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Wohnungstausch: Wie Sie Ihre Ferienwohnung herzaubern und worauf Sie achten müssen

Der Wohnungstausch boomt – günstig, persönlich und spannend. Doch wie funktioniert das Ganze wirklich, und worauf muss man achten, damit die Urlaubswohnung kein Reinfall wird?
06.07.2025 12:34
Lesezeit: 3 min
Wohnungstausch: Wie Sie Ihre Ferienwohnung herzaubern und worauf Sie achten müssen
Liegestühle stehen auf einem Balkon eines Hausbootes (Foto: dpa). Foto: Stefan Sauer

Wohnung tauschen gegen Urlaubsdomizil

Reisende öffnen sich gegenseitig ihre Türen – ohne Mietkosten. Beim Wohnungstausch zählt das Prinzip der Gegenseitigkeit, nicht der Preis. Worauf man achten sollte, damit diese besondere Reiseform gelingt. Statt Miete geben sich Fremde gegenseitig die Schlüssel zur eigenen Wohnung – im Gegenzug erhält man Zugang zu deren Unterkunft: Wohnungstausch ist eine persönliche, kostengünstige und ideelle Art des Reisens.

Christian Rumpke kennt sich damit bestens aus. Rund 30 Mal hat er schon getauscht, besuchte Wohnungen in Prag, in den Pyrenäen, in Nordnorwegen und auf Menorca. Dabei war nicht nur das Reiseziel prägend: "Das Beeindruckendste war die Erkenntnis, wie viele vertrauensvolle und freundliche Menschen es weltweit gibt", sagt Rumpke. Gleichzeitig weiß der erfahrene Tauschpartner um mögliche Risiken. Als Leiter der Verbraucherzentrale Brandenburg ist Rumpke nach eigener Aussage "ein Bedenkenträger". Was gilt es also beim Wohnungstausch zu beachten? Hier die wichtigsten Antworten.

Wie wichtig ist die Lage der Wohnung?

Ob Haus an der Küste oder stylisches Loft in Berlin – eine attraktive Lage erhöht die Chancen beim Wohnungstausch. Aber auch ländliche Gegenden oder Kleinstädte sind keineswegs ausgeschlossen. „Jemand aus der Metropole sucht womöglich genau das“, erklärt Rumpke. „Es kommt immer auf die jeweilige Konstellation an.“

Üblicherweise läuft die Vermittlung über Plattformen wie HomeExchange, HomeLink oder People Like Us. Zunächst legt man ein Profil an: Wo liegt die Wohnung, was bietet sie? Dazu gibt man bevorzugte Tauschzeiten und Regionen an. Weitere Kriterien wie Haus, Urlaubswohnung oder Ferienhaus, Anzahl der Schlafzimmer oder Pool-Ausstattung können ergänzt werden. „Doch Ort und Zeitraum sind am Anfang entscheidend“, betont Rumpke. Mittels Algorithmus schlägt die Plattform passende Angebote anderer Nutzer vor. Bei Interesse wird eine Anfrage gestellt – und auch umgekehrt kann man kontaktiert werden.

Wie funktioniert die Schlüsselübergabe in der Praxis?

„Alles ist denkbar“, sagt Rumpke. Eine Möglichkeit: Der eine reist zuerst an und erhält dort die Schlüssel. Oder man trifft sich auf halber Strecke. Oder der Schlüssel liegt versteckt – in einem Kasten mit Code, bei Nachbarn oder wird vorab per Post versendet. Die Organisation beim Wohnungstausch ist individuell. Das betrifft sowohl Schlüsselübergabe als auch Reinigung. Deshalb braucht diese Reiseform mehr Vorlauf als die Buchung eines Ferienhauses über ein Buchungsportal mit standardisierten Abläufen. Wer seine Wohnung tauschen will, sollte rechtzeitig planen.

Entstehen beim Wohnungstausch Kosten?

Nein, das Prinzip basiert auf dem Austausch ohne Geldfluss. Rumpke nennt es „unmittelbares Geben und Nehmen – ohne dass Euro oder US-Dollar eine Rolle spielen“. Der Wohnungstausch bleibt somit deutlich weniger kommerzialisiert als etwa die Buchung einer Ferienwohnung. Lediglich Plattformgebühren fallen an – meist rund 150 Euro jährlich. Ein Testabo sei laut Rumpke zu Beginn ratsam.

Wie kann man sich beim Wohnungstausch absichern?

Nutzer müssen sich auf den Plattformen verifizieren – per Telefonnummer, E-Mail oder Ausweisdokument. Betrug ausschließen lässt sich dadurch nicht. Rumpke empfiehlt, auf Bewertungen anderer Nutzer zu achten. „Ein Telefongespräch war für mich stets hilfreich“, sagt er. Noch besser sei ein Videoanruf, bei dem beide Seiten ihre Wohnung zeigen. Zusätzlich kann man Angaben zur Person über eine Onlinesuche überprüfen. Vor dem Tausch sollte ein Vertrag geschlossen werden, der Rahmenbedingungen wie Personenanzahl, Zustand bei Abreise oder Haustiere regelt. „Ein bisschen Mut gehört aber dazu“, so Rumpke. „Ein Wohnungstausch ist nichts für juristisch denkende Menschen.“

Ist Wohnungstausch für Mieter erlaubt?

„Es kommt darauf an“, sagt Rumpke. Ein Blick in den Mietvertrag gibt erste Hinweise, ob der Wohnungstausch ausgeschlossen ist. Ist das der Fall, kann man hinterfragen, ob ein solcher Passus rechtlich haltbar ist – denn beim Tausch liegt kein kommerzielles Interesse vor. Bleiben Freunde für ein paar Tage, ist das meist ebenfalls unproblematisch. Im Zweifel empfiehlt sich das Gespräch mit dem Vermieter. „Vermieter haben oft ein Interesse daran, dass die Wohnung genutzt wird“, so Rumpke. Durchgängiges Lüften und geringeres Einbruchrisiko sind Vorteile.

Was ist mit Wertgegenständen in der Wohnung?

Aus Sicherheitsgründen sollte man Wertsachen während des Wohnungstauschs nicht offen herumliegen lassen, sondern sicher verwahren oder gar nicht erst in der Wohnung lassen. Rumpke weist aber auf einen anderen Aspekt hin: „Man überlässt einer zunächst fremden Person das eigene Zuhause – sie schläft im eigenen Bett.“ Das müsse einem bewusst sein. Für Rumpke ist genau das das Besondere: „Beim Wohnungstausch entsteht eine Verbindung zwischen Menschen, die sich nicht kennen. Und man lernt: Vertrauen lohnt sich.“

Alternative zum Tausch: Die klassische Ferienwohnung mieten

Wer den Schritt des gegenseitigen Vertrauens scheut oder einen Tauschpartner mit passenden Terminen nicht findet, für den stellt die klassische Anmietung einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses eine unkomplizierte Alternative dar. Hier entfällt die Organisation der Gegenseitigkeit, und man bucht einfach eine Unterkunft, die exakt zum gewünschten Zeitraum und den eigenen Vorstellungen passt – dafür fallen allerdings Mietkosten an. Plattformen wie Fewostay.de bieten eine große Auswahl an privaten Ferienunterkünften in Deutschland und Europa, oft mit direkter Buchung beim Eigentümer und transparenten Bewertungen, sodass die Planung schnell und sicher vonstattengeht.


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