Gemischtes

Silvester: Schutzzone für Frauen am Brandenburger Tor

Lesezeit: 2 min
31.12.2017 02:02
Die Veranstalter der Berliner Silvester-Party haben besondere Vorkehrungen zum Schutz von Frauen getroffen.
Silvester: Schutzzone für Frauen am Brandenburger Tor

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Die Veranstalter der Silvester-Party haben eine Schutzzone für Frauen eingerichtet, in der ihnen im Fall von sexuellen Übergriffen geholfen werden soll.

Die Berliner Polizei berichtet über eine Neuerung bei der diesjährigen Silvester-Party: „Durch den Veranstalter wurde eine Anlaufstelle/Schutzzone für Frauen, die Opfer eines Sexualdeliktes wurden bzw. sich belästigt fühlen, eingerichtet. Diese WOMEN’S SAFETYAREA finden Sie beim DRK im südlichen Bereich der Ebertstraße Süd/Platz des 18. März. Hierhin können Sie sich wenden, wenn Sie sich belästigt fühlen!"

Die Polizei weist Teilnehmer an der Party auf das richtige Verhalten hin: "Meiden Sie aggressive Personen und Gruppen! Weisen Sie klar und unmissverständlich darauf hin, dass Sie bestimmte Dinge, wie z. B. zu dichtes Herankommen oder Anfassen, nicht wünschen! Machen Sie in einem solchen Fall auf sich aufmerksam! Sprechen Sie andere Feiernde an und bitten um Hilfe!"

Anja Marx vom Veranstalter der Berliner Silvester-Partymeile sagte dem rbb: "Die Polizei berichtete uns von den positiven Erfahrungen der Kollegen aus München. Dort gab es beim vergangenen Oktoberfest solch einen Schutzraum, der von weiblichen Besuchern gut angenommen wurde"

Der rbb weiter: "Zwar habe man laut Marx auf ähnlichen Großveranstaltungen am Brandenburger Tor noch keine größeren Probleme mit Antänzern oder Angrapschern gehabt - vor allem im Vergleich zu den damaligen Ereignisse der Silvesternacht auf 2016 in Köln -, trotzdem gab es in Berlin im vergangenen Jahr mehrere Anzeigen wegen sexueller Belästigung auch auf der Silvesterfeier am Brandenburger Tor. Demnach wurden mehrere Frauen von Männergruppen auf der Festmeile körperlich bedrängt."

Die Süddeutsche Zeitung zitiert Marx mit den Worten: „Diese Schutzzone gibt es nicht. Ich wundere mich, dass es überhaupt so genannt wird. Ich habe diesen Begriff nie benutzt." Es gebe auf dem Gelände vor dem Brandenburger Tor ein Zelt des DRK, so wie jedes Jahr. Zu den diesjährigen Feiern werde „eben eine Dienstleistung mehr angeboten, die Betreuung von Menschen, die belästigt worden sind".

Die SZ zitiert Valeska Jakubowski, Sprecherin der Berliner Polizei, mit der Aussage, dass in der "Women's Safety Area" keine Polizisten stationiert seien. Sie würden nur bei Bedarf hinzugezogen. Es sei "geschultes Personal vor Ort", mit dem die Frauen sprechen könnten. "Es muss ja nicht immer ein Straftatbestand dahinter stecken", sagt Jakubowski.

Die SZ analysiert: "Womöglich hat sie auch da die Erfahrungen aus München im Blick. 254 Mal suchten Frauen während des Oktoberfestes in diesem Jahr dort Hilfe. In fünf Fällen kamen die Frauen, weil sie angaben, sexuelle Gewalt erlebt zu haben. In sieben Fällen waren es andere Formen der Gewalt, dazu gehörte übrigens auch Gewalt durch den eigenen Partner. Mehr als 53 Prozent der Frauen waren dem Personal des Security Points jedoch aus einem anderen Grund dankbar: Sie hatten im Gedränge ihre Freunde, ihren Partner oder ihr Mobiltelefon verloren."

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Pistorius schließt Sicherheitslücke aus - "Menschlicher Fehler" habe Taurus-Leck verursacht
05.03.2024

Nach den ersten Untersuchungen ist ein "individueller Anwendungsfehler" verantwortlich dafür, dass das Gespräch hochrangiger...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold-Rally: Neuer Tag, neuer Preisrekord
05.03.2024

Der Höhenflug von Gold hält weiter an. Jeden Tag gibt es ein neues Rekordhoch. Wo geht die Reise für den Goldpreis hin?

DWN
Unternehmen
Unternehmen Massiver Stellenabbau bei deutschen Großunternehmen – auch Fach- und Führungskräfte betroffen
05.03.2024

Krisenzeit in Deutschland: Großkonzerne streichen massiv Stellen. Die Konjunkturschwäche und hohe Kosten zwingen zum Handeln. Betroffen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kostenlose KI-Schulungen: Unternehmen sollten jetzt aktiv werden
05.03.2024

Kurse über Künstliche Intelligenz können Unternehmen einen enormen Mehrwert bieten. Auf dem Markt gibt es bereits zahlreiche kostenlose...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Tesla-Stromausfall: Produktion bei Berlin steht still - Fabrik evakuiert
05.03.2024

Erst brannte ein Strommast, dann fiel der Strom aus: Die Produktion in der einzigen europäischen Tesla-Autofabrik steht still, die Fabrik...

DWN
Finanzen
Finanzen Rentenpaket: 200 Milliarden Euro Aktienkapital für die Rente - wird unser Geld verzockt?
04.03.2024

Aktienrente - so lautet ein Prestigeprojekt der FDP seit dem Wahlkampf 2021. Doch inzwischen ist wenig passiert, seit Monaten kündigt die...

DWN
Technologie
Technologie DWN-Interview: Deutschland mit E-Autos in die Sackgasse?
04.03.2024

Die EU will ein Ende des Verbrenner-Motors. Doch was würde ein Umstieg auf Elektromobilität für die Bewegungsfreiheit der Bürger und...

DWN
Politik
Politik Lauschangriff aus Russland: Deutschlands Spionageabwehr unzureichend - sind wir zu naiv?
04.03.2024

Die Bundeswehr soll Gefahren von außen abwehren. Doch das Gespräch zweier Offiziere der deutschen Luftwaffe ist zu einem...