EU stoppt AKW: Bulgarien muss Entschädigung an Russland zahlen

Für den abgebrochenen Bau eines Atomkraftwerks muss Bulgarien Russland eine Entschädigung von 601 Millionen Euro zahlen. Washington und Brüssel hatten den Abbruch gefordert.

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Als Entschädigung für den abgebrochenen Bau eines Atomkraftwerks an der Donau zahlt Bulgarien Russland mehr als 600 Millionen Euro an Entschädigung. Der staatliche Energiekonzern NEK werde das Geld bis zum 25. Dezember an den russischen Kraftwerksbauer Atomstroiexport überweisen, teilte das bulgarische Energieministerium am Mittwoch mit. Ein internationales Schiedsgericht in Genf hatte Bulgarien im Juni zu einer Schadenersatzzahlung von 601 Millionen Euro verurteilt, die das Land nun akzeptiert.

Jeden Tag werden 130.000 Euro Zinsen fällig. Mit Russland sei die Vereinbarung getroffen worden, dass Atomstroiexport auf einen Teil der Zinszahlungen verzichte, sollte die Schadenersatzzahlung bereits vorzeitig überwiesen werden, teilte das bulgarische Energieministerium weiter mit.

Bulgarien hatte im März 2012 das Gemeinschaftsprojekt, ein neues Atomkraftwerk in Belene an der Donau zu bauen, aufgegeben. Grund waren stetig steigende Kosten und wachsender Druck aus Brüssel und Washington auf das EU-Mitglied. Die bulgarische Regierung prüft derzeit, den halbfertigen Bau mit einem privaten Investor fortzusetzen. Im Gespräch ist auch ein möglicher Liefervertrag mit Atomstroiexport, durch den sich die Schadenersatzzahlung Bulgariens auch noch verringern könnte.

In Bulgarien gibt es lediglich ein Atomkraftwerk in Kosluduy, ebenfalls an der Donau. Dort sind nur noch zwei Reaktoren in Betrieb. Die anderen vier sind veraltet und waren im Zuge des Beitritts Bulgariens zur Europäischen Union im Jahr 2007 stillgelegt worden. Einer der noch laufenden Reaktoren soll womöglich bis 2047 in Betrieb bleiben, der andere bis 2021.

Einziger Trost für die Bulgaren: Als Netto-Empfängerland müssen sich auch die EU-Steuerzahler indirekt an der Zahlung beteiligen.

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