Politik

Antisemit hält Türken für einen Juden, greift ihn an, aber wird selbst niedergeschlagen

In Dortmund hat ein 56-Jähriger einen Deutsch-Türken fälschlicherweise für einen Juden gehalten, um ihn anschließend antisemitisch zu beleidigen. Als der 56-Jährige den Deutsch-Türken anschließend mit einer abgebrochenen Glasflasche attackierte, wurde er vom Deutsch-Türken niedergestreckt.
05.10.2020 17:39
Aktualisiert: 05.10.2020 17:39
Lesezeit: 1 min
Antisemit hält Türken für einen Juden, greift ihn an, aber wird selbst niedergeschlagen
27.07.2015, Niedersachsen, Osnabrück: Ein Blaulicht leuchtet am auf dem Dach eines Polizeiwagens. (Foto: dpa) Foto: Friso Gentsch

Zu einer gefährlichen Körperverletzung und einer antisemitischen Beleidigung soll es Freitagabend (2. Oktober) am Dortmunder Hauptbahnhof gekommen sein. Ein 56-jähriger russischer Staatsangehöriger soll dort einen 49-jährigen Mann aus Lünen erst antisemitisch beleidigt und anschließend mit einer abgebrochenen Glasflasche angegriffen haben, so die Polizei in einer Mitteilung.

Nach Angaben des 49-Jährigen soll dieser durch den 56-jährigen Mann aus Möhnesee im Vorbeigehen beleidigt worden sein. Dabei soll dieser ihn erst gefragt haben, ob er Jude sei. Als der 49-Jährige ihn deshalb aufforderte, einfach weiterzugehen, soll er den Lüner mit „Fuck You“ und „Scheiß Jude“ beleidigt haben. Anschließend zerschlug er eine Glasflasche und griff den 49-Jährigen mit diesen an, so Zeugen des Vorfalls.

Dieser setzte sich zur Wehr und schlug den Angreifer zu Boden. Anschließend trennten weitere Zeugen die beiden Männer. Bundespolizisten nahmen den 56-Jährigen fest und brachten ihn zur Wache.

Rundblick Unna berichtet: „Bundespolizeisprecher Volker Stall informierte uns auf Nachfrage über die Herkunft der beiden Männer: Der 56-jährige Angreifer ist ein russischer Staatsbürger, der derzeit in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) Möhnesee lebt; der wehrhafte Attackierte ist ein 46-jähriger Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund aus Lünen. Und nein, ergänzte Stall: ,Er ist kein Jude.‘ Wie der hasserfüllte Russe darauf gekommen ist, bleibt sein Geheimnis, denn er sagte zu dem Grund für seinen Angriff kein Wort.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Förderprogramm für Azubi-Vermittlung vor dem Aus – trotz offener Ausbildungsplätze
29.09.2026

Viele offene Lehrstellen, viele Jugendliche ohne Perspektive – und trotzdem soll ein bewährtes Förderprogramm für die Azubivermittlung...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldvermögen: Haushalte so reich wie nie - Rekordsumme ungleich verteilt
29.09.2026

Das weltweite Geldvermögen erreicht laut Allianz ein Rekordhoch. Doch der Zuwachs kommt bei Milliarden Menschen nicht an. Die Unterschiede...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Funflation: Warum selbst der Spaß immer teurer wird
29.09.2026

Urlaub, Restaurant oder Hobby: Wer seine Freizeit genießen will, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Eine Analyse der Bank of America...

DWN
Politik
Politik Kippt der Länderfinanzausgleich? Union droht bei Linksregierung mit Geldentzug
29.09.2026

Nach dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin könnte diese bald die Regierung anführen. Die CDU- und CSU-geführten Bundesländer drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen Reicher Westen, armer Osten: Enorme Vermögensungleichheit verschärft sich 2025
29.09.2026

Am 36. Jahrestag der Wiedervereinigung herrschen enorme Unterschiede bei der Vermögensverteilung: Alleine im Jahr 2025 entfielen 95...

DWN
Politik
Politik Deutschland vergreist: Kinderwunsch sinkt – das sind die Folgen
29.09.2026

In Deutschland sinkt nicht nur kontinuierlich die Geburtenrate, sondern erstmals seit vielen Jahren sogar auch der Wunsch nach eigenen...

DWN
Finanzen
Finanzen Lateinamerika-Aktien: Das Comeback, das kaum jemand auf dem Radar hat
29.09.2026

Jahrelang mieden Anleger Lateinamerika, nun schlägt die Region sogar den S&P 500. Rohstoffe, Banken und überraschend niedrige Bewertungen...

DWN
Politik
Politik Personalie Jens Spahn: Doch kein Comeback im Haushaltausschuss
29.09.2026

Der Skandal um die Leihmutterschaft kostete Jens Spahn seinen Posten an der Spitze der CDU‑Fraktion. Im Haushaltsausschuss wollte er...