Polizei bereitet sich auf Proteste in Köthen vor

Nach dem Tod eines jungen Mannes bereitet sich die Polizei in Köthen auf Demonstrationen vor.

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09.09.2018, Sachsen-Anhalt, Köthen: Gläubige sitzen während einer Andacht für einen getöteten 22-Jährigen in der St.-Jacob-Kirche. (Foto: dpa)

09.09.2018, Sachsen-Anhalt, Köthen: Gläubige sitzen während einer Andacht für einen getöteten 22-Jährigen in der St.-Jacob-Kirche. (Foto: dpa)

Nach einem Todesfall in Köthen bereitet sich die Polizei laut dpa auf Proteste in der Stadt in Sachsen-Anhalt vor. Die Linken-Politikerin Henriette Quade meldete für Sonntag eine Demonstration „gegen rechte Hetze“ an, die um 18 Uhr am Bahnhof beginnen sollte. In sozialen Netzwerken riefen außerdem rechte Gruppierungen zur Teilnahme an einem „Trauermarsch“ auf. Köthens Bürgermeister Bernd Hauschild (SPD) riet auf seiner Facebookseite von der Teilnahme an dieser Kundgebung ab, da ihm „Informationen vorliegen, dass auch gewaltbereite Gruppen von außerhalb Köthens in großer Zahl anreisen werden“.

Die Magdeburger Volksstimme berichtet, die Stimmung sei nach dem Todesfall „aufgeheizt“. In der St. Jacobs-Kirche wurde am Sonntag eine Trauerandacht abgehalten. Die evangelische Kirche rief die Bevölkerung zu Ruhe und Besonnenheit auf.

Die Mitteldeutsche Zeitung schreibt, dass die zwei verdächtigen Afghanen – der Hauptverdächtige ist 20, der zweite 18 Jahre alt – polizeibekannt sein sollen: „Der eine soll eine Aufenthaltserlaubnis haben, der zweite hingegen sollte eigentlich bereits abgeschoben werden. Das wurde nach MZ-Informationen bisher verhindert, weil gegen ihn die Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Im Prinzip hätte der Mann aber mittlerweile abgeschoben worden sein sollen, nachdem die Ausländerbehörde des Kreises Anhalt-Bitterfeld erneut bei der Staatsanwaltschaft Dessau vorstellig geworden ist. Die Staatsanwaltschaft soll am vergangenen Donnerstag nun grünes Licht für die Abschiebung gegeben haben – das entsprechende Schreiben hat die Ausländerbehörde aber noch nicht erreicht.

Bei dem zweiten beteiligten Deutschen soll es sich laut MZ um den 27-jährigen Bruder von Markus B. handeln. Er soll den Behörden als Rechtsextremist aufgefallen sein.