Finanzen

Maschinenbauer beklagen Fachkräfte-Mangel

Lesezeit: 2 min
16.10.2017 02:07
Dem deutschen Maschinenbau fehlen die Fachkräfte für die Digitalisierung. Von der Einwanderung hat die Industrie noch nicht profitiert.
Maschinenbauer beklagen Fachkräfte-Mangel

Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Deutsche Unternehmen im Maschinenbau sind derzeit gut aufgestellt. Eine Sektor-Analyse der Commerzbank kommt zu dem Schluss, dass die Produktion in dieser Branche in den Jahren 2017 und 2018 voraussichtlich um mehr als 2 Prozent zulegen wird. Im Jahr 2016 sah das noch anders aus, als das Wachstum praktisch stagnierte. Die Ebit-Marge, also das operative Ergebnis gemessen am Umsatz, wird im Branchenschnitt im laufenden Jahr bei rund 5 Prozent liegen. „Das Geschäftsklima im deutschen Maschinenbau ist so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr“, sagt Alexander Mann, Sector Head Industrials der Commerzbank.

Dem Bericht der Commerzbank zufolge spielen deutsche Unternehmen eine Vorreiterrolle dabei, Industrie 4.0 und digitale Lösungen einzuführen. Dabei werden Prozesse in eine für Maschinen verständliche Sprache übersetzt. Dies ermöglicht eine Kommunikation über digitale Schnittstellen. In der „smart factory“ kommunizieren Maschinen untereinander, mit dem Werkstück und mit den Mitarbeitern. Chancen liegen laut Studien in einer erhöhten Wertschöpfung. Auch besteht eine Nachfrage an smarten Maschinen. Doch Digitalisierung und Vernetzung bergen auch Risiken für Unternehmen.

Ein großes Risiko liegt demnach im Bereich Cybersicherheit. Das ergab eine Befragung des Branchenverbandes VDMA aus dem Jahr 2016. So erhöht sich die Gefahr von Produktpiraterie beispielsweise beträchtlich. Bei Angriffen von Hackern können sensible oder geheime Daten von Unternehmen an die Konkurrenz verloren gehen. 70 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, von Produkt oder Markenpiraterie betroffen zu sein. Außerdem betrachteten 41 Prozent der befragten Unternehmen ihre Datensicherheit mit Sorge. Dabei stellt ein Schutz vor Diebstahl von Daten eine Voraussetzung dar, dass sich Unternehmen über Firmengrenzen hinweg vernetzen können. Des Weiteren bestehen Anforderungen an Datenschutz, was 35 Prozent der befragten Unternehmen als Schwierigkeit beim Ausbau von digitalen Lösungen angab. Wenn sich Unternehmen mit Kunden und Lieferanten vernetzen, könnten wissentlich oder unwissentlich Interna preisgegeben werden.

Mit ähnlichen Problemen haben auch anderen Branchen zu kämpfen, wie eine DIHK-Umfrage aus dem laufenden Jahr ergibt. Die Sicherheit der unternehmenseigenen IT-Infrastruktur rückt in den Fokus. Demnach erachten 96 Prozent der befragten Unternehmen Datensicherheit als wichtig oder sehr wichtig. Zu den Gefahren gehören laut dem Bericht Sabotage und Spionage: Konfigurationen von Maschinen könnten ausgespäht, Steuerungen manipuliert oder Einfluss auf die Qualitätssicherung genommen werden. Dazu genügt es Angreifern, Befehlssätze, Schnittstellen und Zugangspunkte zu kennen.

Auch die Politik ist gefordert. „Die Politik muss verstehen, dass bei Themen wie Datenaustausch oder Cybersecurity bei einer Werkzeugmaschine andere Lösungen gefragt sind als bei einem Fernseher“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Geschäftsführer des VDMA, im Rahmen des EU-Digitalgipfels in Tallin Ende September. Der Verband fordert einen europäischen Rahmen für Industrie 4.0. Das produzierende Gewerbe müsse stärker in den Fokus einer Digitalpolitik rücken. Im August stellte der Branchenverband VDMA ein Diskussionspapier vor, wie ein europäischer Rahmen für Industrial Security zugeschnitten sein könnte. Demnach müssten Regeln für Cybersecurity im gesamteuropäischen Binnenmarkt verankert werden. Denn Attacken aus dem Netzen machten nicht vor Landesgrenzen halt.

Ein weiteres beträchtliches Problem des deutschen Maschinenbaus stellt der Fachkräftemangel dar. Dieser erschwert es Unternehmen aus der Branche, geeignete Mitarbeiter zu finden. Bei einer Befragung des Branchenverbandes VDMA im Jahr 2014 sahen mehr als die Hälfte der Unternehmen darin die größte Hürde in der digitalen Entwicklung. Eine Antwort darauf könnte eine im Unternehmen gebotene Qualifizierung sein. Ein ähnliches Bild zeichnet sich in vielen Branchen ab. In einer Befragung des DIHK erachteten es 94 Prozent der Unternehmen als wichtig oder sehr wichtig, ihre Mitarbeiter im Zuge der Digitalisierung weiterzubilden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Deutschland
Deutschland Grüne nominieren Baerbock als Kanzlerkandidatin - oberstes Ziel ist die „Klima-Neutralität“

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. Baerbock wird dem Ziel, die...

DWN
Technologie
Technologie Frankreichs Militär testet Roboter im Häuserkampf

Das französische Militär hat getestet, wie sich eine Reihe von Robotern im Häuserkampf bewähren. Ein Soldat berichtet, dass eine...

DWN
Politik
Politik WHO kritisiert Corona-Impfzwang bei internationalen Reisen

Das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation spricht sich gegen verpflichtende Corona-Impfnachweise bei internationalen Reisen aus....

DWN
Finanzen
Finanzen Darum sollten Sie Ihren Nachlass rechtzeitig regeln

Niemand denkt gerne an den eigenen Tod. Und doch ereilt er uns irgendwann alle. Vor allem, wenn man selbst Kinder hat, sollte man früh...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Industrie schwimmt in Aufträgen - "Reichweitenrekord"

Der Auftragsbestand der deutschen Industrie ist den neunten Monat in Folge gewachsen. In der Folge ist die sogenannte "Reichweite" auf...

DWN
Deutschland
Deutschland Mittelstand verzichtet wegen Corona auf Weiterbildung der Mitarbeiter

Vielen mittelständischen Firmen fehlt es in der Krise an Geld und Zeit für die Weiterbildung der Beschäftigten. Die Förderbank KfW...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ABN Amro zahlt halbe Milliarde Euro für Geldwäsche-Verstöße

Die niederländische Bank ABN Amro muss wegen Geldwäsche-Verstößen knapp eine halbe Milliarde Euro bezahlen. Der Skandal hat die gesamte...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Zentralbanken: Aufbruch in neue monetäre Welten

Im Windschatten der Coronakrise betritt die EZB monetäres Neuland. Rettungspakete von tausenden Milliarden Euro werden schon bald nichts...