Seehofer versetzt Maaßen in einstweiligen Ruhestand

Bundesinnenminister Seehofer hat Verfassungsschutzpräsident Maaßen in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

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Antifa Zeckenbiss: Horst Seehofer und Hans-Georg Maaßen am 12.09.2018 in Berlin. (Foto: dpa)

Horst Seehofer und Hans-Georg Maaßen am 12.09.2018 in Berlin. (Foto: dpa)

Innenminister Horst Seehofer versetzt Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen in den einstweiligen Ruhestand. Seehofer sagte am Montag in Berlin, das am Vortag öffentlich bekannt gewordene Manuskript einer Abschiedsrede Maaßens enthalte «inakzeptable Formulierungen». Aus diesem Grund sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich.

Bis zur förmlichen Entscheidung des Bundespräsidenten über die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand sei der Verfassungsschutzpräsident von seinen Aufgaben entbunden, sagte Seehofer. Maaßens bisheriger Stellvertreter Thomas Haldenwang soll vorläufig seine Aufgaben übernehmen, bis zeitnah im Kabinett über die Nachfolge entschieden werde.

Grund für die Entscheidung war eine Rede Maaßens vor internationalem Geheimdienst-Publikum, in der er von teilweise linksradikalen Kräften bei den Sozialdemokraten gesprochen hatte. Sich selbst bezeichnete Maaßen als Kritiker einer «naiven und linken Ausländer- und Sicherheitspolitik». Seehofer nannte dies eine «Grenzüberschreitung». Natürlich sei er in diesem Zusammenhang auch «ein Stück weit menschlich enttäuscht», sagte er.

«Vor diesem Hintergrund ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von ihm mit mir, aber auch mit allen Beteiligten in welcher Funktion auch immer nicht mehr möglich.» Die Entscheidung sei auch als Signal zu verstehen, die «sachorientierte Arbeit der Koalition zu unterstützen und voranzutreiben».