Deutschland

Batterie-Recycling von Elektroautos ermöglicht effizientere Nutzung von Ökostrom

Lesezeit: 1 min
01.12.2015 12:08
In Deutschland entsteht derzeit die weltgrößte Batterie-Speicheranlage für erneuerbare Energien. Dazu werden gebrauchte Batterien aus Elektro-Autos gebündelt und wiederverwendet. Somit verlängert sich der Verwertungszyklus der Batterien auf bis zu zwanzig Jahre.
Batterie-Recycling von Elektroautos ermöglicht effizientere Nutzung von Ökostrom
Die Wiederverwertung der Auto-Batterien verdoppelt deren Nutzungszeit von zehn auf zwanzig Jahre. (Grafik: Daimler AG)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der heute größte 2nd-Use-Batteriespeicher der Welt wird in Kürze im westfälischen Lünen stehen. Ein Joint-Venture von Daimler,  Mobility House und GETEC wird ihn ab Anfang nächsten Jahres am deutschen Primärregelenergiemarkt vermarkten. Die Besonderheit: Als Speicher werden gebrauchte elektroautomobile Batteriesysteme wiederverwendet. Die Batterien werden zu einem Stationärspeicher mit einer Kapazität von insgesamt 13 Mega-Watt-Stunden gebündelt. Das Verfahren mit Batterie-Recycling soll die Umweltbilanz von Elektrofahrzeugen steigern und leistet somit einen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der e-Mobilität, erklären die Projektpartner in einer Mitteilung.

Mit dem Projekt in Lünen bilden die Projektpartner die gesamte Batterie-Recycling- und Verwertungskette ab: Von der Herstellung und Aufbereitung der Batteriesysteme über das Elektro- und Plug-in Hybrid-Fahrzeug-Angebot ,  die Installation und Vermarktung des stationären Batteriespeichers an den Energiemärkten bis hin zum Recycling der Batteriesysteme am Ende ihres Lebenszyklus und der Rückführung der wertvollen Rohstoffe in den Produktionskreislauf, übernehmen die Partner alle Schritte des Prozesses.

Das Projekt setzt an zwei der Hauptproblemen der Energiewende an: Zum einen sind  leistungsfähige Batteriespeicher ein wichtiger Baustein um Ökostrom effizient zu nutzen. Bei zunehmender Einspeisung von Strom aus fluktuierenden Erneuerbaren Energien, wie beispielsweise aus Windkraftanlagen oder Solarkraftwerken, sind sie der Schlüssel zur Stabilisierung der Stromnetze. Sie gleichen die Energieschwankungen aus.  Damit können sie diese Aufgabe von den fossilen Kraftwerken übernehmen und Kosten für Netzausbau und neue Kraftwerke vermeiden.

Zum Anderen zeigt das projekt eine sinnvolles Batterie-Recycling der Elektroautos: Durch die Wiederverwertung verlängert sich der Lebenszyklus einer Plug-in oder E-Fahrzeug-Batterie auch über den  Automobilbetrieb hinaus. Je nach Modell haben diese im Auto eine Batterieleistung von bis zu zehn Jahren,  sind jedoch auch danach noch voll einsatzfähig, denn die geringen Leistungsverluste spielen für die Anwendung im stationären Speicherbetrieb nur eine untergeordnete Rolle. Ein wirtschaftlicher Betrieb im stationären Bereich ist für schätzungsweise mindestens zehn weitere Jahre möglich.

Dadurch ergibt sich auch für die Hersteller ein wirtschaftlicher Nutzen:  Sie rechnen damit, dass die Weiterverwendung der Lithium-Ionen-Module deren wirtschaftlicher Nutzung quasi verdoppelt.

***

Informieren Sie sich hier über die Produkte der KfW.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank: Konjunkturaussichten hellen sich langsam auf
22.05.2024

Die deutsche Wirtschaft scheint das Gröbste überstanden zu haben. Nach einem leichten Wachstum zu Jahresbeginn dürfte die Konjunktur...

DWN
Politik
Politik Lehrerverband will Islamunterricht: Lösung für bessere Integration oder Anbiederung?
22.05.2024

Gut 1,6 Millionen Schüler moslemischen Glaubens besuchen mittlerweile Deutschlands Schulen. Für sie wünscht sich der Präsident des...

DWN
Immobilien
Immobilien Bessere Laune im Bausektor, aber Auftragsmangel immer noch zentrales Problem
22.05.2024

Auf dem ZIA-Finance Day letzte Woche ging es - unter anderen Schlüsselthemen - um die sich stabilisierende makroökonomische Lage in...

DWN
Finanzen
Finanzen Der DWN-Marktreport: Börsen im Rally-Modus – Aktienmärkte erreichen Allzeithochs, Metalle glänzen
22.05.2024

Die vergangene Woche konnte sich sehen lassen: Die internationalen Finanz- und Rohstoffmärkte warteten mit beeindruckenden Preisbewegungen...

DWN
Politik
Politik Erleichterungen für Hausarztpraxen im Fokus
22.05.2024

Das Bundeskabinett befasst sich mit einer stärkeren Absicherung der Gesundheitsversorgung für Patientinnen und Patienten - besonders in...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Europawahl und die AfD: Unternehmen äußern wirtschaftliche Bedenken
22.05.2024

Neue IW-Studie: Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen lehnt die AfD deutlich ab. Sie sind besorgt über den Wirtschaftsstandort...

DWN
Finanzen
Finanzen Zukunft des Solidaritätszuschlags: Entlastung für Kapitalanleger in Sicht?
22.05.2024

Trotz der Abschaffung des „Soli“ für viele Bürger: Kapitalanleger zahlen weiter! Doch die Verfassungsmäßigkeit des...

DWN
Politik
Politik Erobert die AfD die Rathäuser? Thüringer Kommunalwahl als Testfall
22.05.2024

Die Thüringer entscheiden am Sonntag über die Besetzung von Rathäusern, Landratsämtern und Kommunalparlamenten. Bringt sich die...