Politik

Human Rights Watch: Türkei schießt an der Grenze auf Flüchtlinge aus Syrien

Lesezeit: 1 min
04.02.2018 00:43
Human Rights Watch gibt an, dass türkische Grenzsoldaten auf aus Syrien flüchtende Menschen schießen.
Human Rights Watch: Türkei schießt an der Grenze auf Flüchtlinge aus Syrien

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Türkische Sicherheitskräfte schießen nach Angaben von Human Rights Watch an der syrischen Grenze willkürlich auf Flüchtlinge, die in der Türkei Asyl suchen wollen. "Syrer, die auf der Suche nach Sicherheit und Asyl zur türkischen Grenze fliehen, werden mit Kugeln und Beschimpfungen zur Umkehr gezwungen", kritisierte die stellvertretende Direktorin von Human Rights Watch (HRW) im Nahen Osten, Lama Fakih, am Samstag laut Reuters. Allein zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar hätten nach UN-Angaben knapp 250.000 weitere Menschen Zuflucht im Grenzgebiet gesucht.

Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sagte auf die Vorwürfe angesprochen, die türkischen Soldaten beschützten die Flüchtlinge. Außerdem verfolge die Türkei seit Beginn des Konflikts in Syrien 2011 eine "Politik der offenen Tür". "Wir fragen niemals, ob jemand Kurde, Araber, Muslim oder Christ ist, ob er aus dieser oder jener Region stammt", sagte der Sprecher. Die Türkei hat rund 3,5 Millionen Syrer aufgenommen, mehr als jedes andere Land. Ein ranghoher Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters später, es habe absolut keinen einzigen Fall gegeben, wo an der Grenze auf Zivilisten geschossen worden sei.

Die syrische Armee rückt seit Monaten in die weitgehend von Söldnern kontrollierte Provinz Idlib vor. Die Türkei wiederum startete im Januar eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG in der nahe gelegenen Region Afrin.

"Während die Kämpfe in Idlib und Afrin Tausende weitere Menschen vertreiben, dürfte die Zahl der Syrer weiter wachsen, die an der Grenze in der Falle sitzen und bereit sind, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um in die Türkei zu gelangen", sagte Fakih. Sie forderte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf, den Grenzschützern klare Anweisungen zu erteilen, dass tödliche Gewalt gegen Flüchtlinge ebenso wie Misshandlungen verboten seien. Die Tatsache, dass die Türkei so viele syrische Flüchtlinge aufgenommen habe, entbinde sie nicht von ihrer Verantwortung, den Schutzsuchenden an ihrer Grenze zu helfen.

Ob sich auch Söldner unter die Flüchtenden gemischt haben, um aus Syrien zu entkommen, ist unklar. Im Krieg in Syrien haben Söldner immer wieder Menschen missbraucht, in dem sie Zivilisten als menschliche Schutzschilder verwendeten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Bundestag verlängert juristische Grundlage für Sonderrechte und Corona-Restriktionen

Der Bundestag hat mit der Mehrheit der Regierungsparteien die Fortdauer einer „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ festgestellt.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Meghan nennt britisches Königshaus „die Firma“

Herzogin Meghan hat das britische Königshaus im Streit als „Firma“ bezeichnet. Diese Einschätzung ist zutreffend, die Krone ist...

DWN
Technologie
Technologie Edward Snowden: Die Lockdowns machen Geheimdienste und Konzerne noch mächtiger

Die weltweiten Lockdowns sind die Fortsetzung einer Entwicklung, die der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden seit langem kritisiert:...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Wirtschaft kritisiert Lockdown-Verlängerung: Einzelhandel und Gastgewerbe werden im Regen stehen gelassen

Wirtschaftsverbände kritisieren die neuesten Beschlüsse der Bundesregierung als Nackenschlag für deutsche Firmen - insbesondere für...

DWN
Finanzen
Finanzen Es rollt eine Lawine von faulen Krediten auf die EU-Banken zu

Die EU bestätigt, dass nach der Pandemie eine große Welle von Insolvenzen zu zahlreichen faulen Krediten führen wird.

DWN
Finanzen
Finanzen Wenn sich die Börse überhitzt, bringt Gold Sicherheit ins Portfolio

Die Daten zeigen es: Wenn es an der Börse stark bergab geht, dann haben in der Vergangenheit jene Investoren gut abgeschnitten, die...

DWN
Politik
Politik Lagebericht Libyen: Türkei verhindert erneut UN-Waffenkontrollen im Mittelmeer

Die Türkei hat erneut die Kontrolle von Frachtschiffen durch EU-Marinesoldaten blockiert, deren Ziel das Stellvertreterkriegsland Libyen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neue Technologie: Künstliche Intelligenz entdeckt versteckte Schäden am Auto

Auto-Händlern entstehen durch versteckte Schäden an (Unfall)Autos häufig erhebliche Kosten. Jetzt gibt es eine neue Technologie, die...