Politik

Razzia gegen Zeugen Jehovas in Russland

Lesezeit: 1 min
09.01.2020 15:00
Der russische Geheimdienst hat im Verlauf einer Razzia mehrere Mitglieder der Zeugen Jehovas festgenommen. Die Zeugen Jehovas gelten in Russlands als extremistische Organisation und sind verboten.
Razzia gegen Zeugen Jehovas in Russland
Die Zeugen Jehovas sind auch in Deutschland aktiv. (Foto: dpa)
Foto: Arne Dedert

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Ende Dezember 2019 hat der russische Geheimdienst eine Razzia in fünf Wohnungen von Mitgliedern der örtlichen Gruppe der Zeugen Jehovas in Murmansk durchgeführt. Das meldet der Untersuchungsausschuss der Russischen Föderation in Murmansk in einer Mitteilung.

Die Razzien wurden in Zusammenarbeit mit dem regionalen Untersuchungsausschuss durchgeführt. Eine große Anzahl von Büchern und elektronischen Informationsquellen wurde beschlagnahmt, und die an den Zusammenkünften beteiligten Personen sowie ihre Organisatoren und Führer wurden angeklagt. Mindestens zehn Personen wurden in der Operation festgenommen. Laut dem Nachrichtenmagazin 7x7 bestreiten die Inhaftierten die Beteiligung an illegalen Aktivitäten mit der Begründung, dass sie sich nur zu Gesprächen und zum Gebet getroffen hätten, ein Grundrecht, das in Artikel 28 der russischen Verfassung vorgesehen ist.

Die Zeugen Jehovas wurden im April 2017 nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs des Landes in Russland verboten. Die religiöse Gruppe wird heute als illegale “extremistische” Organisation definiert.

Im April 2018 führten der FSB und die russische Nationalgarde (Rosgvardia) Razzien in Polyarny, der Marinestadt auf der Halbinsel Kola, durch. Zwei Anwohner wurden festgenommen.

Das Gesetz zum Verbot der Zeugen Jehovas in Russland sieht eine maximale Haftstrafe von 6 bis 10 Jahren vor. Die Zeugen Jehovas würden eine Gefahr für die “Rechte der Bürger, die öffentliche Ordnung und die öffentliche Sicherheit” darstellen, argumentiert das Oberste Gericht. Alle 395 Regionalverbände der Zeugen Jehovas mussten aufgelöst werden, berichtet die Washington Post. Die 170.000 Mitglieder der russischen Zeugen Jehovas weigern sich, an nationalen Wahlen und Gedenkfeiern teilzunehmen und den obligatorischen Wehrdienst zu leisten. Das Vermögen der Gruppe wurde mittlerweile konfisziert.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Weniger Administration, mehr Fokus: Mit digitaler bAV-Verwaltung den nächsten Schritt gehen

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energie-Krise und Lieferengpässe: Wer sind die Profiteure?

Mittelstand und Verbraucher zahlen die Zeche für Energie- und Lieferkrise. Doch es gibt auch Profiteure.

DWN
Finanzen
Finanzen Ist Bitcoin digitales Gold?

Das Weltwährungssystem gerät zunehmend in Bedrängnis – selbst Gold ist in Verruf geraten. Bitcoin springt in die Bresche und zeigt –...

DWN
Politik
Politik DWN-INTERVIEW: Polnischer Vize-Außenminister: "Lukaschenko will uns alle in Europa gegeneinander ausspielen"

Polen sieht sich einem Flüchtlingsstrom gegenüber, gleichzeitig verschlechtert sich das Verhältnis zur EU massiv - mittlerweile...

DWN
Finanzen
Finanzen So schützen sich Hauskäufer vor dem Platzen der Immobilienblase

Die Wohnimmobilienpreise steigen derzeit so kräftig wie nie. Doch damit könnte bald Schluss sein. Experten mahnen zur Vorsicht beim...

DWN
Politik
Politik Merkel Abschiedsbesuch bei Erdogan: Die Staats-Chefs necken sich - und finden warme Worte füreinander

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat voraussichtlich zum letzten Mal den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan besucht.

DWN
Deutschland
Deutschland Antifa-Kämpfer greifen Corona-Demonstranten an, schlagen 65-Jährigen fast tot: Mehrjährige Haftstrafen

Das Stuttgarter Landgericht hat zwei Antifa-Kämpfer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

DWN
Technologie
Technologie Ein merkwürdiges Gespann: Was bahnt sich zwischen VW und Tesla an?

VW in Person von Vorstands-Chef Herbert Diess und Tesla in Person von CEO Elon Musk loben sich gegenseitig überschwenglich - um sich fast...

DWN
Politik
Politik CORONA-TICKER: Wissenschaftliche Gesellschaft empfiehlt Impfung für Kinder und Jugendliche "allgemein und uneingeschränkt"

Im Folgenden lesen Sie den Corona-Ticker für Sonnabend, den 16. Oktober, den wir selbstverständlich laufend für Sie aktualisieren.