Finanzen

HSH Nordbank muss privatisiert oder abgewickelt werden

Lesezeit: 1 min
19.10.2015 16:45
Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein müssen in den kommenden Jahren einen Käufer für die HSH Nordbank finden. Wenn das nicht geschieht, muss die Krisen-Bank abgewickelt werden, so die EU-Kommission.

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein müssen in den kommenden Jahren einen Käufer für die HSH Nordbank finden – oder das krisengeschüttelte Institut abwickeln. Das gab die EU-Kommission am Montag bekannt und genehmigte gleichzeitig den Umbau der Landesbank. Dieser fällt jedoch kleiner aus als von der HSH erhofft. Die beiden Bundesländer übernehmen faule Kredite von bis zu 6,2 Milliarden Euro, wie das Geldhaus mitteilte. Weitere Portfolien im Volumen von zwei Milliarden Euro könne die Bank am Markt verkaufen.

Die HSH Nordbank leidet so stark wie keine andere deutsche Landesbank unter der Krise in der Schifffahrt. Das Volumen ausfallgefährdeter Kredite (Non-Performing Loans) von derzeit gut 15 Milliarden Euro wird durch die Auslagerung um mehr als die Hälfte sinken, sagte Finanzvorstand Stefan Ermisch. „Unsere Abhängigkeit von der seit Jahren krisenbehafteten Schifffahrt und damit auch vom US-Dollar nimmt deutlich ab.“ Auch die Gebühren, die das Institut für eine milliardenschwere Garantie der Länder zahlt, reduziere sich deutlich: auf jährlich etwa 100 Millionen Euro von derzeit 400 Millionen Euro.

Durch das Ausmisten ihrer Bilanz kann die HSH die Forderung der EZB erfüllen, den Bestand an faulen Kredite deutlich zu senken. Die Hoffnung der Bank, eine deutlich größere Anzahl an faulen Kredite aus der Bilanz zu schieben – verhandelt worden war zeitweise über ein Volumen von 14 bis 28 Milliarden Euro – erfüllte sich allerdings nicht.

Die endgültige Entscheidung inklusive aller Details will die EU-Kommission im ersten Halbjahr 2016 verkünden. Ab diesem Zeitpunkt beginnt dann eine zweijährige Privatisierungsphase, die unter bestimmten Bedingungen um sechs Monate verlängert werden kann. Die Länder, denen die Bank derzeit zu 85 Prozent gehört, dürfen danach nur noch 25 Prozent halten – und das auch nur noch für weitere vier Jahre.

Sollte der Verkaufsprozess scheitern, wird die Bank Neugeschäftsaktivitäten einstellen müssen und ihre Vermögenswerte in einer Weise verwalten, die ihrer Abwicklung dient“, erklärte die EU-Kommission. Aus Sicht von Experten dürfte die Privatisierung der HSH sehr schwer werden. „Es ist nicht möglich, innerhalb dieses Zeitraums einen Käufer zu finden“, sagte ein Branchenkenner zu Reuters. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Dies ist ein positiver Schritt, der die Chance eröffnet, einen wesentlichen Teil der Bank zu veräußern und den Weg dafür ebnet, dass ein privatisiertes, rentables Geschäft aus dem Verkauf hervorgehen kann.“


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienmarkt: DAX mit neuem Schwung dank SAP-Rekordhoch
23.07.2024

Die starke Leistung von SAP hat dem DAX am Dienstag zu einer fortgesetzten Erholung verholfen. Die Aktie des Software-Herstellers erreichte...

DWN
Technologie
Technologie Öl-Streit zwischen Ungarn und Slowakei mit der Ukraine eskaliert
23.07.2024

Neue Sanktionen der Ukraine gegen den russischen Ölkonzern Lukoil sorgen für Ärger in der EU. Die Europäische Kommission teilte in...

DWN
Immobilien
Immobilien Kampf der Economy-Hotels: Jetzt mischt Hilton mit „Spark“ den deutschen Markt auf
23.07.2024

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die mächtige Hilton-Gruppe aus den USA in das Geschehen auf dem Markt der Billighotels eingreift....

DWN
Politik
Politik Bundesverfassungsgericht schützen vor Blockade und Einflussnahme - Ampel ist sich mit Union einig
23.07.2024

Das Beispiel Polen zeigt, welche Eingriffsmöglichkeiten es auch in Demokratien gibt. Ist das Bundesverfassungsgericht für solche Fälle...

DWN
Politik
Politik Steuergeldverschwendung: Regierungsflüge zur Fußball-EM kosten eine halbe Million Euro
23.07.2024

Annalena Baerbock (Die Grünen) hat während der Fußball-EM das Nachtflugverbot ignoriert, weil sie beim Gruppenspiel der deutschen...

DWN
Politik
Politik Länder sollen Bundesmittel vorrangig für Kita-Personal nutzen
23.07.2024

Ab 2025 dürfen die Bundesländer die Milliarden Euro des Bundes zur Förderung von Kitas nicht mehr verwenden, um Eltern bei den Gebühren...

DWN
Politik
Politik Gericht: Ampel muss bei Umwelt-Programm nachbessern
23.07.2024

Die Bundesregierung muss ihr Umweltprogramm zur Luftreinhaltung überarbeiten. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg...

DWN
Finanzen
Finanzen Start von Ethereum-ETF: Handeln ab sofort in den USA möglich
23.07.2024

Nachdem die US-Börsenaufsicht SEC grünes Licht für börsengehandelte Fonds (ETF) in der Kryptowährung Ether gegeben hat, wird der...