Möbel-Konzern Steinhoff: Gläubiger ziehen Kreditlinien zurück

Die Gläubiger des weltweit zweitgrößten Möbelkonzerns Steinhoff werden unruhig.

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Wegen möglicher Bilanzfälschungen gerät der Poco-Mutterkonzern Steinhoff immer mehr in die Bredouille. Gläubiger zögen zunehmend Kreditlinien zurück oder setzten sie aus, teilte der deutsch-südafrikanische Möbelkonzern am Dienstag laut Reuters mit. Um Stabilität zu sichern, sei weitere Unterstützung der Gläubiger und anderer Anteilseigner nötig. Zum Ausmaß der Unregelmäßigkeiten könne Steinhoff noch keine Angaben machen.

Auch die EZB gehört zu den Gläubigern des Unternehmens.

Die Nachrichten lösten an der Börse erneute Verkäufe aus. Die MDax-Titel gaben um mehr als 16 Prozent auf 48 Cent nach. Damit verloren die Aktien in den vergangenen zwei Wochen 85 Prozent an Wert.

Gegen Steinhoff laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Wegen der Vorwürfe hatte der Poco-Mutterkonzern zuletzt die Veröffentlichung von Geschäftszahlen verschoben und seine Bilanz 2016 mit der Begründung zurückgezogen, dass die Zahlen nicht mehr zuverlässig seien.

Laut der bisherigen Bilanz 2016 steht Steinhoff mit über 16 Milliarden Euro bei Banken in der Kreide. Der Konzern, der in den vergangenen Jahren weltweit auf eine milliardenschwere Einkaufstour von Österreich bis Australien gegangen war, gilt als der zweitgrößte Möbelhändler der Welt hinter Ikea.