Politik

Türkei: Erneute Explosion an Gas-Pipeline

Lesezeit: 1 min
05.08.2015 00:31
Am Dienstag kam es in der Türkei zu einer noch ungeklärten Explosion an der Südkaukasus-Pipeline. Dem Gouverneur zufolge ereignete sich der Zwischenfall an einem Abschnitt im Bezirk Sarikamis in der Provinz Kars. Die Ermittlungen haben bereits begonnen.
Türkei: Erneute Explosion an Gas-Pipeline
Der Verlauf der Südkaukasus-Pipeline. (Grafik: Botschaft der Republik Aserbaidschan in Ankara)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Wie der zuständige Gouverneur Günay Özdemir der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu mitteilte, habe sich die Explosion in den frühen Morgenstunden am Dienstag zugetragen. Der Gasstrom in das Dorf Yagbasan wurde aus Sicherheitsgründen abgeschnitten. Noch ist unklar, wer dafür verantwortlich war.

Eine Untersuchung der Explosion ist bereits im Gange und die erforderlichen Maßnahmen wurden getroffen“, so Özdemir. Erst vergangene Woche kam es zu einem Zwischenfall an der KirkukCeyhan-Pipeline in der südöstlichen Provinz Sirnak. Das türkische Energieministerium machte die PKK für den Anschlag auf eine türkische Gas-Pipeline aus dem Iran verantwortlich. In einer Erklärung meldete das Energieministerium, dass die Pipeline jährlich 8,9 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr aus dem Iran in die Türkei transportiert und 18 Prozent der türkischen Energienachfrage deckt.

Das Energieministerium wörtlich: „Das Feuer, welches infolge des Anschlags entstanden ist, wurde gelöscht. Nachdem den Reparaturen, wird die Gas-Zufuhr aus dem Iran unvermindert weiterlaufen. Wenige Tage zuvor wurde in Cizre-Silopi ein Anschlag auf das Elektrizitätsnetz verübt. Diese Angriffe richten sich nicht nur gegen den Staat oder die Regierung, sondern haben das Ziel, unsere Bürger zu schädigen. Doch diese Bestrebungen gegen die nationale Einheit, den Frieden und die Stabilität werden ins Leere laufen. Wir werden dem Südosten weiterhin dienen und allen Widerständen trotzen.“

Der Energieminister Taner Yıldız übte zudem scharfe Kritik an der Partei HDP, die der politische Arm der PKK ist. „Nach den jüngsten Attacken haben wir deutlich gesehen, wie heuchlerisch die HDP ist. Auf der politischen Ebene wird die PKK von der HDP vertreten. Die Masken sind endgültig gefallen. Die HDP hat den Friedensprozess vorsätzlich sabotiert“, zitiert die Financial Times Yıldız.

Die PKK soll in der vergangenen Woche eine Brücke auf der Autobahnstrecke Diyarbakır- Muş in die Luft gesprengt haben, so die Zeitung Hürriyet. Unklar blieb, ob die PKK wirklich der Urheber der beiden Anschläge gewesen ist. Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Ajansa Nûçeyan a Firatê (ANF) hat zumindest keine Bekenner-Mitteilung der PKK veröffentlicht, sondern lediglich eine Meldung über den Anschlag auf die Pipeline.

Stattdessen verurteilten PKK-nahe Organisationen die Angriffe auf Stellungen der PKK durch das türkische Militär und durch die Verbände der Autonomen Region Kurdistans (KRG), in der die kurdische Partei KDP und Kurden-Präsident Masud Barzani tonangebend sind, berichtet die ANF.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Dunkle Wolken am Konjunktur-Himmel: KfW-Studie deckt verheerende Folgen der Lockdown-Politik auf

Eine aktuelle Studie der KfW zeichnet ein düsteres Bild der Lage, in der viele kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland stecken....

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 2

Die Politik hat versagt: Der Spekulationskreislauf an den Märkten ist aus dem Ruder gelaufen. Die eigentlich nützlichen Derivate...

DWN
Politik
Politik Nach Mord in Dresden: „Abschiebepflichtige Gefährder und schwere Straftäter dürfen wir nicht nach Syrien abschieben“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius beschwichtigt in der nach dem islamistischen Mord von Dresden aufgekommenen Debatte um eine...

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Islamisten treffen sich an türkischer Grenze, werden von US-Drohnen liquidiert

Die amerikanische Armee hat im Nordwesten Syriens zahlreiche Islamisten-Söldner mithilfe von Drohnenangriffen liquidiert.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Renaissance der Kernkraft in Europa: Polen steigt in die Atomenergie ein, Deutschland mit „Energiewende“ isoliert

Während die Bundesregierung aus „klimapolitischen“ Gründen massiv in die Windkraft investiert, startet unser östlicher Nachbar eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Wandel durch Corona? Deutsche investieren plötzlich stark in Aktien

In Zeiten der Corona-Krise ist die Zahl der deutschen Aktienbesitzer stark angestiegen. Ist dies lediglich eine logische Reaktion auf das...

DWN
Marktbericht
Marktbericht Fragiler Dax zeigt sich zum Börsenstart uneinheitlich - Daimler erfreut Anleger mit positivem Ausblick

Die Richtung, in die das deutsche Leitbarometer heute geht, ist nicht klar. Bei der Eröffnung verlor der Index, drehte dann aber ins Plus....

DWN
Deutschland
Deutschland Neueste Zahlen zeigen extrem niedrige Sterblichkeitsrate bei Corona-Infektionen

Neueste Zahlen des Robert Koch-Instituts sowie der Weltgesundheitsorganisation zeigen eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Riesenboom für Krypto-Währungen: 350 Millionen PayPal-Nutzer können jetzt mit Bitcoin bezahlen

PayPal hat offiziell bestätigt, dass es Online-Händlern und ihren Kunden ab 2021 Zahlungen mit den vier Kryptowährungen Bitcoin,...

DWN
Deutschland
Deutschland Wegen Corona: Decken und Schals gehören für Schüler bald zur Grundausstattung

Das Umweltbundesamt hat einen Leitfaden zum Lüften in Schulen vorgestellt. In der kalten Jahreszeit werden sich Deutschlands Schüler warm...

DWN
Politik
Politik EILMELDUNG: Türkisches Schiff nähert sich griechischer Insel, Athen versetzt Marine in "hohe" Alarmbereitschaft

Der Streit im östlichen Mittelmeer zwischen Griechenland und der Türkei droht zu eskalieren.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Globale Institutionen: Es droht eine weltweite Nahrungsmittel-Knappheit

Nahrungsmittel werden immer knapper und deshalb immer teurer. Knappheits-Szenarien wurden bereits vor fünf Jahren von globalen...

DWN
Finanzen
Finanzen Derivate - Finanzielle Massenvernichtungswaffe oder wichtige Stütze der Wirtschaft? Teil 1

Die Finanz-Instrumente sind heftig umstritten. Einige sehen sie als notwendige Absicherungs-Vehikel, andere nur als reine...