Sicherheits-Experten warnen vor Anschlägen auf Trump-Hotels

Lesezeit: 3 min
25.01.2017 01:23
Die Immobilien und Hotels von US-Präsident Trump sind nach Ansicht von US-Sicherheitsanalysten einer erhöhten Terror-Gefahr ausgesetzt. Trump-Arbeiter könnten entführt oder getötet werden, um Lösegeld zu erpressen.
Sicherheits-Experten warnen vor Anschlägen auf Trump-Hotels

Nach Angaben von US-Sicherheitsanalysten sollen die weltweiten Immobilien und Hotels von US-Präsident Donald Trump einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sein, von Terroristen angegriffen zu werden. Es sei sogar denkbar, dass die Arbeiter von Trump von kriminellen Banden und Terroristen entführt werden, um Lösegeld zu fordern. „Sie könnten einen Trump-Arbeiter entführen und noch nicht mal gewillt sein, zu verhandeln“, zitiert die Nachrichtenagentur AP den Politikwissenschaftler von der RAND Corporation, Colin P. Clarke.

Auch die Beraterin von Trumo, Kellyanne Conway, fürchtet um ihre Sicherheit: Sie hat verstärkten Personenschutz erhalten, nachdem zahlreiche Morddrohungen gegen sie eingegangen sind, berichtet die New York Post. Bereits die Beraterin von Barack Obama, Valerie Jarrett, war vom Secret Service geschützt worden.

In den vergangenen Jahren wurde zwar US-Gebäude Ziele von Terrorangriffen, doch keines der Gebäude gehöre zum Privatbesitz eines US-Präsidenten. Das ist der wesentliche Unterschied zur aktuellen Situation. Aus einer Erklärung des Trump-Konzerns geht hervor, dass die weltweiten Geschäftsvertretungen eng mit den lokalen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um die Sicherheit der Gebäude und der Gäste und Mitarbeiter zu gewährleisten. Kim Ok Kyu, der in einer Wohnung des Trump-Towers in Seoul lebt, sagte AP, dass die Sicherheit im Tower ziemlich gut sei. Es gebe viele Wachposten und strenge Zutrittsbeschränkungen. „Terror? Darüber denke ich nicht nach. Ich hoffe nur, dass meine Immobilienpreise steigen“, so Kim.

Doch andere Trump-Immobilien und Hotels befinden sich in Regionen, die bereits Ziele von Terroranschlägen geworden sind. So hat die Terror-Miliz ISIS in der türkischen Metropole Istanbul mehrmals Anschläge verübt. Auch dort befindet sich ein Trump-Tower. Die Gruppe Jemaah Islamiyah verübte im Jahr 2002 in Bali Bombenanschläge, bei denen 202 Menschen ums Leben kamen. Dort plant Trump ein Luxxus-Ressort unter seinem Namen. Balis Polizeisprecher Hengky Widjaja sagt, dass es keine Pläne für besondere Sicherheitsmaßnahmen gebe. In der Stadt Mumbai befindet sich ein Trump-Tower. Dort hatte eine Terror-Gruppe im Jahr 2008 einen Anschlag verübt, bei dem 166 Menschen ums Leben kamen. Der Polizeisprecher von Mumbai, Ashok Dudhe, sagt, dass ihm keinerlei zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen am Trump-Tower bekannt seien. Ein weiterer Trump-Tower wird in der philippinischen Haupstadt Manila gebaut. Auf den Philippinen ist die Terrorgruppe Abu Sayyaf aktiv, die häufig Menschen entführt, um Lösegelder zu fordern. Nach Angaben der philippinischen Polizei seien bisher keinerlei Hinweise für besondere Risiken für die Besitztümer von Trump eingegangen.

Seit einem Anschlag im September hat der philippinische Präsident Rodrigo Duterte einen „Zustand der Gesetzeslosigkeit“ ausgerufen. Sogar Trumps Golf-Ressort in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) könnte Ziel eines Anschlags werden, so AP. Im Dezember 2014 wurde ein US-amerikanischer Lehrer in Abu Dhabi auf den Toiletten einer Einkaufspassage erstochen. Der Täter soll ein Extremist gewesen sein. Die lokalen Behörden haben bisher mehrere Personen unter Terrorverdacht festgenommen. In den VAE sind 5.000 US-Soldaten stationiert. In Dubai gab es bisher keinerlei zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen auf dem Trump-Golfressort. Christopher A. Hagon, Gesellschafter der Incident Management Group und ehemaliger Londoner Polizeibeamter, sagt, dass alle Trump-Anwesen von externen Sicherheitsexperten begutachtet werden sollen. Allerdings könne man kommerzielle Gebäude nicht wie US-Botschaften schützen, die von Betonwänden umgeben sind. „Es gibt keine vollständige Antwort auf diese Dinge, es sei denn, sie haben ein Militärlager und sie können alles tun, was Sie wollen. Man muss Kompromisse schließen, aber hoffen, dass diese Kompromisse den Gesamtansatz nicht schwächen“, so Hagon.

Nach Ansicht von Sicherheitsanalysten könnten völlig unabhängig von den Gebäuden die Personalmitglieder bedroht, beraubt oder gefangen gehalten werden. Gemäß dem US-amerikanischen Recht ist der Secret Service, der Geheimdienst des Präsidenten, berechtigt, den Präsidenten, den Vizepräsidenten und ihre unmittelbaren Familien zu schützen. Dazu gehören seine Söhne Eric und Donald Jr., die den Trump-Konzern führen werden. Der Secret Service und die New Yorker Polizei haben bereits angekündigt, den Trump Tower in New York schützen zu wollen, da der Präsident dort lebt und arbeitet. Cathy Milhoan vom Secret Service sagte AP, dass Details zu den Schutzmaßnahmen nicht kommentiert werden. Die Schutzmaßnahmen erstrecken sich auf alle Bereiche, wo der Präsident und seine unmittelbare Familie sich befinden.

Nach Meinung von James Clapper, dem ehemaligen Direktor der US-Geheimdienste, werden die Bedrohungen für Trump real, sobald Trump seine Regierungsgeschäfte aktiv angeht. Denn dann könnten militante Gruppen sich dazu entscheiden, ihn mit der Entführung einer seiner Arbeiter „zu verspotten, zu quälen oder zu necken“.

„Wenn eine Führungskraft von Goldman Sachs oder JPMorgan oder Exxon Mobil gekidnappt wird, sind es Nachrichten, doch es sind nicht die Firmen des Präsidenten“, so Clarke.


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