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Wer unterstützt welche Söldner in Syrien?

Lesezeit: 9 min
06.10.2019 16:48
Der Syrien-Krieg ist ein Krieg, welcher weitgehend von bezahlten Söldnern geführt wird. Welcher externer Akteur hinter welcher Gruppe steht, ist ein mehr oder minder offenes Geheimnis. Die USA, Russland, der Iran, Saudi-Arabien, Israel, die Türkei, Frankreich und Großbritannien - sie alle mischen in Syrien mit.
Wer unterstützt welche Söldner in Syrien?
Zwei bewaffnete Soldaten der Demokratischen Kräfte Syriens (Syrian Democratic Forces, SDF) beim Häuserkampf in Rakka. (Foto: dpa)
Foto: Morukc Umnaber

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Dass es sich beim Syrien-Konflikt um einen Stellvertreterkrieg handelt, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Mehrere externe Akteure sind direkt oder indirekt involviert in den Konflikt, bei dem es um die Kontrolle von Ressourcen, Pipeline-Projekten und agrarwirtschaftlichen Flächen geht.

USA

Obwohl Washington ursprünglich die Freie Syrische Armee (FSA) und weitere bewaffnete Söldner-Truppen unterstützte, die gegen die Syrische Arabische Armee (SAA) kämpfen, änderte die US-Regierung im Verlauf der Zeit ihren Schwerpunkt. Seit 2014 führen die USA die Anti-IS-Koalition, in der sich die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) - eine von der kurdischen YPG dominierte Milizen-Allianz - befinden, an. Russland und Syrien werfen dem United States Central Command (CENTCOM) vor, den IS und weitere Extremistengruppen weiterhin verdeckt zu unterstützen.

Den USA kommt es in Syrien vor allem darauf an, dass es dem Iran nicht gelingt, einen Landkorridor vom Iran über den Irak bis an die syrische Küste zu schaffen.

Teheran hat seit Beginn des Konflikts regierungsnahe Truppen in Syrien unterstützt und einen Großteil seiner Bemühungen auf den Aufbau, die Ausbildung und die Bewaffnung von Milizen konzentriert, die direkt auf Befehle aus dem Iran reagieren. In der Zwischenzeit hat die libanesische Hisbollah Tausende seiner Kämpfer nach Syrien geschickt, um im Namen der syrischen Regierung zu kämpfen. Der syrische Präsident ist nicht nur ein langjähriger Verbündeter Teherans. Auch der Iran ist daran interessiert, einen Landkorridor vom Iran über den Irak bis zur syrischen Mittelmeerküste einzurichten. Diese Landbrücke würde dem Iran einen potenziellen Handelsweg nach Westen bieten, der erheblich kürzer ist als der Seeweg um die arabische Halbinsel.

Die US-Politik in Syrien hat sich seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten geändert. Der Washington Post-Bericht vom 11. September 2013, wonach die CIA offiziell damit begonnen hatte, Söldner in Syrien gegen die syrische Regierung zu bewaffnen, fällt in die Amtszeit von Barack Obama. Doch Trump hat deutlich gemacht, dass es künftig keine direkte Bewaffnung von Söldnern im Westen Syriens geben werde - zumindest nicht aus US-amerikanischer Sicht. Der Schwerpunkt des Pentagons liegt jedoch in der massiven Bewaffnung der YPG im Osten Syriens, wogegen die Türkei ist.

Eine US-Delegation aus Vertretern der Sicherheits- und Nachrichtendienste hatte Damaskus im Juni 2018 besucht und traf den damaligen Chef des syrischen zivilen Geheimdiensts Idarat al-Mukhabarat al-Amma (GND), Mohammed Dib Zaitoun, und Ali Mamluk, der der damalige Leiter des Nationalen Sicherheitsbüros (NSB) der Baath-Partei war, teilt der englischsprachige Dienst von Reuters mit. Das Treffen ist ein Hinweis dafür, dass es mittlerweile Konsultationen zwischen der Trump-Regierung und der Assad-Regieurung gibt.

Saudi-Arabien

Ab dem Sommer 2013 war Saudi-Arabien der Hauptsponsor diverser Söldner-Truppen in Syrien, berichtet die New York Times. Saudi-Arabien hat einen großen Kauf von Infanteriewaffen, Maschinengewehren des Typs M60 und die Panzerabwehrwaffe M79 Osa aus Kroatien finanziert, die durch Jordanien transportiert werden. Saudi-Arabien war an der CIA-geführten verdeckten Operation Timber Sycamore beteiligt, um syrische Söldner auszubilden und zu bewaffnen.

Im Juli 2017 enthüllte eine Untersuchung von Dilyana Gaytandzhieva von der bulgarischen Tageszeitung Trud, dass die Waffenlieferungen, die über den Balkan organisiert werden, nicht nur an Söldner-Truppen in Syrien, sondern auch in Afrika und Zentralasien geliefert werden.

Unter dem Codenamen "Timber Sycamore" fand eine enge geheimdienstliche Kooperation zwischen den USA und den Golf-Staaten, die im Frühjahr 2013 mit der massiven Bewaffnung von Söldnern in Syrien begonnen hatten, statt, berichtet die New York Times. Während die Saudis das Geld bereitstellen, übernahmen die US-Amerikaner die militärische Ausbildung der Söldner. Ein britischer Parlamentsbericht, der im Juli 2016 veröffentlicht wurde, kam zu dem Schluss, “historische Beweise” für die Finanzierung der Terror-Miliz IS durch die arabischen Golfstaaten zu haben. Das britische Außenministerium berichtet, dass Personen und Familien, die in Verbindung zur königlichen Familie in Saudi-Arabien stehen, aktiv an der Finanzierung des IS beteiligt sein sollen. Der Auswärtige Ausschuss des britischen Parlaments forderte in einer abschließenden Bewertung der IS-Finanzen, dass “harte Fragen an enge Freunde” gestellt werden müssten, wenn es darum geht nachzuprüfen, wie Spenden an den IS im Irak und in Syrien geflossen sind. Allerdings unterstreicht das Außenministerium in London in dem Bericht, dass die IS-Finanzierung nicht von Regierungen in der Region gefördert oder unterstützt wurde. Bei den Spendern in der Region handelt es sich dem Bericht zufolge um Privatpersonen.

Doch der saudische Geheimdienst soll eine große Rolle bei der Expansion des IS gespielt haben. Prinz Bandar bin Sultan, Ex-Botschafter in Washington und ehemaliger Geheimdienstchef Saudi-Arabiens, soll nach Angaben von The Independent eine führende Rolle in der von „vom IS angeführten sunnitischen Rebellion“ gespielt haben. Zudem würden Spenden an den IS aus Saudi-Arabien nicht spontan fließen. Ohne eine Absegnung durch das saudische Könighaus seien Spenden an die Terror-Miliz nicht möglich.

Russland

Im September 2015 startete Russland Luftangriffe gegen IS-Ziele in Syrien und markierte damit seine erste größere Militäraktion außerhalb der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion seit dem Ende des Kalten Krieges. Seitdem hat Moskau der syrischen Regierung geholfen, eine Wende im Syrien-Konflikt herbeizuführen. Damaskus hat die Kontrolle über den größten Teil des Landes mit russischer Luftunterstützung wiedererlangt. Moskau will Baschar al-Assad an der Macht halten, um den russischen Einfluss im Nahen Osten zu sichern. Im Gegensatz zum Iran unterstützt Russland allerdings die reguläre Armee der Syrer und nicht diverse pro-syrische Milizen.

Dem Small Wars Journal (SWJ) zufolge ist auch die russische Söldner-Firma Wagner Group in Syrien aktiv. “Die taktischen Kampffähigkeiten von Wagner umfassen: Infanterie, schwere Artillerie, Luftverteidigung, gepanzerte Panzer, Trainingsberatung und Aufklärung”, so das SWJ. Im Jahr 2015 begann Moskau, einige der irregulären Gruppen in der Ostukraine zu demobilisieren. Doch der Konflikt in Syrien bot der Wagner Group ein neues geographisches Betätigungsfeld. Der russische Generalstab habe Carnegie Endowment for International Peace zufolge verhindern wollen, dass es im Verlauf der Syrien-Intervention zu offiziellen Todesopfern unter den russischen Soldaten kommt, um die russische Öffentlichkeit nicht zu beunruhigen. Mit dem Einsatz der Wagner Group konnte Russland der syrischen Armee vor Ort helfen und Verluste hinnehmen, ohne dass dies bekannt wurde.

Offiziell unterzeichnen die Wagner-Söldner Verträge für zivile Arbeiten auf Öl- und Gasfeldern in Syrien. Sie können monatlich 150.000 Rubel (etwa 2.650 US-Dollar) sowie einen Bonus von bis zu 100 Prozent für die Durchführung einer dreimonatigen Tätigkeit verdienen. In drei Monaten kann ein Söldner fast eine Million Rubel verdienen. Ein Kommandant kann etwa dreimal so viel verdienen, berichtet Global Security. Ein Wagner-Söldner, der vor Ort seine Meinung ändert und nicht kämpfen möchte, wird zurück an den Versorgungshafen geschickt, um dort Kisten zu entladen. Dafür bekommt er einen Lohn von 1.000 Rubel pro Tag.

In Syrien kommen auch tschetschenische Verbände des pro-russischen Präsidenten von Tschetschenien, Ramzan Kadirov, zum Einsatz. Sie kämpfen auf Seiten der syrischen Armee.

Türkei

Die Türkei unterstützt die Nationale Befreiungsfront (NLF), die ein Arm der Freien Syrischen Armee (FSA) ist. Die NLF ist ein Sammelsurium aus Exil-Syrern und Söldnern. Zu Beginn des Syrien-Konflikts im Jahr 2011 hatte sich Ankara auf den Sturz von Baschar al-Assad konzentriert. Doch mittlerweile erfolgt eine geheimdienstliche Kooperation zwischen Ankara, Moskau und Damaskus. Die Türkei konzentriert sich derzeit darauf, die Expansion des syrischen Ablegers der PKK - die YPG - im Osten Syriens einzudämmen.

Dabei muss sich Ankara zwangsläufig zur territorialen Integrität Syriens bekennen. Bloomberg zufolge hat die Türkei bisher eine “komplexe Rolle” im Syrien-Konflikt gespielt, da das Land einerseits ein Verbündeter der USA ist, aber andererseits mit Russland und dem Iran kooperiert, während es den US-Verbündeten YPG bekämpft. Dies hängt offenbar an der türkischen Außenpolitik zusammen, die sich strikt nach nationalen Interessen richtet.

Israel

Israel hat nach Angaben des ehemaligen Generalstabschefs Gadi Eisenknot seit Beginn des Syrien-Konflikts “Tausende von Ziele getroffen, ohne Verantwortung zu übernehmen”, zitiert die New York Times den General. Der US-Sondergesandte James Jeffrey hatte Anfang November 2018 gefordert, dass Russland der israelischen Luftwaffe auch weiterhin erlauben sollte, Luftschläge in Syrien auszuführen, berichtet The Times of Israel. Jeffrey: "In der Vergangenheit ließ Russland die Israelis bei ihren Luftschlägen gegen iranische Ziele in Syrien gewähren. Das erfolgte in Absprache. Wir hoffen, dass dieser freizügige Ansatz fortgesetzt wird."

In Bezug auf die schweren israelischen Luftangriffe gegen iranische Stellungen in Syrien sagt Fawaz Gerges von der London School of Economics, dass Russland diese billigend in Kauf nehme. The Daily Star zitiert Gerges: "Dies ist eine direkte Botschaft, dass Russland nicht möchte, dass der Iran eine hegemoniale Position in Syrien einnimmt (...) Jetzt, wo wir den Beginn des Endes der militärischen Phase erleben, sehen wir eine unterschiedliche Interessenlage zwischen Russland und dem Iran.”

Kamal al-Labwani, einer der prominentesten syrischen “Oppositionsführer”, hatte sich bereits in Israel mehrmals mit Regierungsbeamten getroffen, um über die Errichtung einer Sicherheitszone im Süden Syriens zu sprechen. “Ich war überrascht, dass sie in der Knesset ein OK für die Sicherheitszone gegeben haben”, sagte al-Labwani dem Blatt Al-Monitor. Er habe sich auch mit dem US-Botschafter in Israel getroffen. “Er sagte mir, die Amerikaner würden nicht nein sagen”, so al-Labwani. Auch Premierminister Benjamin Netanjahu habe nicht abweisend auf den Vorschlag reagiert. Nach Angaben von al-Labwani soll die von den Israelis genehmigte Sicherheitszone zehn Kilometer tief in syrisches Gebiet und etwa 20 Kilometer entlang der Grenze verlaufen - beginnend südlich von Hadar (eines regierungsnahen Drusendorfs) in das südliche Quneitra, das sich über 17 Dörfer mit einer Bevölkerung von etwa 15.000 Menschen erstreckt. Der “Oppositionelle” fügte hinzu: “[Die Israelis] sagten, sie würden das Argument der nationalen Sicherheit als Grund gegenüber der internationalen Gemeinschaft nutzen, und dass sie ihre Grenzen schützen wollen. Dann können die Jordanier und die Türken [ihre eigenen Sicherheitszonen] umsetzen - nachdem die Israelis damit begonnen haben”.

The Times of Israel führt in einem Bericht vom 14. Januar 2019 aus: “Der scheidende Stabschef der israelischen Armee, Gadi Eisenkot, gab an diesem Wochenende zum ersten Mal zu, dass Israel syrischen Rebellengruppen in den Golanhöhen während des siebenjährigen Bürgerkriegs Waffen zur Verfügung gestellt hatte.”

Moti Kahana ist der israelisch-amerikanische Gründer der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation (NGO) Amaliah, die sich für die israelische Sicherheitszone einsetzt. Kahana, der eng mit al-Labwani zusammenarbeitet, sagte, die israelische Regierung habe ihm grünes Licht gegeben, innerhalb der ausgewiesenen Sicherheitszone zu operieren. “Wir haben schon angefangen zu arbeiten”, sagte Kahana Al-Monitor im Jahr 2016. “Die israelische Regierung wird uns erlauben, humanitäre Lieferungen an das syrische Volk zu bringen”, so Kahana. Al-Labwani ist der Ansicht, dass sich das israelische Image bei den Menschen im Süden Syriens ändern werde, wenn sie sehen, dass Israel sie unterstützt.

Frankreich

Frankreich, aber auch Großbritannien, hatten bisher eine große Rolle bei der Bewaffnung diverser Söldner-Truppen in Idlib gespielt. Im Jahr 2015 führte der Guardian in einer Analyse aus, dass sich Frankreich mehr als jedes andere westliche Land aktiv in den Syrien-Konflikt einmische und schon sehr früh einen Rücktritt Assads forderte. Als Assad im Jahr 2013 beschuldigt wurde, in Ghouta nahe Damaskus 1.400 Menschen mit Chemiewaffen getötet zu haben, forderte Paris eine militärische Intervention. Allerdings war US-Präsident Obama gegen diese Forderung, sodass Frankreich mit seiner Forderung isoliert dastand.

Im April 2017 meldete die französische Regierung, dass sie Beweise für die Täterschaft der syrischen Regierung beim Giftgasangriff auf Khan Scheichun habe. „Es ist eine Frage von Tagen, aber wir werden beweisen, dass das Regime diese Schläge mit chemischen Waffen organisiert hat. Ich bin überzeugt, in ein paar Tagen werde ich Ihnen Beweise bringen können”, zitierte Le Monde den französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault. Doch stichhaltige Beweise konnten nicht vorgelegt werden.

Im Mai 2017 räumte die damalige französische Verteidigungsministerin Sylvie Goulard im Gespräch mit Europe 1 Radio ein, dass sich in Syrien “dutzende” französische Spezialtruppen befinden. Europe 1 Radio zufolge weigerte sich Goulard, weitere Informationen preiszugeben, um mögliche strategische Informationen nicht zu enthüllen.

Im Dezember 2017 hatte der syrische Präsident Assad Frankreich „Unterstützung des Terrorismus” in Syrien vorgeworfen. Paris habe nicht das Recht, über „Frieden” zu sprechen. Die Aussage Assads kam wenige Tage, nachdem die französische Regierung Damaskus vorgeworfen hatte, die Genfer Friedensgespräche zu behindern, berichtet Le Point. Assad wörtlich: „Frankreich war in den frühen Tagen (des Syrien-Konflikts, Anm. d. Red) der Fahnenträger bei der Unterstützung des Terrorismus in Syrien. Frankreich ist nicht in der Lage eine Friedenskonferenz zu bewerten. Wer den Terrorismus unterstützt, hat kein Recht, von Frieden zu sprechen und hat nicht einmal das Recht, sich in syrische Angelegenheiten einzumischen”.

Paris ist relativ flexibel, wenn es um die Unterstützung von Söldnern geht. Asya Abdullah, ein ständiges Mitglied des PKK-Entscheidungsgremiums in Syrien, wurde im Jahr 2015 vom französischen Präsidenten Francois Hollande im Elysee-Palast empfangen, berichtet Al-Monitor. Begleitet wurde Abdullah von Nesrin Abdullah, die ebenfalls dem bewaffneten Arm der PYD angehört. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu kritisiert: „Die PYD nutzt die Präsenz weiblicher Terroristen, um in den Augen der westlichen Öffentlichkeit und der Medien eine Illusion von ,Modernität, Säkularismus und Antiradikalismus’ zu schaffen.”

Die türkische Zeitung Yeni Safak berichtete im Januar 2017, dass französische Spezialtruppen Kämpfer der Kurden-Milizen auf dem PKK/PYD-Stützpunkt bei Kobani trainieren würden. Kobani werde von den USA kontrolliert. Die Anzahl der trainierten Personen belaufe sich auf 100. Frankreich bilde die Kurden-Milizen an der Grenze zur Türkei unter dem Vorwand der ISIS-Bekämpfung aus.

Die kurdische Nachrichtenagentur Rudaw führt aus: „Die Franzosen versorgen die SDF mit Waffen und militärischer Beratung”. Die SDF ist eine von den Kurden-Milizen dominierte Einheit. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian räumte die Waffenlieferungen ebenfalls ein. „Wir bieten Unterstützung durch Waffenlieferungen, Luftpräsenz und Beratung”, zitiert The Middle East Eye Le Drian.

Großbritannien

Großbritannien hatte im Verlauf des Konflikts enge Beziehungen zu den White Helmets in Idlib gepflegt. Die White Helmets präsentieren sich selbst als Zivilschutzorganisation und sind ausschließlich in den Gebieten der radikalen al Nusra-Front (heute Hayat Tahrir al-Scham) tätig. Die Gruppe 013 wurde von James Le Mesurier, einem ehemaligen britischen Offizier, gegründet und erhält finanzielle Unterstützung aus Großbritannien. Die Gruppe besteht aus 3.000 “Freiwilligen”, so The Middle East Eye.

Richard Black, Mitglied im US-Senat von Virginia, sagt, dass der britische Geheimdienst MI6 in Syrien einen Chemieangriff durchführen lassen will, um im Anschluss die Regierung in Damaskus dafür verantwortlich zu machen. "Vor ungefähr vier Wochen wussten wir, dass der britische Geheimdienst auf einen chemischen Angriff hinarbeitete, um die syrische Regierung dafür verantwortlich zu machen", zitiert The Independent Black.

Black meint, dass nicht die Briten selbst einen Chemieangriff durchführen, sondern "Rebellen" entweder direkt beauftragen oder einen gefälschten Angriff mit Schauspielern als Opfer durchführen lassen wollen. Der US-Senator behauptet auch, dass einige vergangene Chemieangriffe britische Fälschungen gewesen seien, bei denen die sogenannten "White Helmets" eine wichtige Rolle gespielt haben sollen. "Nach allem, was ich sagen kann, haben sie einen falschen Angriff geplant, nicht einen echten Angriff, sondern einen, bei dem sie tatsächlich Menschen aus einer Stadt herausbringen und Leute für die Darstellung von Opfern eines Gasangriffs ausgebildet haben (...) Und der Plan ist, die White Helmets, die immer an diesen notorischen Täuschungen beteiligt waren, zu benutzen, um einen Angriff darzustellen", sagt Black in einem Interview mit der Washington Post.

US-Senator Richard Black sagt in einem Interview mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten: "Die Vereinigten Staaten führen seit fast 18 Jahren Krieg im Nahen Osten. Diese Kriege haben christliche Zivilisationen zerstört, die seit Jahrtausenden gediehen. Ich bin entschlossen, alles zu tun, um den Frieden in der Region wiederherzustellen, damit Christen und Muslime das Schrecken und Blutvergießen ungerechter Kriege erspart bleiben."


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