Unternehmen

VW-Tochter Sitech und Zulieferer Brose planen Gemeinschaftsfirma

Der VW-Sitzhersteller Sitech will mit dem fränkischen Autozulieferer Brose ein Gemeinschaftsunternehmen bilden. Insbesondere für Sitech ist der Deal wichtig.
13.07.2020 16:57
Lesezeit: 1 min
VW-Tochter Sitech und Zulieferer Brose planen Gemeinschaftsfirma
12.03.2018, Sachsen, Dresden: Ein VW e-Golf hängt an einer elektrischen Hängebahn in der Gläsernen VW-Manufaktur. (Foto: dpa) Foto: Monika Skolimowska

Der VW-Sitzhersteller Sitech will mit dem fränkischen Autozulieferer Brose ein Gemeinschaftsunternehmen bilden. Volkswagen-Konzern und Brose-Gruppe sollen daran jeweils die Hälfte halten. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Montag in Coburg unterzeichnet. Zum Jahresende sollen die Verträge geschlossen werden, danach müssen noch die Kartellbehörden das Vorhaben prüfen.

Teil der Vereinbarung ist laut VW-Konzernbetriebsratsvizechefin und Sitech-Aufsichtsrätin Daniela Cavallo auch eine Jobgarantie für die Beschäftigten der deutschen Sitech-Standorte bis 2029 sowie das Ziel, die Werke möglichst gut auszulasten. Der Chef der Gesellschafterversammlung von Brose, Michael Stoschek, erklärte: «Ich bin zuversichtlich, dass Volkswagen und Brose eine solide Basis für das Joint-Venture erarbeiten werden, das auf dem hart umkämpften Markt für Fahrzeugsitze eine führende Position einnehmen wird.»

VW-Komponenten-Vorstandschef Thomas Schmall sieht Vorteile in der gemeinsamen Entwicklung von Sitztechnik etwa für Autos beim autonomen Fahren: «Das Interieur der Zukunft wird ein neu definierter Lebensraum sein, bei dem neben Komfort und Sicherheit die Flexibilität und Personalisierung des Innenraums im Vordergrund stehen.» Brose will nach Angaben von Geschäftsführer Ulrich Schrickel unter anderem Produkte mit Sensorik und Software einbringen.

Der Gesamtbetriebsrat von Sitech erklärte, ein Partner sei für die «strategische Ausrichtung unerlässlich, um unsere Wettbewerbsposition weiter auszubauen». Gleichzeitig bleibe man eng an VW angebunden. Die Belegschaftsvertreter betonten aber ebenso: «Mit uns wird es im Falle einer Kooperation keine tariflichen Einschnitte geben.» Geltende Modellzusagen an die Werke müssten außerdem Bestand haben.

Sitech war in der VW-Gruppe schon vor der Corona-Krise unter erhöhten Kostendruck geraten. Das Werk in Hannover musste geschlossen werden, weil zwei konzerninterne Großaufträge verloren gegangen waren. Im März wurde nach Angaben der IG Metall ein Sozialplan beschlossen. In der niedersächsischen Landeshauptstadt hatte Sitech mit 450 Menschen zuletzt Sitztechnik für die leichten VW-Nutzfahrzeuge hergestellt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Die Ökonomie der Aufmerksamkeit: Warum Unternehmen um jede Minute kämpfen

Im Internet ist Geld nicht länger die einzige Währung. Eine ebenso große Rolle spielt die Währung Aufmerksamkeit. Wer im Überfluss an...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Europa-Aktien locken mit Dividenden und günstiger Bewertung
20.07.2026

Für Investitionen in europäische Unternehmen sprechen mehrere Argumente: Die Wirtschaft kann sich angesichts der derzeit niedrigen...

DWN
Technologie
Technologie KI-Cyberangriffe: Warum langsame Unternehmen leichte Beute werden
20.07.2026

Cyberangriffe brauchen künftig womöglich nur noch Minuten, Unternehmen für ihre Gegenmaßnahmen dagegen oft Stunden oder Tage. ENISA...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Weizenpreis unter Druck: Ukraine trifft Russlands wirtschaftliche Lebensader
20.07.2026

Russlands Schiffe brennen, wichtige Exportwege stehen still und der Weizenpreis schießt nach oben. Mit einer Serie von Drohnenangriffen...

DWN
Technologie
Technologie Studie zeigt: Elektroautos holen beim Preis rasant auf – wann sie gleich viel kosten wie Verbrenner
20.07.2026

Der Preis ist für viele Autofahrer oft das stärkste Argument bei der Entscheidung gegen ein Elektroauto. Neue Daten deuten nun auf eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Wochenstart nahe 4.000 Dollar – was das für Anleger bedeutet
20.07.2026

Der Goldpreis ist zum Wochenauftakt nur wenig verändert um die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze in den Rohstoffhandel gestartet....

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie stabilisiert sich nach Rückschlag: Aufträge stützen, Analysten bleiben vorsichtiger
20.07.2026

Die Rheinmetall-Aktie ist nach einem turbulenten Juni mit leichten Gewinnen in die neue Börsenwoche gestartet. Neue Aufträge und volle...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus: Militärische Eskalation zwischen USA und Iran erreicht neue Stufe
20.07.2026

Nach weiteren Angriffen beider Seiten verschärft sich die Lage im Nahen Osten zusehends. Während Washington seine Militärpräsenz...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Aquaductus: Erste Nordsee-Wasserstoffpipeline nimmt konkrete Formen an
20.07.2026

Eine Wasserstoffpipeline soll künftig grünen Wasserstoff aus der Nordsee an Land bringen und die Energieversorgung stärken. Jetzt...