Flüssiggas aus den USA ist zu teuer für China

US-amerikanische Produzenten von Flüssiggas wollen den chinesischen Markt erobern. Das Vorhaben könnte an den von ihnen geforderten hohen Preisen scheitern.

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US-amerikanische Produzenten von verflüssigtem Erdgas („liquified natural gas – LNG) wollen ihre Exporte nach China deutlich steigern. Zu diesem Zweck werden zahlreiche Vertreter der Branche US-Präsident Donald Trump und Handelsminister Wilbur Ross Anfang November auf ihrer Reise nach China begleiten. Wie der englischsprachige Dienst von Reuters berichtet, stammen 10 der 29 Unternehmen, die Trump und Ross begleiten werden, aus der Energiebranche. „Wir sind auf einer Mission, um mit den Chinesen zu reden und Verträge zu unterzeichnen“, wird der Gründer des LNG-Ausrüsters Delfin Midstream von Reuters zitiert.

China ist der drittgrößte Markt für Flüssiggas und gilt aufgrund hoher Wachstumsraten als Zukunftsmarkt. Im Jahr 2015 importierte das Land rund 62.000 Tonnen LNG. Im Jahr 2016 waren es bereits rund 200.000 Tonnen. Im laufenden Jahr dürfte es eine weitere beträchtliche Steigerung geben, weil die Regierung zahlreiche Regionen im Norden und Nordosten des Landes mit Erdgas statt mit Kohle beheizen will. Zudem sollen zehntausende Boiler auf den Gasbetrieb umgestellt werden, um die Emissionen von Schadstoffen zu reduzieren. Die Regierung in Peking rechnet damit, dass der Bedarf an Erdgas bis zum Jahr 2020 auf 320 Milliarden bis 360 Milliarden Kubikmeter steigen wird – die Steigerung wäre in etwa so groß wie der gesamte japanische Bedarf eines Jahres.

Die Expansion nach China dürfte den Amerikanern jedoch nicht leichtfallen. Im Gegensatz zu den Platzhirschen aus Australien, Katar und Malaysia bieten sie ihr Erdgas zu weitaus höheren Preisen an. So lag der durchschnittliche Preis, den China für US-amerikanisches LNG bezahlte, in den vergangenen 12 Monaten bei 7,62 Dollar pro Millionen Britischer Thermaleinheiten (mmBtu). Der Durchschnittspreis für australisches LNG lag dagegen bei 6,54 Dollar.

Die gegenwärtig mit Australien und Katar vereinbarten Verträge gelten bis in die 2030er Jahre. Die Chinesen scheuen zudem davor zurück, mit den Amerikanern langfristige Verträge abzuschließen, weil nicht klar ist, wie sich die Preise in den kommenden Jahren entwickeln werden. Reuters berichtet, dass sie deshalb – wenn überhaupt – Lieferverträge mit Laufzeiten unter 5 Jahren abschließen werden.