USA liefern Kohle für neue Kraftwerke in Fukushima

Die USA werden Japan künftig mit Kohle beliefern. Die Lieferungen gehen an Kombikraftwerke mit integrierter Kohlevergasung in der Präfektur Fukushima.

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Ein Kohleverladehafen in Ohio. (Foto: dpa)

Ein Kohleverladehafen in Ohio. (Foto: dpa)

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Der US-Kohleproduzent Cloud Peak Energy Logistics (CPEL) hat einen Exportvertrag zur Lieferung von Kohle an zwei neue IGCC-Kraftwerke (Integrated Coal Gasification Combined Cycle) in Japan unterzeichnet.

Im Rahmen der Vereinbarung mit dem Handelsunternehmen JERA Trading in Singapur wird CPEL Kohle aus seinem Spring Creek-Bergwerk in Montana liefern. Im Einzelnen wird BNSF Railway Kohlevorkommen an die Westshore-Terminals in Vancouver transportieren, wo sie auf Frachtschiffe zur Lieferung an die japanischen Kraftwerke in der Präfektur Fukushima verladen werden.

Die Kohletransporte sollen bereits Ende 2019 beginnen und 30 bis 40 Monate andauern.

Colin Marshall, Präsident von Cloud Peak Energy, sagte dem Online-Magazin Mining Technology: „Cloud Peak Energy ist erfreut, Teil des IGCC-Projekts in Fukushima zu sein und Japans Investitionen in die Kohletechnologie der nächsten Generation zu unterstützen. Wenn ähnliche Anlagen in den USA gebaut würden, würde dies viel dazu beitragen, die Bedenken hinsichtlich der CO2-Emissionen auszuräumen und gleichzeitig kostengünstigen, zuverlässigen Strom zu liefern.”

Ronan Lory, Geschäftsführer von JERA Trading, wörtlich: „JERA Trading ist froh, mit Cloud Peak Energy ein langfristiges Kohleeinkaufs-Abkommen abgeschlossen zu haben. Es zeigt, dass Nordamerika ein wichtiger Lieferant von Qualitätskohle ist.”

Die beiden IGCC-Anlagen werden von Mitsubishi zusammen mit Mitsubishi Heavy Industries, Mitsubishi Electric, der Tokyo Electric Power Company Holdings und Joban Joint Power gebaut und entwickelt.

Die erste neue IGCC-Anlage wird voraussichtlich ab September 2020 in Betrieb gehen.

Hintergrund zu IGCC-Kraftwerken

IGCC-Kraftwerke sind Kombikraftwerke mit integrierter Kohlevergasung. RWE führt dazu aus: „Bei einem IGCC-Kraftwerk wird die Kohle nicht in einem herkömmlichen Dampfkraftwerk verfeuert, sondern zunächst getrocknet und dann in einem Vergaser mit Luft oder reinem Sauerstoff bei hohen Temperaturen und unter Druck in ein brennbares bzw. reaktives Gas umgewandelt. Das aus den Hauptbestandteilen Kohlenmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2) bestehende Gas wird anschließend gekühlt und von Partikeln und anderen unerwünschten Bestandteilen gereinigt. Mit Hilfe von Wasserdampf kann dann CO in einer sogenannten Shift-Stufe zu Kohlendioxid (CO2) und weiterem H2 umgewandelt werden.”

Kohle wird bei der IGCC-Technologie nicht direkt verfeuert, sondern bei hohen Temperaturen und hohem Druck in ein Synthesegas umgewandelt. Das bei diesem Prozess entstehende Kohlendioxid kann effizient abgetrennt und einer Endlagerung zugeführt werden, so die dpa.