Iran sichert sich Ausnahme vom Opec-Abkommen

Der Iran wird die Ölförderung im Zuge des Opec-Abkommens nicht senken, sondern ausbauen. Die Sonderrechte sind Folge der Sanktionen des Westens.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Anders als der Erzrivale Saudi-Arabien darf der Iran seine Ölförderung steigern. Die Vereinbarung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) erlaube es dem Iran, im ersten Halbjahr 2017 seine Produktion um 90.000 Barrel (jeweils 159 Liter) pro Tag zu steigern, berichteten iranische Staatsmedien am Donnerstag. Russland forderte seine Ölkonzerne zu einer Drosselung der Produktion zum Jahreswechsel auf, um die Ölpreise anzukurbeln.

Noch vor neun Monaten hätten die Opec-Länder darauf bestanden, dass der Iran seine Produktion bei 3,6 Millionen Barrel pro Tag einfriere, hieß es in den iranischen Berichten. Nun sei „endlich“ die neue Fördermenge von 3,9 Millionen Barrel täglich möglich. Im Oktober lag die Fördermenge bei 3,76 Millionen Barrel am Tag.

Der Iran verfügt über die viertgrößten Ölreserven der Welt. Das Land hatte sich geweigert, die Produktion zu drosseln, weil es wieder das Ölförderniveau erreichen wollte, das es vor der Verhängung westlicher Sanktionen im Atomstreit hatte. Teheran forderte zugleich eine Drosselung für Saudi-Arabien, da es dem Königreich vorwirft, von den mittlerweile beendeten Sanktionen gegen den Iran profitiert zu haben.

Die großen Ölstaaten hatten am Mittwoch beschlossen, erstmals seit acht Jahren ihre Fördermenge zu reduzieren. Ab dem 1. Januar sollen täglich 32,5 Millionen Barrel gefördert werden, 1,2 Millionen Barrel weniger als bisher. Anders als die anderen Opec-Mitglieder müssen neben dem Iran auch Nigeria und Libyen ihre Ölfördermenge nicht senken.

Als bedeutendes Ölland außerhalb der Opec bekräftigte Russland am Donnerstag den Willen, die eigene Förderung ab nächstem Jahr um 300.000 Barrel pro Tag zu senken. „Diese Idee muss von allen im gleichen Umfang umgesetzt werden“, sagte Energieminister Alexander Nowak laut russischen Nachrichtenagenturen an die Adresse der heimischen Ölkonzerne. Er gehe davon aus, dass alle mitmachen.

Russland ist kein Mitglied des Ölkartells. Die niedrigen Ölpreise und die westlichen Sanktionen im Ukraine-Konflikt setzten der russischen Wirtschaft extrem zu. Die nun von den Ölstaaten beschlossenen Maßnahmen sollen die Ölpreise wieder ankurbeln.

 

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick