Politik

Merkel reist zu Erdogan wegen neuer Flüchtlinge aus Syrien

Der SZ zufolge wird Kanzlerin Merkel im Januar 2020 in die Türkei reisen, um über die Unterbringung von 80.000 neuen Flüchtlingen zu verhandeln. Die Türkei will keine Flüchtlinge mehr aufnehmen.
26.12.2019 19:58
Aktualisiert: 26.12.2019 19:58
Lesezeit: 1 min
Merkel reist zu Erdogan wegen neuer Flüchtlinge aus Syrien
Bundeskanzlerin Merkel hat einen schweren Stand. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Der SZ zufolge wird die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Januar 2020 nach Ankara reisen, um sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan über die Lage der Flüchtlinge in der Region zu beraten. Zuvor hatte Erdoğan verkündet, dass die Türkei es nicht mehr einsehe, warum nach Wunsch der EU ein Großteil der Flüchtlinge - auch der Neuankömmlinge aus Syrien - in der Türkei konzentriert werden soll. Er kritisierte auch, dass die EU die Flüchtlings-Krise ausschließlich aus der sicherheitspolitischen Perspektive betrachten würde.

Dabei erhob Erdoğan einen offensiven Vorwurf. Die Zeitung Star zitiert ihn: “Sie haben uns angeboten, die Grenzregion komplett mit messerscharfen Grenzdrähten zu befestigen. Es gab sogar Vorschläge, wonach die Flüchtlingsboote im Mittelmeer vorsätzlich zum Kentern gebracht werden sollen. Und genau das haben sie auch getan. Sie haben die Gummi-Boote zum Platzen gebracht, um die Menschen ertrinken zu lassen.”

Im Juli 2019 hatten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten als erstes Medium im europäischen Raum gemeldet, dass die Türkei das Flüchtlings-Abkommen mit der EU de facto aufgekündigt hat. Kurze Zeit später berichteten die Presse und weitere europäische Zeitungen, dass der Druck auf der Balkan-Route tatsächlich steige.

In der Türkei befinden sich derzeit über 3,7 Millionen Flüchtlinge, die die Türkei versorgen muss. Nach Angaben der türkischen Regierung wurden bisher 40 Milliarden US-Dollar für die Menschen ausgegeben. Die Aufnahme von weiteren Flüchtlingen aus der syrischen Provinz Idlib stellt für die Türkei eine weitere finanzielle und soziale Belastung dar, die sie offenbar nicht mehr tragen kann. Derzeit sollen sich 80.000 neue Flüchtlingen im türkisch-syrischen Grenzgebiet befinden. Eine neue Massenflucht aus Idlib in die Türkei und nach Europa hat ist in vollem Gange.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
01.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
01.11.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Halten Sie in Europa Ausschau nach Finanz-, Infrastruktur- und Industrietiteln
01.11.2026

Der Gewinner der letzten Monate ist nicht die Technologiebranche, sondern das Gesundheitswesen. US-Gesundheitsaktien haben den S&P 500 in...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt juckt es mich beim Anthropics-IPO in den Fingern
01.11.2026

Als ich vor einem Monat darüber schrieb, warum ich derzeit nicht in Anthropic investieren möchte, waren meine wichtigsten Argumente der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Logistikkonzern C.H. Robinson verblüfft mit KI-gestütztem Gewinnsprung: So ist das gelungen!
01.11.2026

28 Prozent weniger Mitarbeiter, über 60 Prozent mehr Produktivität und Frachtangebote in nur 31 Sekunden: Der US-Logistikkonzern C.H....

DWN
Technologie
Technologie Millionen Hackerangriffe wegen PHP-Sicherheitslücke: Wie sicher sind Websites noch und was ist zu tun?
01.11.2026

Millionen Hackerangriffe innerhalb weniger Stunden, abgeschaltete Regierungswebsites und eine PHP-Sicherheitslücke, die seit mehr als...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quantum-Systems-Chef in Litauen: Drohnen kann man nicht im Lager anhäufen, Bedrohungen verändern sich
01.11.2026

Quantum Systems baut seine Präsenz in Litauen aus und wird dort die Bundeswehr-Brigade unterstützen. Produktionspläne hängen jedoch von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreise auf Rekordhoch: Warum das Kupfermetall knapp wird
01.11.2026

Das Industriemetall ist nicht nur bei Diebesbanden gefragt. Kaum eine Zukunftsbranche kommt ohne den Leiter zurecht. Nach Bewertung der IEA...