Politik

Gauck tritt ab: Schäuble und Steinmeier als Favoriten für Nachfolge

Lesezeit: 1 min
06.06.2016 12:36
Bundespräsident Gauck hat am Mittag das Ende seiner Karriere als Bundespräsident bekannt gegeben. Als Nachfolger favorisiert die CDU Wolfgang Schäuble, die SPD hätte den Posten gerne für Frank-Walter Steinmeier. Die Mitwirkung der deutschen Wähler ist bei dem Vorgang nicht vorgesehen.
Gauck tritt ab: Schäuble und Steinmeier als Favoriten für Nachfolge

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Bundespräsident Joachim Gauck verzichtet aus Altersgründen auf eine zweite Amtszeit. Im Schloss Bellevue in Berlin erklärte der 76-Jährige Gauck am Montag, dass er nicht erneut als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl im Februar 2017 zur Verfügung stehe, berichtet AFP. Gauck hob hervor, diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen.

„Ich möchte für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren nicht die Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht garantieren kann“, sagte er aber zur Begründung seines Verzichts. Bis zum Ende seiner ersten Wahlperiode im kommenden März werde er aber sein Amt wie bisher „mir Respekt und auch mit Freude“ ausüben. Der Theologe war im März 2012 von einer Fünf-Parteien-Allianz aus CDU, CSU, FDP, SPD und Grünen in das höchste deutsche Staatsamt gewählt worden.

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach schlägt Finanzminister Wolfgang Schäuble für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck vor. Bosbach sagte der Bild am Sonntag: „Wolfgang Schäuble hat 44 Jahre parlamentarische Erfahrung, er hat sich in hohen Staatsämtern hervorragend bewährt und genießt auch international ein hohes Ansehen. Selbst die politische Konkurrenz wird das nicht ernsthaft bestreiten können.“

Der SPD-Politiker Johannes Kahrs hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier für die Nachfolge ins Gespräch gebracht. Die Union will nach Spiegel-Informationen einen eigenen Kandidaten nominieren, falls Gauck nicht mehr für eine zweite Amtsperiode von fünf Jahren antritt. Aus SPD und Linken kommen Forderungen, angesichts aussichtsreicher Verhältnisse in der Bundesversammlung einen rot-rot-grünen Bewerber dagegen zu stellen.

Die SPD-Spitze will sich bei der Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck in der Öffentlichkeit bedeckt halten. Hinter den Kulissen laufen jedoch längst die Überlegungen, ob die Sozialdemokraten die vage Möglichkeit einer Mehrheit aus SPD, Linkspartei und Grünen nutzen sollen, um ein rot-rot-grünes Signal der Unabhängigkeit von der Union zu setzen, berichtet Reuters. In der Führungsspitze wird erwartet, dass Parteichef Sigmar Gabriel Sondierungen starten wird, wer als Kandidat oder Kandidatin Aussichten auf Zustimmung in allen drei Parteien hätte. "Einen bloßen Zählkandidaten ohne Erfolgschancen werden wir keinesfalls ins Rennen schicken", sagte ein Führungsmitglied.

CSU-Vorstandsmitglied Stephan Mayer hat sich für einen gemeinsamen Kandidaten von Union und SPD für die Nachfolge von Bundespräsident Joachim Gauck ausgesprochen. Der Grundansatz müsse der sein, „dass man sich in der großen Koalition auf einen gemeinsamen Konsenskandidaten verständigt“, sagte Mayer am Montag im Deutschlandfunk. Trotz bevorstehender Wahlen wäre es ein falsches Signal, wenn dies nicht gelänge. Ein Kandidat müsse ein möglichst breites gesellschaftliches Spektrum abdecken und die Menschen zusammenführen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Blamage für Scholz: Russland hört entlarvendes Gespräch über Taurus-Lieferungen ab
02.03.2024

Die Taurus-Affäre um Bundeskanzler Olaf Scholz wird immer brisanter. Vor einer Woche hatte Scholz der Lieferung von...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Bargeldobergrenze: Sinnvolle Maßnahme gegen Geldwäsche oder erste Etappe der Bargeld-Abschaffung?
02.03.2024

Barzahlungen ade? Transaktionen über 10.000 Euro sollen künftig nicht mehr bar abgewickelt werden dürfen. Darauf haben sich das...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren in Qualitätsaktien: Aktiv, passiv oder gar nicht?
02.03.2024

Quality Investing war in den letzten Jahrzehnten eine sehr erfolgreiche Anlagestrategie. Wir vergleichen einen aktiven und passiven Ansatz,...

DWN
Politik
Politik Gas-Notfallplan überflüssig? Regierung setzt dennoch auf neues LNG-Terminal in Rügen
02.03.2024

Zuletzt war von einer Entspannung der Gasversorgungslage die Rede. Trotzdem hält der Bund an der Gas-Alarmstufe wie auch am Rügener...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Künstliche Intelligenz: Unternehmen sind zu zögerlich
02.03.2024

Trotz der vielen Chancen von KI-Technologie stehen vor allem kleinere Unternehmen vor Herausforderungen wie Datenqualität und auch...

DWN
Technologie
Technologie 5G-Netz: Mehrheit der Mobilfunk-Kunden weiterhin skeptisch
02.03.2024

5G verspricht stabile Verbindungen und eine deutlich schnellere Datenübertragung als die Vorgängertechnologie. Ein dicker Vorteil für...

DWN
Politik
Politik "Zeit läuft davon": Wirtschaft fordert von Scholz schnelle Entlastungen und Reformen
01.03.2024

Die deutsche Wirtschaft klagt über hohe finanzielle Belastungen und andere Wachstumshemmnisse. Der Forderungskatalog der Verbände an den...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekord in greifbarer Nähe - DAX erneut mit Bestmarke
01.03.2024

Der deutsche Leitindex DAX hat im Freitagshandel das siebte Rekordhoch in Folge erobert - und auch der Goldpreis ist von seinem Allzeithoch...