Finanzen

Renten-Krise: US-Pensionsfonds muss Auszahlungen kürzen

Lesezeit: 1 min
21.04.2016 21:59
Ein großer amerikanischer Rentenfonds hat um die Erlaubnis gebeten, die Auszahlungen an seine Kunden zu kürzen. Zudem gab der Fonds bekannt, dass man unter den gegebenen Umständen im Jahr 2025 bankrott wäre. Hilfe vom staatlichen Sicherungssystem ist nicht zu erwarten: auch dieses gab inzwischen an, dem Bankrott entgegen zu gehen.
Renten-Krise: US-Pensionsfonds muss Auszahlungen kürzen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In den USA hat der Rentenfonds Central States Pension Fund (CSPF) um die Erlaubnis gebeten, die Auszahlungen an seine Kunden beschneiden zu dürfen, wie der Finanzblog Zerohedge berichtet. Die Regelung könnte bei positivem Bescheid zum 1. Juli des laufenden Jahres in Kraft treten. Bei einer Beibehaltung der derzeitigen Auszahlungsverpflichtungen wäre man im Jahr 2025 bankrott, so der Fonds.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Fonds eine durchschnittliche negative Rendite von 0,81 Prozent – er verlor also Gelder, die ihm anvertraut wurden. Über 250.000 Rentner sind gegenwärtig auf die Auszahlungen des CSPF angewiesen. Eine Beschneidung der Auszahlungen von Rentenfonds ist erst seit Dezember 2014 möglich. Damals wurde ein Gesetz erlassen, dass den Fonds entsprechende Maßnahmen gestattet, wenn ihnen in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren das Geld auszugehen droht.

Zerohedge zufolge zahlt der CSPF gegenwärtig für jeden eingezahlten Dollar etwa 3,46 Dollar aus. Dadurch übersteigen die gesamten Auszahlungen die Einzahlungen um rund 2 Milliarden Dollar jährlich – der Hauptgrund für die prognostizierte Insolvenz im Jahre 2025.

Zwar existiert in den USA ein staatlicher Sicherungsfonds (Pension Benefit Guaranty Corporation – PBGC), der die Ausfälle bankrotter Pensionsfonds ausgleichen soll, doch diesem fehlen alleine schon die nötigen Mittel, um einen Ausfall des CSPF auszugleichen. Am Ende des Fiskaljahres 2015 verfügte der PBGC über Finanzmittel von 1,9 Milliarden Dollar. Zu allem Überfluss gab auch der PBGC mit Blick auf die derzeitige finanzielle Situation an, im Jahr 2025 ebenfalls bankrott zu sein.

Dem PBGC zufolge erfüllen derzeit etwa 10 Prozent der 1400 Rentenpläne die notwendigen Voraussetzungen, um Auszahlungskürzungen zu beantragen. „Dies wird zu einer nationalen Krise für hunderttausende – oder sogar Millionen – Rentnern und deren Familien führen. Und es wird die Schleusen für weitere Kürzungen öffnen“, wird die Präsidentin des Pension Rights Centers von Zerohedge zitiert. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Finanzierungslücke im amerikanischen Rentensystem rund drei Mal so groß ist wie bislang angenommen.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Westeuropas Automarkt stürzt auf 30-Jahres-Tief

Dem Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer zufolge wird auch 2021 ein rabenschwarzes Jahr für Europas Autobranche.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Verfassungsrechtler und Banker warnen: Green Deal der EU nur mit Ökodiktatur möglich

Ein Ex-Bundesverfassungsrichter warnt davor, dass Deutschland und Europa in eine „Öko-Diktatur“ abgleiten könnte. Doch auch Analysten...

DWN
Politik
Politik Merkel stellt Verbindung zwischen Pandemie und Umweltschutz her – drohen uns nun Klimabeschränkungen?

Angela Merkel zufolge erhöht die Zerstörung der Natur die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern wie das Corona-Virus. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Jens Spahn: Ein Mann und seine Abenteuer

Die bisherige Karriere von Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn ist aufregend verlaufen. Die DWN zeichnen die wichtigsten Stationen...

DWN
Politik
Politik Opposition: Bundesregierung will Mitsprache des Bundestags bei Corona in speziellem Gremium „versenken“

Die Oppositionsparteien FDP und Grüne kritisieren Pläne der Bundesregierung zur Bildung eines speziellen Gremiums.

DWN
Politik
Politik Steinmeier erwägt staatliche Regulierung der sozialen Medien im Namen der Freiheit und der Demokratie

Bundespräsident Steinmeier meint: „Die Demokratien der Welt müssen ihre Verfasstheit auch im Digitalen sichern, gegen Feinde von innen...

DWN
Finanzen
Finanzen Springt die US-Notenbank als Retter ein, wenn es zum Preis-Krach beim Bitcoin kommt?

Ein Finanzanalyst spricht von einem „Bitcoin-Casino“, bei dem der Preis über eine „Buy & Hype“-Taktik künstlich in die Höhe...

DWN
Finanzen
Finanzen City of London fürchtet Abzug des billionenschweren Derivategeschäfts in die EU

In der City of London liegen die Nerven blank. Den Verlust kleinerer Märkte an den Kontinent nahm man noch hin, nun droht mit einem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Trotz Brexit: RWE bringt in Großbritannien Schlüsselprojekt für Windenergie voran

Viele deutsche Industrieunternehmen stehen zwar wegen des Brexits unter Druck. Doch nicht so der Energiekonzern RWE, für den...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wird die OPEC+ die Ölproduktion erhöhen?

Es gibt einige Hinweise darauf, dass die OPEC+ am Donnerstag die Ölproduktion ankurbeln wird. Russland unterstützt dieses Vorhaben,...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Held von Hanoi: Mann rettet Mädchen nach Sturz aus dem 12. Stockwerk

Vietnam feiert einen Lastwagenfahrer, der einem aus einem Hochhaus stürzenden Kind das Leben gerettet hat.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona-Rezession wie Zweiter Weltkrieg – der Tod des Gastgewerbes ist beschlossene Sache

Die aktuelle Corona-Rezession weist große Ähnlichkeiten mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf. Aus einem...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker - Vorbild Israel: EU arbeitet an „Grünem Pass“ für Geimpfte

Die EU-Kommission arbeitet an einem Gesetz zur Einführung eines „Grünen Passes“, der geimpften Bürgern offenbar Vorteile gegenüber...