Gemischtes
Anzeige
In ganz Europa verfügbar

Carsharing: Mit DriveNow flexibel unterwegs

Carsharing erfreut sich besonders in Städten immer größerer Beliebtheit. Mit der neuen Elektro-Flotte will sich das Unternehmen Drive Now nun auch nachhaltig engagieren.
08.02.2018 08:56
Aktualisiert: 08.02.2018 08:56
Lesezeit: 3 min

Carsharing ist eine Form der Autovermietung, bei der der Kunde einen Rahmenvertrag abschließt – danach kann er die Mietautos selbstständig abholen und nutzen, wann und so lange er will. In Deutschland gibt es annähernd 20.000 Carsharing-Autos in 600 Städten. Bei Anbietern wie stadtmobil oder teilAuto holt der Kunde dieses an einer Station ab.

Bei Free-floating-Anbietern wie car2go oder DriveNow mieten und finden die Kunden ein Auto über Smartphone-Apps ohne feste Abhol- und Rückgabeplätze, die Zeiten werden minutengenau abgerechnet. Stundenpakete lassen sich dort ebenso vorab buchen – so kann das Wunschauto für mehrere Stunden oder sogar einen ganzen Tag lang flexibel genutzt werden.

Fahren Sie clever und profitieren Sie hier von unserem speziellen DWN-Angebot.

Dieses Modell wächst rasant, vor allem in Großstädten. Die Daimler-Tochter car2go hat weltweit inzwischen drei Millionen Kunden – DriveNow, ein gemeinsames Unternehmen von BMW und Sixt, eine Million.

Geld verdienen Autobauer damit noch nicht. Stefan Bratzel von der Wirtschaftshochschule in Bergisch-Gladbach nennt drei Gründe:

  • Carsharing-Autos sind Werbung, Autofahrer können also mal einen Elektro-BMW i3, Mini, Smart oder Mercedes Probe fahren.
  • Eigene Carsharing-Flotten sind für die Autokonzerne ein Absatzkanal, den sie selbst steuern. Wenn 20.000 Autos etwa alle sechs Monate ausgetauscht werden, dann „kommt einiges zusammen“.
  • Internetfirmen drängen mit Fahrdienst-Plattformen und ganz neuen Mobilitäts-Services auf den Markt. Viele junge Großstädter kaufen sich kein eigenes Auto mehr. Müssen die Hersteller somit befürchten, langfristig zu Zulieferern von Google, Apple, Uber oder Didi degradiert zu werden? Sie versuchen, deren Geschäftsmodelle verstehen zu lernen und Kontakt zum Kunden aufzubauen.

„Deutschland ist bei Carsharing ein Leitmarkt“, sagt Gunnar Nehrke vom Bundesverband Carsharing. DriveNow ist zudem in mehreren europäischen Städten, car2go auch in den USA und in China aktiv. Aber in den USA gibt es starke, günstige Autovermieter, in China nutzen hunderte Millionen Kunden günstige Fahrdienste wie Didi Tuxing.

Vermehrt wird beim Carsharing nun auch auf die Energiewende hingearbeitet. Bereits 2013 setzte DriveNow in Deutschland die ersten Fahrzeuge mit Elektroantrieb ein. 2015 wurde die Elektroflotte mit dem BMW i3 stark ausgebaut. Heute hat DriveNow an allen seinen Standorten über 1000 E-Fahrzeuge im Einsatz. Kunden erleben dabei, dass sich Fahrvergnügen und Umweltfreundlichkeit nicht ausschließen – und wählen die Elektroautos oft ganz bewusst wegen des besonderen Fahrerlebnisses.

Der Autovermieter Sixt hat den Weg für einen Zusammenschluss der Carsharing-Angebote von BMW und Daimler freigemacht. Sixt verkaufte seinen 50-Prozent-Anteil am Münchner Carsharing-Anbieter DriveNow für 209 Millionen Euro an den Münchner Autokonzern, dem bereits die andere Hälfte der Anteile gehört. Die Genehmigung der Aufsichtsbehörden steht noch aus, die Freigabe wird zwischen April und Juni erwartet.

Mit einer Fusion von DriveNow und Daimlers Carsharing-Anbieter Car2Go sei nun im ersten Halbjahr zu rechnen, heißt es aus Industriekreisen. Für einen Zusammenschluss galt bisher die Beteiligung von Sixt an DriveNow als Hürde. Vorstandschef Erich Sixt hatte das Gemeinschaftsunternehmen mehrfach als „Juwel“ gerühmt. Der komplette Verkauf seiner Anteile bringt ihm jetzt einen Sonderertrag von rund 200 Millionen Euro vor Steuern.

BMW-Digitalvorstand Peter Schwarzenbauer sagte, Mobilitätsdienste gehörten zu den Eckpfeilern der Unternehmensstrategie. „Bis 2025 wollen wir 100 Millionen Kunden für unsere Premium Mobilitätsangebote begeistern. Mit DriveNow als hundertprozentiger Tochter haben wir alle Optionen für eine strategische Weiterentwicklung unserer Services in der Hand.“

DriveNow hat heute europaweit gerade mal eine Million Kunden, Car2Go drei Millionen. Beide Unternehmen machen keine Angaben über Umsatz und Verluste. Aber Carsharing gilt als wichtiges Zukunftsfeld im Wettbewerb der Autobauer mit Internet-Plattformen wie Google oder Uber. „Die Erfahrungen unserer Mobilitätsdienstleistungen sind für uns auch mit Blick auf künftige autonome, elektrifizierte und vernetzte Flotten relevant“, sagte Schwarzenbauer. Daher baue BMW sein Angebot von Diensten wie DriveNow, ReachNow, ParkNow und ChargeNow weiter aus. Der Erwerb der Sixt-Anteile sei der nächste logische Schritt.

Als erfahrener Autovermieter war Sixt bei DriveNow bisher für das Flottenmanagment und die IT-Dienste zuständig. Für eine Übergangszeit werde Sixt das auch weiter tun, teilten Sixt und BMW mit.


DWN
Politik
Politik Ausblick 2026: Mehr Mindestlohn, teureres Deutschlandticket und steuerliche Änderungen
04.01.2026

Im neuen Jahr ändern sich in Deutschland mehrere wichtige Regelungen für Bürgerinnen und Bürger. 2026 steigt der Mindestlohn, das...

DWN
Finanzen
Finanzen Generalsanierungen: Bahn will 2026 mehr als 23 Milliarden Euro ins Netz stecken
04.01.2026

Bahn und Bund treiben mit Rekordsummen die Sanierung des Schienennetzes voran. Warum Fahrgäste trotzdem weiter mit Verspätungen und...

DWN
Immobilien
Immobilien Modulhäuser und Tiny Houses in Deutschland: Schnelle, flexible Wege zum Eigenheim
04.01.2026

Modulare Häuser gelten als moderne Alternative zum klassischen Bau, da sie flexibel geplant und schnell errichtet werden können. Sie...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Blase: Warum Investoren trotz Überinvestitionssorgen weiter auf den Markt setzen
04.01.2026

Die globalen Finanzmärkte erleben eine Phase ungewöhnlich hoher Investitionen in künstliche Intelligenz, die sowohl Optimismus als auch...

DWN
Finanzen
Finanzen In Rohstoffe investieren: So sichern Anleger Rendite und Stabilität
04.01.2026

Die Marktunsicherheit stärkt das Interesse an Rohstoffen als stabilisierendem Baustein im Depot. Doch welche dieser Anlagen bieten...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 01: Die wichtigsten Analysen der Woche
04.01.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 01 des neuen Jahres fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Politik
Politik Staat dämpft bei Strom- und Gaskosten: Wie sich das auswirkt
04.01.2026

Die Strom-Netzentgelte sinken. Das entlastet viele Kunden – aber nicht alle gleichmäßig. Bei Gaskunden macht sich der Wegfall der...

DWN
Immobilien
Immobilien Bau-Turbo? Deutsche Baubranche steckt in der Krise
04.01.2026

Der Bund hat 500 Millionen Euro des Sondervermögens dem deutschen Bauwesen versprochen. Und diese Hilfe kommt keine Sekunde zu früh: Die...