Technologie

Ende der großen Auto-Messen kündigt sich an: Der „Internationalen Motor Show“ in Genf laufen die Aussteller davon

Der Niedergang der großen Automessen geht weiter – jetzt droht auch die „Internationale Motor Show“ in Genf zu einem Flop zu werden.
28.02.2020 16:49
Lesezeit: 1 min
Ende der großen Auto-Messen kündigt sich an: Der „Internationalen Motor Show“ in Genf laufen die Aussteller davon
Ein Fotograf bemüht sich auf der Automesse in Genf um ein gutes Bild. (Foto: dpa) Foto: Felix K

Detroit, Paris, Tokio, Frankfurt: Eine Automesse nach der anderen meldet starke Rückgänge, sowohl im Hinblick auf die Zahl der Besucher, als auch auf die der Aussteller. Jetzt hat es auch die „Internationale Motor Show“ in Genf erwischt. Mindestens 14 Autohersteller haben ihre Teilnahme an der Traditionsveranstaltung, die vom 5. bis 15. März dauert, abgesagt: Peugeot, Citroen, Opel, Lamborghini, Volvo, Jaguar, Land Rover, Cadillac, Ford, Tesla (!), Tata (Indien), Mitsubishi, Nissan und Subaru. Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität St. Gallen schreibt: „Genf bildet den Automarkt nicht mehr ab. Die Messehallen müssen ´gepolstert´ werden mit Bistro-Angeboten, Oldtimer-Replikas und den Ständen von Reifenherstellern, um den leeren Eindruck zu überspielen.“

Dudenhöffer wirft den Messe-Machern vor, nicht in der Lage zu sein, eine moderne Veranstaltung zu organisieren. Sie ähnelten „Dinosauriern, die im analogen Zeitalter haften geblieben“ seien. Schließlich wirke „Hardware, die aufgereiht nebeneinander steht, in unserer digitalisierten Welt wenig einladend“. Als Vorbild sollten sich die Verantwortlichen die iPhone-Präsentationen von Apple nehmen: Diese seien seit 2007, als die erste Auflage stattfand, „Vorbild für die Vorstellung von Innovationen“. Ähnliches wie Apple böte beispielsweise auch die GamesCom in Köln – wenn sich die großen Automessen nicht „schnell neu erfinden, werden sie sterben“.

Dabei, so Dudenhöffer, hätte „für Genf alles so schön laufen können. Denn: „Die Elektromobilität startet dieses Jahres in Europa durch“, so die Prognose des ehemaligen Leiters des CAR Centers Automotive der Universität Duisburg/Essen. Und weiter: „Es ist Druck auf dem Verkaufs-Kessel für Elektroautos. Nichts wäre besser als eine funktionierende Großveranstaltung, um die ´Pferde zum Saufen´ zu bringen, die Autokäufer vom Elektroauto zu begeistern. Genf hätte den großen Startschuss für den Hochlauf der Elektromobilität geben können.“

So aber bleibe „das Klima in Genf frostig, um nicht zu sagen, bitterkalt.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Sandisk und Intel leiden unter Ausverkauf bei Chipaktien, während Händler weitere Inflationsdaten verarbeiten
15.07.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street bewegten und warum einige Schwergewichte trotz Marktdrucks kräftig...

DWN
Politik
Politik Energiekrise in Europa: Die nächste gefährliche Abhängigkeit bedroht die EU
15.07.2026

Die Straße von Hormus ist blockiert, Europas Energiepreise bleiben hoch und selbst Diesel könnte knapp werden. Zwei der wichtigsten...

DWN
Politik
Politik Merz sieht Koalition auf gutem Weg - aber nicht am Ziel
15.07.2026

Die Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers hat Tradition. Diesmal stellte sich Amtsinhaber Friedrich Merz den Fragen der Journalisten...

DWN
Politik
Politik EU schmiedet Drohnen-Pakt mit der Ukraine
15.07.2026

Die EU und die Ukraine wollen ihre Drohnenproduktion gemeinsam ausbauen, während Kiew den Seekrieg gegen Russland auf eine neue Stufe...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Technologie
Technologie Absatzkrise der Autobauer: Nicht nur VW und Co. verlieren
15.07.2026

Deutsche Autobauer verlieren beim Absatz, doch auch andere große Hersteller kämpfen mit Rückgängen. Am stärksten leidet dabei ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 220 Euro pro Kopf: War das der Höhepunkt der Bahn-Investitionen?
15.07.2026

Der Bund investiert so viel wie nie in die Schiene – doch schon in wenigen Jahren droht wieder der Rückwärtsgang. Die Bahnbranche warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren für Kinder: Diese Entscheidungen können teuer werden
15.07.2026

Beim Ansparen für ein Kind hängt das Ergebnis nicht allein von der Rendite der Anlage ab. Es ist ebenso wichtig, auf wessen Namen das...