Lesezeit: 2 min
16.02.2015 18:30
Während der Dax am heutigen US-Feiertag im Wachkoma liegt, sind die einzigen marktbewegenden Meldungen politischer Natur: So zeigt sich Schäuble sehr skeptisch für das heutige Treffen der Eurogruppe und nennt das Vorgehen der griechischen Regierung beleidigend. In der Ukraine hingegen scheint die Lage wieder zu eskalieren.
Börse: Dax schließt im Minus

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Unsicherheit über die Zukunft Griechenlands hat am Montag an den europäischen Aktienmärkten für Zurückhaltung gesorgt. Der Dax schloss mit 10.923,23 Zählern 0,4 Prozent niedriger und gab damit einen großen Teil der Gewinne vom Freitag wieder ab, als er zeitweise erstmals die 11.000er Marke übersprungen hatte. Der EuroStoxx50 verlor ebenfalls 0,4 Prozent. Allerdings waren die Umsätze europaweit gering. Denn wegen eines Feiertages blieb die Weltleitbörse in New York am Montag geschlossen. Zudem fehlten in Deutschland wegen des Rosenmontags viele Investoren. So fiel der Umsatz im Dax auf nur noch 2,4 Milliarden Euro - so wenig war zuletzt zum Jahreswechsel umgesetzt worden.

Gebannt schauten die Anleger nach Brüssel, wo die Euro-Finanzminister einen neuen Anlauf nahmen, um sich mit Griechenland auf einen Kompromiss zu verständigen. "Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass auch dieses Treffen ergebnislos bleiben wird, die Verhandlungen zwischen Athen und Brüssel sind festgefahren", erklärte Analyst Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM. Einer Sentix-Umfrage zufolge rechnet inzwischen jeder dritte Börseninvestor mit einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ("Grexit"). Für viele hat ein solcher "Grexit" seinen Schrecken aber verloren.

Kern des Konflikts ist die Ablehnung von Reformauflagen durch den neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Zugleich ist Athen aber auf neue Milliarden angewiesen, da das Hilfsprogramm Ende Februar endet. Trotz des Gerangels um Griechenland behauptete sich der Euro bei rund 1,14 Dollar. An der Athener Börse fiel der Leitindex um 3,8 Prozent.

Im Dax zählten Commerzbank und Deutsche Bank mit Kursgewinnen von 1,6 und 1,1 Prozent zu den Favoriten. Schlusslichter waren Fresenius Medical Care und Henkel mit einem Minus von je gut einem Prozent.

Im MDax sorgte Deutsche Wohnen mit einem milliardenschweren Übernahmeangebot für den kleineren österreichischen Konkurrenten Conwert für Aufsehen: Deutschlands zweitgrößter Wohnimmobilienkonzern bietet 11,50 Euro je Conwert-Aktie in bar und hat sich vorab bereits knapp 26 Prozent der Papiere gesichert. Conwert stiegen an der Wiener Börse um 8,5 Prozent auf 11,90 Euro. Deutsche Wohnen gaben fast ein Prozent nach. In der Branche steigt derzeit das Fusionsfieber: So bot Adler Real Estate dem Rivalen Westgrund eine Übernahme an - die Aktien der in keinem großen Index gelisteten Firmen stiegen um 5,4 und 3,2 Prozent.

Kion setzten mit einem Plus von 5,2 Prozent den Aufwärtstrend der Vorwoche im Sog des Teilausstiegs der beiden Großaktionäre Goldman Sachs und KKR fort. Die Analysten von Goldman Sachs hatten die Titel des Gabelstaplerherstellers zudem zum Kauf empfohlen.

In Paris lockten Übernahmespekulationen die Anleger in die Titel von Bouygues, die um 3,8 Prozent anzogen. Der Mischkonzern hatte erklärt, seit Monaten Angebote für seine Mobilfunksparte zu bekommen. Gespräche führe man aber nicht.


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Grenzziehung: Russlands Planspiele sorgen für Besorgnis bei Nachbarn
22.05.2024

Ein russisches Gesetzesprojekt zur Neubestimmung der Ostsee-Grenzen sorgt für Aufregung bei Nachbarländern. Litauen spricht von...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Handelskonflikt mit USA und EU heizt sich auf: China erwägt höhere Import-Zölle auf Verbrenner
22.05.2024

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China eskaliert weiter und erfasst nun auch europäische Autobauer, die gar keine E-Autos...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank: Konjunkturaussichten hellen sich langsam auf
22.05.2024

Die deutsche Wirtschaft scheint das Gröbste überstanden zu haben. Nach einem leichten Wachstum zu Jahresbeginn dürfte die Konjunktur...

DWN
Politik
Politik Lehrerverband will Islamunterricht: Lösung für bessere Integration oder Anbiederung?
22.05.2024

Gut 1,6 Millionen Schüler moslemischen Glaubens besuchen mittlerweile Deutschlands Schulen. Für sie wünscht sich der Präsident des...

DWN
Immobilien
Immobilien Bessere Laune im Bausektor, aber Auftragsmangel immer noch zentrales Problem
22.05.2024

Auf dem ZIA-Finance Day letzte Woche ging es - unter anderen Schlüsselthemen - um die sich stabilisierende makroökonomische Lage in...

DWN
Finanzen
Finanzen Der DWN-Marktreport: Börsen im Rally-Modus – Aktienmärkte erreichen Allzeithochs, Metalle glänzen
22.05.2024

Die vergangene Woche konnte sich sehen lassen: Die internationalen Finanz- und Rohstoffmärkte warteten mit beeindruckenden Preisbewegungen...

DWN
Politik
Politik Erleichterungen für Hausarztpraxen im Fokus
22.05.2024

Das Bundeskabinett befasst sich mit einer stärkeren Absicherung der Gesundheitsversorgung für Patientinnen und Patienten - besonders in...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Europawahl und die AfD: Unternehmen äußern wirtschaftliche Bedenken
22.05.2024

Neue IW-Studie: Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen lehnt die AfD deutlich ab. Sie sind besorgt über den Wirtschaftsstandort...