China schickt ersten abhörsicheren Satelliten ins All

China hat den ersten abhörsicheren Satelliten ins Weltall geschickt. Dieser arbeitet bei der Verschlüsselung der Botschaften mit Photonen. Der Erfolg der Chinesen überrascht, weil Peking damit die als überlegen geltenden Industriestaaten des Westens überholt hat.

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China hat den weltweit ersten Satelliten ins All geschickt, der mittels Quanten-Technologie eine vollständig abhörsichere Kommunikation und Datenübertragung ermöglichen soll. Der Satellit, der nach einem chinesischen Wissenschaftler aus dem 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung „Micius“ genannt wurde, startete am Dienstag in der Wüste Gobi, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Der Satellit soll die Übertragung quantenphysikalisch verschlüsselter Nachrichten vom Weltraum zu Bodenstationen auf der Erde testen. Bisher hatten Wissenschaftler diese Möglichkeit nur für relativ kurze Entfernungen nachweisen können. Vorgesehen ist die Übertragung von Peking nach Ürümqi, der Hauptstadt der Provinz Xinjiang im äußersten Westen Chinas.

Beim Senden kryptographischer Schlüssel für die Decodierung von Nachrichten sollen Photonen genutzt werden. Diese Kommunikation sei vollkommen sicher, schrieb Xinhua. Jeder Abhörversuch führe automatisch zur Selbstzerstörung der kryptografischen Schlüssel.

Sollte der Test gelingen, könnte China zum Pionier der neuen Quantenkommunikation und in der künftigen Internettechnologie werden, meldete Xinhua unter Berufung auf den wissenschaftlichen Leiter des Satellitenprojekts, Pan Jianwei. Bis um das Jahr 2030 sei damit zu rechnen.

Auch die USA, Japan und andere Staaten arbeiten an einem eigenen Quantensatelliten. Die chinesische Regierung steckte enorme Summen in die Entwicklung. Durch den neuen Quantensatelliten ändere sich Chinas Rolle grundlegend „von einem Mitläufer in der Entwicklung der klassischen Informationstechnologie zu einem der Anführer“, zitierte Xinhua Projektleiter Pan.

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