“. Gegen solche Übernahmen sei im Grundsatz nichts einzuwenden, wenn es nach marktwirtschaftlichen und fairen Kriterien zugehe. Einen fairen Wettbewerb könne die deutsche Wirtschaft auch bestehen. Anders sehe es aus, wenn man mit chinesischen Firmen konkurriere, die durch Staatsfonds gefördert werden. Es sei jedenfalls nicht akzeptabel, wenn sich chinesische Firmen in zentrale mittelständische Firmen einkauften und aus denen dann Know-How abzögen. Wenn China für sich den Marktwirtschaftstatus beanspruche, müsse das Land sich marktwirtschaftlich verhalten. Darauf zu drängen, sei Teil seiner aktiven Industriepolitik.

Gabriel reist Anfang November zum wiederholten Male nach China, um dort über die Entwicklung der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen zu sprechen. China ist einer der wichtigsten Handels- und Investitionspartner Deutschlands.

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