Deutschland

Preise für Neubauten steigen deutlich

Lesezeit: 1 min
14.04.2018 23:05
Die Preise für Neubauten sind in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.
Preise für Neubauten steigen deutlich

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Bauen verteuert sich in Deutschland so stark wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Der Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude kostete im Februar 4,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. „Das ist der höchste Anstieg der Baupreise seit November 2007 mit 5,8 Prozent“, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Die Bauindustrie macht dafür die starke Nachfrage, höhere Materialkosten und strengere Vorschriften verantwortlich.

„Der Markt hat sich gedreht: Die Firmen müssen nicht mehr nehmen, was auf dem Tisch liegt, sondern können sich im Boom die besten Preise und Angebote auswählen“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Heiko Stiepelmann. Das sei aber eher eine Normalisierung, da über viele Jahre kaum höhere Preise durchsetzbar gewesen seien. „Es werden auch Kosten weitergegeben“, betonte Stiepelmann. „Stahl etwa hat sich verteuert, was sich auch in den Baupreisen niederschlägt.“

Zudem gebe es im Wohnungsbau eine Tendenz zur Überregulierung. „Bei den Standards wird immer weiter obendrauf gesattelt, das landet dann ebenfalls in den Preisen“, erläuterte Stiepelmann. Dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen zufolge hat sich die Zahl der Bauvorschriften seit 1990 auf mittlerweile 20.000 mehr als vervierfacht - von den Bereichen Lärm- und Brandschutz bis hin zur Energieeinsparverordnung und Barrierefreiheit.

Nicht nur für Wohnungen müssen Bauherren tiefer in die Taschen greifen, sondern auch für Bürogebäude. Hier zogen die Neubaupreise um 4,1 Prozent, ebenso für gewerbliche Betriebsgebäude. Der Straßenbau verteuerte sich sogar um 5,3 Prozent. Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden kosteten 3,9 Prozent mehr als im Februar 2017. Die Preise beziehen sich auf Leistungen am Bauwerk einschließlich der Umsatzsteuer.

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte Unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Gegen den Lockdown: Texas hebt Maskenpflicht auf und öffnet alle Restaurants

Der US-Bundesstaat Texas wird zum Missfallen der in Washington D.C. sitzenden Biden-Regierung am 10. März alle Geschäfte und alle...

DWN
Deutschland
Deutschland Brandbrief an Merkel: Deutschland spielt mit dem Verlust seiner mittelständischen Basis

Vertreter des Mittelstands warnen in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel vor einer mutwilligen Zerstörung der wirtschaftlichen...

DWN
Politik
Politik 2021: Jahr der Wahlen - oder der Wählertäuschungen?

2021 ist das Jahr der großen Wahlen. Doch eigentlich ist es egal, für wen sich die Wähler entscheiden, schreibt DWN-Gastautor Henrik...

DWN
Politik
Politik DWN-Recht: Dürfen nun Beamte, die der AfD angehören, gefeuert werden?

In den Reihen der als „Verdachtsfall“ eingestuften AfD befinden sich auch deutsche Beamte. Welche beruflichen und rechtlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Medienberichte: Intensivstationen sind voll mit Leuten, die kein Deutsch verstehen

Die Bild-Zeitung berichtet von einem Gespräch zwischen RKI-Chef Lothar Wieler und mehreren Chefärzten. Demzufolge sei die Mehrheit der...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufsicht schließt Bremer Greensill Bank, stellt Strafanzeige

Die Bremer Greensill-Bank ist in schwere Turbulenzen geraten. Die Finanzaufsicht hat das Geldhaus geschlossen.

DWN
Politik
Politik Inlandsgeheimdienst legt Grundlagen für Überwachung der AfD

Rund ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl hat das Bundesamt für Verfassungsschutz die gesamte AfD als Verdachtsfall eingestuft. Dadurch...