Finanzen

EZB nimmt Corona-Virus zum Anlass, Großbanken noch mehr billiges Geld zuzuschießen

Die EZB könnte das Corona-Virus zum Anlass nehmen, noch mehr billiges Geld in den Markt zu pumpen. Besonders die Großbanken könnten profitieren.
03.03.2020 12:52
Aktualisiert: 03.03.2020 12:52
Lesezeit: 1 min
EZB nimmt Corona-Virus zum Anlass, Großbanken noch mehr billiges Geld zuzuschießen
Das EZB-Gebäude in Frankfurt (Foto: dpa). Foto: Andreas Arnold

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, die Volkswirtschaften der Euro-Zone zu unterstützen, wenn diese durch das Corona-Virus Probleme bekommen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde gab gestern folgende Erklärung ab: „Der Ausbruch des Coronavirus ist eine sich schnell entwickelnde Situation, die Risiken für die wirtschaftlichen Aussichten und das Funktionieren der Finanzmärkte mit sich bringt. Die EZB beobachtet die Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft, den mittelfristigen Inflationsausblick und den geldpolitischen Transmissionskanal genau. Wir sind bereit, bei Bedarf geeignete und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, die den zugrunde liegenden Risiken angemessen sind.“

Auf Anfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten, was unter „geeigneten und gezielten Maßnahmen“ zu verstehen sei, teilte ein EZB-Sprecher mit: „Ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen ergriffen werden, entscheidet der EZB-Rat, dessen nächste geldpolitische Sitzung am 12. März stattfindet. Bereits heute benutzt die EZB unterschiedliche Instrumente für eine effektive Geldpolitik. Neben den Leitzinsen und den Anleihekäufen gibt es auch die ´Gezielten Langfristigen Refinanzierungsoperationen´, bei denen sich Geschäftsbanken gegen Sicherheiten günstig Geld leihen können. Wie hier www.ecb.europa.eu/mopo/implement/omo/tltro/html/index.en.html beschrieben, wird gezielt die Kreditvergabe an Firmen der Realwirtschaft und Haushalte gefördert. In einigen Medien wird bereits spekuliert, dass wir dieses Instrument anpassen könnten. Was tatsächlich entschieden wird, wird von der weiteren Entwicklung der Corona-Folgen abhängen.“

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank haben gesagt, bei Bedarf eingreifen zu wollen. Diese dürfte allerdings in erster Linie ärmeren Ländern außerhalb Europas zugutekommen. Morgen beraten sich die Finanzminister der G7-Staaten über die Folgen des Corona-Virus.

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