Finanzen

Das Ende des Märchens: Island wird Opfer seiner Rettungs-Politik

Lesezeit: 1 min
10.10.2013 18:39
Island könnte Opfer seiner eigenen Rettungspolitik werden: Wegen der immer noch bestehenden Kapitalverkehrskontrollen können die Firmen ihre Schulden an ausländische Gläubiger nicht bezahlen. Diese wollen die Enteignung nicht kampflos aufgeben.
Das Ende des Märchens: Island wird Opfer seiner Rettungs-Politik

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Der isländische Privatsektor steht vor Schulden in Höhe von etwa 7000 Milliarden Kronen bzw. 5,8 Milliarden Dollar, die auf ausländische Währungen laufen. Diese müssen bis 2018 getilgt werden. Selbst der zu erwartende Leistungsüberschuss in den kommenden fünf Jahren kann noch nicht einmal die Hälfte dieses Betrages erreichen, so die Zentralbank des Landes. Ein Rückgang des isländischen BIPs um 20 Prozent wäre die Folge.

„Es gibt ein Rückzahlungsrisiko für ausländische Schulden des Privatsektors“, zitiert Bloomberg Sigridur Benediktsdottir von der Zentralbank. Das Problem sei, dass der Privatsektor „keinen Zugang zu ausländischen Finanzmärkten habe“. Und diese Tatsache werde dadurch verschlimmert, dass der Leistungsüberschuss derzeit schrumpfe, so die Zentralbank.

Schuld an dem Problem sind die in Island immer noch aufrechten Kapitalverkehrs-Kontrollen. Diese verhindern den Zugang des Privatsektors zu ausländischen Finanzmärkten. Der hohe Schuldenberg erschwert die geordnete Aufhebung dieser Kontrollen. Mit einer Kapitalflucht ist dem isländischen Premier Sigmundur David Gunnlaugsson zufolge immer noch zu rechnen. Dies würde die Schulden des Landes erhöhen und die langsame Erholung der Wirtschaft schwächen, so Gunnlaugsson.

Insgesamt halten ausländische Gläubiger vergebene Kredite in Höhe in 7,2 Milliarden Dollar, an die sie derzeit aufgrund der Kapitalkontrollen nicht kommen. Um eine Kapitalflucht zu vermeiden, forderte der isländische Premier die ausländischen Banken auf, eine Abschreibung auf ihre Kredite im Umfang von 461 Milliarden Kronen zu akzeptieren.

Die Banken haben sich bisher geweigert. Vor allem britische Banken setzten auf den Rechtsweg und wollen die Enteignung nicht kampflos hinnehmen.

Noch vor wenigen Monaten hatten die Isländer die EU aufgefordert, es ihnen gleichzutun und den Gläubigern die lange Nase zu zeigen. Islands Premier hatte in einem spektakulären Auftritt gefordert, die Banken in Europa pleitegehen zu lassen (mehr hier).

Ein Fehler, wie sich zeigt.

Der lange Arm der Banken erreicht die Isländer.

Für Schulden-Sklaven gilt: Es gibt keine Inseln der Seligen.

Höchstens die Isolations-Haft.

 

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