Wirtschaft

Privatvermögen erreicht Rekordhöhe: Über 10 Billionen Euro in Deutschland

Die Deutschen verfügen über so viel Geldvermögen wie nie zuvor. Erstmals summieren sich die finanziellen Rücklagen der Privathaushalte auf mehr als 10 Billionen Euro – begünstigt durch anhaltendes Sparen und wachsende Erträge aus Wertpapieren.
02.01.2026 12:55
Lesezeit: 2 min

Die DZ Bank geht in einer Hochrechnung davon aus, dass sich das nominale Geldvermögen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um gut sechs Prozent oder knapp 600 Milliarden Euro auf 10,03 Billionen Euro erhöht hat.

Volkswirt Michael Stappel, der die Zahlen für das genossenschaftliche Spitzeninstitut halbjährlich zusammenträgt, prognostiziert weiteres Wachstum für 2026: Zwar sei mit geringeren Kursgewinnen an den Börsen zu rechnen und auch die Sparquote könnte etwas sinken. "Die absolute Ersparnis der privaten Haushalte bleibt aber auf Vorjahresniveau." Unter diesen Annahmen dürfte das private Geldvermögen 2026 um gut fünf Prozent auf 10,5 Billionen Euro zulegen.

Vergleichsweise hohe Sparquote

Wirtschaftliche Unsicherheit, Sorge um den Arbeitsplatz und gestiegene Preise sorgen dafür, dass sich viele Menschen in Deutschland mit Anschaffungen zurückhalten und ihr Geld zusammenhalten. Zwar legten die Bundesbürger nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2025 nicht mehr so viel Geld zurück wie ein Jahr zuvor.

Dennoch blieb die Sparquote im ersten Halbjahr mit 10,3 Prozent - auch im internationalen Vergleich - hoch. Je 100 Euro verfügbarem Einkommen legten die Menschen also im Schnitt 10,30 Euro auf die hohe Kante. Monatlich entspricht dies einem Betrag von durchschnittlich knapp 270 Euro je Einwohner, wie das Bundesamt errechnet hat.

Für das Gesamtjahr 2025 schätzt DZ-Bank-Ökonom Stappel die Sparquote auf Basis der Daten für die ersten drei Quartale auf 10,4 Prozent. Das wäre zwar niedriger als ein Jahr zuvor (11,2 Prozent), aber immer noch überdurchschnittlich.

Sparen oder Anlegen?

Allerdings parken die Menschen in Deutschland traditionell viel Geld auf oft vergleichsweise gering verzinsten Tagesgeldkonten. Je nachdem, wie hoch die Inflation ist, verliert das Geld dort an Kaufkraft. Im vergangenen Jahr fiel die Verzinsung von Bankeinlagen niedriger aus als ein Jahr zuvor.

Dagegen machen viele Anleger zum Beispiel in den USA mehr aus ihren Ersparnissen, wie andere Analysen zeigen: Dort wird mehr auf die Aktienmärkte gesetzt.

Wer hierzulande die Scheu vor der Börse abgelegt hat, konnte 2025 im dritten Jahr in Folge von kräftigen Kurssteigerungen profitieren. Nach Berechnungen der DZ Bank trugen Wertzuwächse bei Aktien und Fonds mit 290 Milliarden Euro maßgeblich zum Vermögensaufbau der Privathaushalte bei.

Geldvermögen ist ungleich verteilt

Offizielle Zahlen zur Entwicklung der Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im Schlussquartal 2025 werden Ende April von der Deutschen Bundesbank erwartet. Sowohl die Bundesbank als auch die DZ Bank berücksichtigen in ihren Analysen Bargeld und Bankeinlagen, Wertpapiere wie Aktien und Fonds sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Immobilien werden nicht eingerechnet.

Das gewaltige Geldvermögen in Deutschland ist nach früheren Angaben der Bundesbank ungleich verteilt. Etwa die Hälfte entfällt auf die vermögendsten zehn Prozent: etwa vier Millionen Haushalte. Dort mehrt sich das Vermögen kräftiger, weil sie im Schnitt stärker in Aktien und Fonds investieren als ärmere Haushalte. Am unteren Ende der Skala finden sich laut Bundesbank etwa 20 Millionen Haushalte, auf die nur acht Prozent des Geldvermögens entfällt.

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