Politik

Bei EU-Austritt: Nissan droht Briten mit Abzug der Arbeitsplätze

Lesezeit: 1 min
08.11.2013 15:17
Der Chef des Nissan-Konzerns droht mit Konsequenzen, falls Großbritannien die EU verlässt. Zwar hält er den Austritt für unwahrscheinlich. Doch wenn er kommt, würde Nissan Investitionen in Großbritannien überdenken. Zehntausende Arbeitsplätze sind bedroht.

Mehr zum Thema:  
Auto >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Auto  

Bei einem Werksbesuch im britischen Sunderland sagte Nissan-Chef Carlos Ghosn, ein EU-Austritt Großbritanniens würde die Zukunft des Autokonzerns im Land gefährden.

Nissan werde seine Investitionen in Großbritannien überdenken, falls das Land die EU verlässt, sagte Ghosn der BBC. Der britische Premier David Cameron hat seinem Volk eine Abstimmung über die Mitgliedschaft in der EU für das Jahr 2017 in Aussicht gestellt. So will Cameron erreichen, dass seine Konservativen die Parlamentswahlen 2015 gewinnen.

Nissan-Chef Ghosn hält einen EU-Austritt Großbritanniens für unwahrscheinlich. Zu einem möglichen Austritts-Szenario sagte er: „Wenn irgendetwas geändert werden muss, müssen wir unsere Strategie und unsere Investitionen für die Zukunft überdenken.“

Ghosn besuchte Großbritannien, um beim Start des neuen Nissan Qashqai dabeizusein, der in Sunderland gebaut werden wird. Das Werk in Sunderland sei eines der produktivsten in Europa, Nissan habe großes Glück, es zu besitzen.

Mit 240.000 verkauften Autos im vergangenen Jahr ist der Qashqai Nissans meistverkauftes Auto in Europa. Ghosn sagte, das neue Modell werde eine Menge Arbeitsplätze in Sunderland „sichern“.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Nissan-Chef eine Verbindung herstellt zwischen Investitionen in Großbritannien und der Rolle des Landes in der EU. Im Jahr 2002 sagte Ghosn der BBC, dass die Zukunft des Werkes in Sunderland davon abhänge, ob das Land den Euro einführe. Es waren leere Drohungen. Denn obwohl das Land den Pfund behielt, werden noch immer Nissans in Sunderland hergestellt.

Ghosn ist nicht nur Nissan-Chef, sondern auch Chef des Schwester-Unternehmens Renault. Für den europäischen Automarkt sieht er nach fünf Jahren des Rückgangs nun „Licht am Ende des Tunnels“. Im nächsten Jahr werde sich der Markt stabilisieren. Die Senkung des Leitzinses durch die EZB am Donnerstag (hier) könnte dazu beitragen, so Ghosn.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Auto >

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Politik
Politik Großangriff des Iran: Wie sieht Israels Antwort aus?
14.04.2024

Die Spannungen im Nahen Osten erreichen einen gefährlichen Höhepunkt, nachdem der Iran israelische Ziele attackiert hat. Wie schlägt...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Auch Deutschland betroffen: Wie China westliche Technologien verbannen und autark werden will
14.04.2024

Offenbar will sich China von westlichen Technologien schrittweise unabhängig machen. Warum das auch die deutsche Wirtschaft bedrohen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis erreicht Rekordhöhe: Spannungen und Zentralbankkäufe treiben die Märkte
14.04.2024

Gold klettert auf Spitzenwert, unterstützt durch geopolitische Spannungen und aggressive Zentralbankkäufe. Silber erreicht ebenfalls...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Vorabpauschale einfach erklärt: Was Anleger wissen müssen
14.04.2024

Die Vorabpauschale ist ein wichtiger Bestandteil der Besteuerung von Investmentfonds in Deutschland, der seit der Einführung des...

DWN
Politik
Politik Schlagabtausch zwischen CDU und AfD: Höcke demaskiert?
14.04.2024

Warum entschied sich die CDU für ein direktes Duell mit dem rechtsextremen Höcke?Wie beeinflusste das TV-Duell die öffentliche...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die versteckten Kosten der Globalisierungsverlangsamung
14.04.2024

Die Entstehung eines offenen multilateralen Handelssystems, das den Handel von der Geopolitik trennte, spielte eine entscheidende Rolle als...

DWN
Politik
Politik Dänemark verlängert Grenzkontrollen zu Deutschland
14.04.2024

Aus Sicherheitsgründen verlängert Dänemark die Grenzkontrollen zu Deutschland um sechs Monate. Neue Technologien wie Drohneneinsatz...

DWN
Finanzen
Finanzen Berufsunfähigkeitsversicherung – ebenso wichtig wie komplex
14.04.2024

Berufsunfähigkeit - das kann sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige auf eine finanzielle Katastrophe hinauslaufen. Wie...