Politik

Trotz Brexit: Großbritannien muss in den nächsten EU-Haushalt einzahlen

Großbritannien muss auch im kommenden Jahr seinen monatlichen Beitrag für den EU-Haushalt beisteuern, obwohl der Brexit-Termin für den 31. Januar 2020 angesetzt wurde.
20.11.2019 14:00
Lesezeit: 1 min
Trotz Brexit: Großbritannien muss in den nächsten EU-Haushalt einzahlen
Der britische Premier Johnson. (Foto: dpa) Foto: Stefan Rousseau

Nach den neuesten EU-Haushaltsvorschriften wird das Vereinigte Königreich bis Ende 2020 als ordentliches Mitglied weiterhin Zahlungen an die EU tätigen, obwohl der Austritts-Termin auf den 31. Januar 2020 festgelegt ist. Monatlich werden dann etwa 1,17 Milliarden Euro an britischen Steuergeldern nach Brüssel geschickt, während das Land weiterhin den Regeln und Vorschriften der EU folgt, berichtet die Zeitung Express.

Die gesamten Mittelbindungen des EU-Haushalts belaufen sich auf insgesamt 168,7 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Erhöhung um 1,5 Prozent gegenüber dem geänderten Haushaltsplan für 2019. 21 Prozent des Budgets werden für Maßnahmen aufgrund des Klimawandels eingesetzt. So soll das Programm für Umwelt- und Klimapolitik 589,6 Millionen Euro erhalten und damit 5,6 Prozent mehr als 2019. Hinzu kommen 13,46 Milliarden Euro für das Forschungsprogramm Horizon 2020 (plus 8,8 Prozent), welches laut EU-Kommission einen großen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Weitere Milliarden sind für Energieprojekte vorgesehen.

Die EU-Landwirte erhalten 58,12 Milliarden Euro. Dem Galileo-Satellitensystem der EU werden 1,2 Milliarden Euro zugeschrieben, was im Vergleich zum Vorjahresbudget einen Anstieg von 74,7 Prozent ausmacht, berichtet Economic Voice.

Noch schwieriger als die Gespräche über den EU-Haushalt 2020 dürften die Verhandlungen über den Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 werden. Ein Vorschlag der EU-Kommission liegt seit 2018 vor, doch die EU-Staaten sind uneins. Deutschland und andere Nettozahler wollen den Haushalt wie bisher auf 1,0 Prozent der EU-Wirtschaftsleistung begrenzen, während die Kommission 1,114 Prozent vorschlägt.

Wenn Großbritannien nach dem Brexit als Zahler ausfällt, wird Deutschland so oder so eine größere Summe schultern müssen. Schätzungen zufolge könnte bereits ein Festhalten an der 1,0-Prozent-Quote für Deutschland eine jährliche Mehrbelastung von rund zehn Milliarden Euro bedeuten - Deutschland würde in diesem Fall praktisch fast den gesamten britischen Beitrag übernehmen müssen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie crasht: Wie tief kann es noch gehen?
24.06.2026

Milliarden-Schock für Rheinmetall: Berlin stoppt das größte deutsche Kriegsschiff-Projekt seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Aktie stürzt...

DWN
Politik
Politik Khamenei ist tot, doch das Regime lebt weiter: Warum die Iran-Krise Europa erreicht
24.06.2026

Khameneis Tod ließ viele Exil-Iraner kurz an den Sturz des Regimes glauben. Doch der neue Frieden bringt vorerst vor allem Ernüchterung,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Playmobil wandert ins Ausland: Aus für Produktion in Deutschland
24.06.2026

Fast jedes Kind kennt die ewig lächelnden Spielfiguren. Produziert werden diese jetzt nur noch im Ausland. Ein unausweichlicher Schritt,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Megastörung bei der Deutschen Bahn: Nach Zugfunk-Ausfall läuft die Fehlersuche
24.06.2026

Nach dem bundesweiten Zugfunk-Ausfall suchen IT- und Sicherheitsexperten nach der Ursache. Ein Angriff gilt bisher als unwahrscheinlich. Im...

DWN
Politik
Politik USA: Senat stimmt gegen Trumps eigenmächtige Iran-Kriegsführung
24.06.2026

Der US-Kongress will Trump beim Krieg gegen den Iran Grenzen setzen. Die auch von einigen Republikanern getragene Resolution gilt vor...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Vom Hoffnungsträger zum Problemflieger: Behörde zwingt 16 Airbus A380 zum Check
24.06.2026

Risse an den Tragflächen: 16 Airbus A380 von Emirates und Qantas müssen auf Anordnung der EASA kurzfristig überprüft werden. Fünf...

DWN
Politik
Politik Bundestag: Ein Drittel der Bundestagsabgeordneten hat Nebeneinkünfte
24.06.2026

Mehr als ein Drittel der Bundestagsabgeordneten hat in der laufenden Legislaturperiode meldepflichtige Nebeneinkünfte bezogen - neben...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmer Dräger fordert klare Kante statt Kurswechsel
24.06.2026

Ständige Richtungswechsel schaden nach Ansicht von Unternehmer Stefan Dräger dem Standort Deutschland und untergraben Vertrauen bei...