Studie: Kleine Schweizer Privatbanken kämpfen ums Überleben

Etliche kleine Schweizer Privatbanken könnten Opfer der Konsolidierung im Banken-Sektor werden.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Die Schweizer Privatbanken-Branche ist im Umbruch. (Foto: dpa)

Die Schweizer Banken-Branche ist im Umbruch. (Foto: dpa)

Knapp ein Viertel aller Schweizer Privatbanken dürfte nach Einschätzung der Beratungsfirma zeb in den kommenden fünf Jahren das Handtuch werfen. Von zuletzt 130 Instituten blieben bis 2021 voraussichtlich noch rund hundert übrig, sagte Heinz Rubin, Managing Partner des auf die Finanzbranche spezialisierten Beratungsunternehmens zeb am Mittwoch. „Ich weiß von einigen Banken, die in Abwicklung sind.“ Es handle sich vor allem um kleine Institute mit weniger als einer Milliarde an verwalteten Vermögen. Andere kleine Häuser seien auf der Suche nach Zukäufen, um ihre Infrastruktur mit zusätzlichen Kundengeldern besser auszulasten und so ihr Überleben zu sichern.

Bereits in den vergangenen Jahren haben sich viele – vor allem ausländische Banken – aus dem Schweizer Markt zurückgezogen und ihre Töchter verkauft. Grund dafür sind zum einen hohe Kosten durch die zunehmende Regulierung und für teure neue IT-Systeme, wie die Berater erklärten. Zudem sind die Bankkunden weniger bereit, den Instituten hohe Gebühren für die Verwaltung ihres Vermögens zu bezahlen. Das mache sich in einem zunehmenden Preiskampf bemerkbar. Konkurrenz bekommen die Vermögensverwalter hier durch passiv verwaltete Anlagevehikel, die einfach einen bestimmten Index abbilden. Die hätten sich zuletzt deutlich besser entwickelt als die aktiv verwalteten Fonds der Schweizer Privatbanken – und das zu für den Kunden deutlich geringeren Kosten.

Die sinkenden Gebühren und höheren Kosten machen sich auch in den Margen der Finanzinstitute bemerkbar: Sie dürften nach Einschätzung von Rubin weiter sinken. Die Banken müssten daher ihre Kosten weiter senken und versuchen, ihre Kunden mit neuen – auch zunehmend digitalen Angeboten – zu überzeugen. Die Studie untersucht den Schweizer Privatbanken-Markt – ohne die beiden Großbanken UBS und Credit Suisse.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***