Finanzen

Aktienausblick 2026: Investor Kongsted sieht Chancen bei Broadcom und Gold

Während viele Märkte bereits stark gelaufen sind, sehen erfahrene Investoren für 2026 weiterhin selektive Chancen. Welche Rolle spielen dabei Technologie und Gold in einer strategisch ausgerichteten Anlagestruktur?
02.01.2026 16:00
Lesezeit: 3 min
Aktienausblick 2026: Investor Kongsted sieht Chancen bei Broadcom und Gold
Christian Jain Kongsted setzt für 2026 auf Broadcom und Anglogold Ashanti als chancenreiche Aktien aus Technologie und Gold (Foto: dpa) Foto: SweetBunFactory

Experte sieht zwei Aktien mit starkem Potenzial für 2026

Broadcom und Anglogold Ashanti haben bereits kräftige Kursgewinne verzeichnet. Dennoch sieht der Investor Christian Jain Kongsted für das kommende Jahr weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial. Seiner Einschätzung nach bewegen sich beide Titel weiterhin klar in der Überholspur.

Christian Jain Kongsted investiert seit 2017 unter dem Namen Cph Equities auf der Handelsplattform Etoro in ein breit gestreutes Portfolio aus Aktien, Gold und ETFs. Andere Anleger können seine Handelsentscheidungen kopieren. Wer dies getan hat, erzielte bislang eine durchschnittliche Jahresrendite von 20,36 Prozent bei einem Risikowert von 4 auf einer Skala von 1 bis 10.

Aktien mit klarer Rolle im Portfolio

Die Auswahl der Aktien für 2026 basiert laut Kongsted auf der Annahme, dass sie Teil eines gut diversifizierten Portfolios sein müssen. Einige Titel dienen dabei als stabile Anker, während andere, wie Broadcom und Anglogold Ashanti, deutlich stärkeren Kursschwankungen unterliegen dürfen.

In seinem eigenen Portfolio gewichtet Kongsted Broadcom deutlich höher. Die Aktie ist mit 2,79 Prozent seine sechstgrößte Position. Anglogold Ashanti kommt auf einen Anteil von 0,82 Prozent. Broadcom bezeichnet er als eine seiner bevorzugten Aktien mit langfristig überzeugender Wertentwicklung. In den vergangenen fünf Jahren legte der Kurs um mehr als 700 Prozent zu.

Broadcom profitiert vom KI-Wettlauf

Broadcom ist ein Technologiekonzern mit zwei zentralen Geschäftsbereichen. Der Schwerpunkt liegt auf Halbleiterlösungen, während Infrastruktursoftware rund 39 Prozent des Umsatzes ausmacht. Damit ist das Unternehmen gut positioniert, um von Investitionen in KI-Anwendungen zu profitieren.

Nach Einschätzung von Kongsted gerät der bisher dominante Chipdesigner Nvidia zunehmend unter Druck. Große Technologiekonzerne wie Alphabet, Amazon und Microsoft entwickeln verstärkt eigene Chips. Alphabet nutzt dabei seit 2016 häufig Broadcom für das Chipdesign, um eigene Lösungen zu realisieren und Marktanteile von Nvidia zu gewinnen.

Ein zentraler Vorteil von Broadcom liegt laut Kongsted in den langfristigen Kundenbeziehungen. Ist das Unternehmen erst einmal in den Entwicklungsprozess der Hyperscaler eingebunden, wechseln die Kunden in der Regel nicht kurzfristig den Partner. Diese Stabilität verschafft Broadcom eine solide Ausgangsposition.

Milliardeninvestitionen der Hyperscaler

Die fünf größten Hyperscaler werden ihre Investitionen in KI-Infrastruktur und Kapazitäten im Jahr 2026 voraussichtlich deutlich ausweiten. Nach Berechnungen des unabhängigen Kreditanalysehauses Credit Sights sollen die Investitionen auf insgesamt 602 Milliarden Dollar steigen. Umgerechnet entspricht dies rund 515 Milliarden Euro. Gegenüber der Schätzung für 2025 wäre das ein Zuwachs von 36 Prozent.

Von dieser Entwicklung profitiert Broadcom laut Kongsted unmittelbar, da die KI-Umsätze deutlich steigen. Neben Broadcom zählt auch Alphabet zu den Schlüsselpositionen in seinem Portfolio. Nvidia ist ebenfalls vertreten und macht 3,4 Prozent seines Portfolios aus.

Risiken für Technologiewerte bleiben hoch

Trotz der positiven Perspektiven sieht Kongsted relevante Risiken. Bei einer allgemeinen wirtschaftlichen Abschwächung könnten Technologieaktien wie Broadcom stärker unter Druck geraten als der Gesamtmarkt. Auch abrupte Marktbewegungen könnten die Kurse belasten.

Als weiteres Risiko nennt er die hohe Kundenkonzentration, da Broadcom nur wenige, sehr große Abnehmer hat. Hinzu kommen geopolitische Spannungen zwischen den USA und China. Exportkontrollen oder Einschränkungen beim Zugang zu seltenen Erden könnten die gesamte Halbleiterbranche treffen. Besonders das Verhältnis zwischen China und Taiwan bleibt für alle Halbleiterunternehmen ein strukturelles Risiko.

Gold als Gegengewicht zur Technologie

Zur Absicherung setzt Kongsted auf Gold, das aus seiner Sicht nur gering mit Technologieaktien korreliert. Er investiert dafür unter anderem in einen ETF auf physisches Gold. Wer stärker auf Dynamik setzen möchte, könne sich jedoch auch Minenaktien ansehen.

Als besonders chancenreich stuft er Anglogold Ashanti ein, den weltweit größten Goldminenbetreiber. Das Unternehmen ist auf vier Kontinenten aktiv und betreibt zehn Produktions- und Explorationsstandorte. Der Aktienkurs ist bis Mitte Dezember um rund 277 Prozent gestiegen.

Zentralbanken treiben Goldnachfrage

Ein wesentlicher Treiber für den Goldpreis ist nach Einschätzung von Kongsted das Verhalten der Zentralbanken. Weltweit stocken sie ihre Goldreserven so stark auf wie lange nicht. Dies deutet darauf hin, dass Gold gegenüber dem Dollar an Attraktivität gewinnt.

Die Aktie von Anglogold Ashanti gilt dennoch als risikoreich, da das Unternehmen den Goldpreis nicht absichert. Kongsted hält bewusst nur eine kleinere Position und verweist auf die weiterhin angespannte geopolitische Lage. Sollte die Goldnachfrage der Zentralbanken in Ländern wie China, Indien, der Türkei oder Brasilien nachlassen, sei erhöhte Vorsicht geboten.

Hohe Margen dank steigender Goldpreise

Anglogold Ashanti arbeitet derzeit effizient und profitiert stark vom hohen Goldpreis. Im letzten Quartalsbericht lagen die Produktionskosten bei etwas über 1700 Dollar pro Unze. Dem stand ein durchschnittlich erzielter Verkaufspreis von 3490 Dollar pro Unze im dritten Quartal gegenüber.

Der Goldpreis notiert inzwischen bei rund 4300 Dollar. Zusätzliche Preisanstiege schlagen daher nahezu vollständig auf den Gewinn durch. Historisch betrachtet ist die Entwicklung jedoch nicht frei von Rückschlägen. Im Jahr 2023 verzeichnete das Unternehmen noch einen Verlust von 235 Millionen Dollar aufgrund schwacher Verkäufe und hoher Kosten.

Aktuell zeigt sich ein deutlich anderes Bild. Die Produktion stieg im dritten Quartal im Jahresvergleich um 17 Prozent. Der Cashflow legte um 141 Prozent zu, das Ergebnis um 200 Prozent. Die Dividende wurde mehr als verdoppelt und liegt nun bei 0,91 Dollar je Aktie.

Chancen für Anleger in Deutschland

Für deutsche Anleger verdeutlicht die Analyse, wie wichtig eine ausgewogene Mischung aus Wachstumswerten und Sachwerten ist. Broadcom steht exemplarisch für die Chancen der globalen KI-Investitionswelle.

Währenddessen dient Anglogold Ashanti als Absicherung gegen geopolitische und geldpolitische Risiken. In einem Umfeld hoher Unsicherheit gewinnen internationale Diversifikation und ein bewusster Umgang mit Risiko auch für Investoren in Deutschland weiter an Bedeutung.

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