China stoppt Lieferungen von Treibstoff nach Nordkorea

China hat die Lieferungen von Treibstoff nach Nordkorea offenbar gestoppt.

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Chinas Präsident Xi Jinping am 05.03.2017 während der Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses in der Großen Halle des Volkes in Peking. (Foto: dpa)

Chinas Präsident Xi Jinping am 05.03.2017 während der Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses in der Großen Halle des Volkes in Peking. (Foto: dpa)

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Der staatliche Ölkonzern China National Petroleum hat Quellen zufolge die Lieferung von Benzin und Diesel nach Nordkorea gestoppt. Grund dafür seien Befürchtungen, dass die Rechnungen nicht beglichen werden könnten, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Angesichts der jüngsten US-Sanktionen achteten Banken verstärkt darauf, keine Geschäfte mehr mit Nordkorea zu machen. Deswegen blieben angeblich vermehrt Rechnungen offen. „Es lohnt das Risiko nicht mehr“, sagte ein Insider. Damit steigt der Druck auf die Regierung in Pjöngjang, die wegen ihres Atom- und Raketenprogramms weitgehend isoliert ist. Nordkorea bezieht nahezu seinen gesamten Treibstoff aus China, wichtigster Lieferant ist China National Petroleum.

Es sei bereits zu Zahlungsausfällen gekommen, sagte ein Insider. Der chinesische Staatskonzern exportiere ohnehin nur gegen Vorauskasse nach Nordkorea. Rohöl werde dagegen weiterhin geliefert, hieß es. Die chinesische Regierung und die nordkoreanische Botschaft in Peking wollten sich nicht dazu äußern, das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

2017 lieferte China gut 96.000 Tonnen Benzin und etwa 45.000 Tonnen Diesel nach Nordkorea, wo der Treibstoff von Fischern und Landwirten, aber auch vom Militär genutzt wurde. Schon zuletzt gingen die Ausfuhren zurück, und der Preis für Treibstoff schnellte in Nordkorea in die Höhe. Nach den jüngsten Raketentests hatte China sein Vorgehen gegenüber Nordkorea deutlich verschärft und führt etwa seit mehreren Monaten keine Kohle mehr aus dem Land ein. US-Präsident Donald Trump hatte die Regierung in Peking dazu gedrängt, ihren Einfluss stärker zu nutzen, um das kommunistische Land zum Einlenken im Streit um das Atom- und Raketenprogramm zu bewegen.

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