Politik

Nato meldet: Russland marschiert in die Ost-Ukraine ein

Lesezeit: 2 min
12.11.2014 15:31
Nach Angaben der Nato sind russische Truppen in die Ostukraine einmarschiert. Russland riskiere damit einen offenen Krieg, so das Militärbündnis. Das russische Verteidigungsministerium weist den Vorwurf zurück. Der ukrainische Verteidigungsminister bereitet seine Truppen auf Kampfhandlungen vor.
Nato meldet: Russland marschiert in die Ost-Ukraine ein

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Nato hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen russische Militär-Kolonnen in der Ost-Ukraine gesichtet.

„Wir haben vor allem russische Panzer, russische Artillerie, russische Luftabwehrsysteme und russische Kampftruppen beim Einmarsch in die Ukraine gesichtet“, zitiert Bloomberg den Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove.

Die dpa meldet:

Die Nato hat bestätigt, dass ein russischer Militärkonvoi in die Ukraine gelangt sei. Nato-General Philip Breedlove bestätigte am Mittwoch in Sofia entsprechende Berichte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über russische Truppenbewegungen. «In den vergangenen zwei Tagen haben wir dasselbe gesehen, was die OSZE berichtet», sagte Breedlove. Dabei handele es sich um «Kolonnen mit russischer Ausrüstung, vor allem russische Panzer, russische Artillerie, russische Luftabwehrsysteme und russische Kampftruppen», die in die Ukraine gelangten, sagte Breedlove. Konkrete Zahlen nannte er nicht.

Doch Russland bestreitet, in der Ost-Ukraine einmarschiert zu sein.

Reuters meldet:

Die russische Armee ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau nicht in der benachbarten Ukraine präsent. Es wies damit am Mittwoch die Darstellung der Nato zurück, dass Militärkonvois die Grenze überschritten hätten. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte den Ministeriumssprecher, Generalmajor Igor Konaschenkow, mit den Worten: "Es gab und gibt keinen Beweis" hinter einer solchen Behauptung.

Ria Novosti meldet:

Wir achten schon gar nicht mehr auf die haltlosen Äußerungen des Nato Supreme Allied Commander Europe, General Philip Breedlove, über von ihm ‚beobachtete‘ russische Militärkolonnen, die angeblich in die Ukraine intervenieren“, kommentierte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow. „Das regelmäßige Wellenschlagen in Brüssel bezüglich einer angeblichen Präsenz des russischen Militärs in der Ukraine beruht auf keinerlei Fakten (…) Es entsteht der Eindruck, dass, je weniger die europäische Öffentlichkeit General Philip Breedlove glaubt, dieser desto heftigere alarmistische Erklärungen abgibt.“

Die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass sie Lastwagenkonvois mit schweren Waffen und Uniformierte ohne Hoheitsabzeichen im Osten der Ukraine gesehen hätten. Die ukrainische Regierung erklärte, bei den Rebellen seien russische Söldner im Einsatz.

Die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform meldet:

Die ukrainischen Anti-Terror-Einheiten müssen sich auf Kampfhandlungen vorbereiten, weil Russland und die von Russland kontrollierten Terroristen ihre militärischen Aktivitäten verstärkt haben. Das teilte der ukrainische Verteidigungsminister Stepan Poltorak nach einer Regierungssitzung am Mittwoch mit: "Wir sehen und wissen über verstärkte Aktivitäten von Terror-Gruppen und von Russland. Wir beobachten ihre Bewegungen ganz genau und wissen, wo sie sind. Und wir erwarten überraschende Aktionen von ihnen. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, dass wir uns auf den Kampf vorbereiten."

Die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass sie Lastwagenkonvois mit schweren Waffen und Uniformierte ohne Hoheitsabzeichen im Osten der Ukraine gesehen hätten.

Die ukrainische Regierung erklärte, bei den Rebellen seien russische Söldner im Einsatz. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind in den vergangenen 24 Stunden ein ukrainischer Soldat getötet und fünf weitere Soldaten verletzt worden.

Zuvor haben sich die ukrainischen Regierungstruppen nach Angaben von Verteidigungsminister Stepan Poltorak auf eine neue Offensive der Rebellen vorbereitet. Die Einheiten im Osten des Landes würden verlegt, um auf das Vorgehen der Rebellen zu reagieren, sagte der Minister laut Reuters am Mittwoch in Kiew.

Die Rebellen hätten in den vergangenen Tagen Verstärkung erhalten. „Ich sehe meine Hauptaufgabe darin, eine Militäraktion vorzubereiten“, fügte der Minister bei einer Kabinettssitzung hinzu.

Am Mittwoch war in der Industriemetropole Donezk heftiger Beschuss zu hören. Am Dienstag hatte die Regierung in Kiew den Rebellen vorgeworfen, neue Kämpfe vorzubereiten. Diese hätten Verstärkung durch russische Söldner erhalten, sagte ein Militärsprecher.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Opposition: Bundesregierung will Mitsprache des Bundestags bei Corona in speziellem Gremium „versenken“

Die Oppositionsparteien FDP und Grüne kritisieren Pläne der Bundesregierung zur Bildung eines speziellen Gremiums.

DWN
Politik
Politik Jens Spahn: Ein Mann und seine Abenteuer

Die bisherige Karriere von Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn ist aufregend verlaufen. Die DWN zeichnen die wichtigsten Stationen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Westeuropas Automarkt stürzt auf 30-Jahres-Tief

Dem Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer zufolge wird auch 2021 ein rabenschwarzes Jahr für Europas Autobranche.

DWN
Finanzen
Finanzen Springt die US-Notenbank als Retter ein, wenn es zum Preis-Krach beim Bitcoin kommt?

Ein Finanzanalyst spricht von einem „Bitcoin-Casino“, bei dem der Preis über eine „Buy & Hype“-Taktik künstlich in die Höhe...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Finanzen
Finanzen City of London fürchtet Abzug des billionenschweren Derivategeschäfts in die EU

In der City of London liegen die Nerven blank. Den Verlust kleinerer Märkte an den Kontinent nahm man noch hin, nun droht mit einem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wird die OPEC+ die Ölproduktion erhöhen?

Es gibt einige Hinweise darauf, dass die OPEC+ am Donnerstag die Ölproduktion ankurbeln wird. Russland unterstützt dieses Vorhaben,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Held von Hanoi: Mann rettet Mädchen nach Sturz aus dem 12. Stockwerk

Vietnam feiert einen Lastwagenfahrer, der einem aus einem Hochhaus stürzenden Kind das Leben gerettet hat.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona-Rezession wie Zweiter Weltkrieg – der Tod des Gastgewerbes ist beschlossene Sache

Die aktuelle Corona-Rezession weist große Ähnlichkeiten mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf. Aus einem...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker - Vorbild Israel: EU arbeitet an „Grünem Pass“ für Geimpfte

Die EU-Kommission arbeitet an einem Gesetz zur Einführung eines „Grünen Passes“, der geimpften Bürgern offenbar Vorteile gegenüber...

DWN
Politik
Politik Hiobsbotschaft: WHO erwartet kein Ende der Pandemie vor 2022

In der Nacht vom 1. auf den 2. März 2021 hat die Öffentlichkeit eine Hiobsbotschaft erreicht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufstand bei der Deutschen Bank: Callcenter-Mitarbeiter streiken seit Wochen für höheres Gehalt

Während den Herrschaften im Investmentbanking satte Boni ausgezahlt werden, wehrt sich die Bank mit Händen und Füßen gegen höhere...

DWN
Politik
Politik Steinmeier erwägt staatliche Regulierung der sozialen Medien im Namen der Freiheit und der Demokratie

Bundespräsident Steinmeier meint: „Die Demokratien der Welt müssen ihre Verfasstheit auch im Digitalen sichern, gegen Feinde von innen...

DWN
Deutschland
Deutschland 900 Millionen Euro mehr: Stromkosten in Deutschland explodieren

Die Haushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel für ihren Strom bezahlt wie noch nie.