ATU hofft auf Rettung vor der Pleite

Die von der Insolvenz bedrohte Werkstattkette A.T.U ist nach Angaben des Weidener Oberbürgermeisters gerettet.

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Die von der Insolvenz bedrohte Werkstattkette ATU ist nach Angaben des Weidener Oberbürgermeisters gerettet. „Die Kuh ist vom Eis. Bei den Verhandlungen in New York wurde in letzter Sekunde eine Einigung erzielt“, sagte Kurt Seggewiß am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Um Mitternacht wäre die Drei-Wochen-Frist abgelaufen, innerhalb derer sich ATU mit dem Vermieter von fast der Hälfte seiner rund 600 Standorte, der niederländischen Lino, einigen musste. Hinter Lino stecken als Kreditgeber die Deutsche Bank und der Hedgefonds Davidson Kempner. An der ausgehandelten deutlichen Senkung der Mieten hängt der rettende Verkauf von A.T.U an den französischen Konkurrenten Mobivia.

Der Machtpoker habe bis zum Schluss gedauert, sagte der Weidener Oberbürgermeister Seggewiß, in dessen Stadt ATU seinen Hauptsitz hat. Er habe nach der Einigung mit Firmenchef Jörn Werner gesprochen. „In allerletzter Sekunde hat die Deutsche Bank eingelenkt“, sagte der Politiker. Zu Details äußerte er sich nicht. ATU wollte die Einigung weder bestätigen noch dementieren. Auch die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Insidern zufolge sind die Verträge noch nicht unterschrieben.

Eine mit den Verhandlungen vertraute Person sagte Reuters, die Zahlungen für die 273 von Lino an ATU vermieteten Standorte sollen von zuletzt rund 57 Millionen Euro auf unter 30 Millionen Euro sinken. Über eine Laufzeit von 20 Jahren hinweg ergäben sich dadurch Einsparungen von rund 600 Millionen. Eine drastische Mietsenkung hatte der französische Käufer Mobivia zur Voraussetzung für die Übernahme von ATU gemacht. Die Werkstattkette aus Weiden ist im Besitz von mehreren Hedgefonds wie dem US-Unternehmen Centerbridge; sie waren 2013 durch einen Tausch von Schulden in Anteile bei ATU eingestiegen und hatten den Finanzinvestor KKR als Eigentümer abgelöst.

SPD-Politiker Seggewiß sagte, der Verkauf an Hedgefonds habe für die Werkstattkette viele Probleme mit sich gebracht. ATU sei die Schuldenlast aufgebürdet worden, so dass nie Geld für die Weiterentwicklung des Geschäfts da gewesen sei. Mit Mobivia kann sich ATU nach Ansicht des Oberbürgermeisters jetzt strategisch und langfristig aufstellen. Für die rund 10.000 Beschäftigten sei die Einigung „ein vorgezogener Heiligabend“. ATU leidet seit Jahren unter dem Trend zu Markenwerkstätten und unter zahlreichen Management-Wechseln. ATU betreibt 577 Autowerkstätten in Deutschland und weitere in Österreich und der Schweiz und kam im Geschäftsjahr 2015/16 (30. Juni) auf rund eine Milliarde Euro Umsatz.

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