Politik

Erdogan fordert „Ehrlichkeit“ von der EU im Umgang mit der Türkei

Der türkische Präsident Erdogan hat sich am vergangenen Sonntag positiv über die EU geäußert. Die Türkei habe sich immer als ein Teil Europas gesehen. Doch die EU müsse ehrlich im Umgang mit der Türkei in Bezug auf die Flüchtlings-Krise und der EU-Mitgliedschaft sein.
24.11.2020 11:00
Lesezeit: 1 min
Erdogan fordert „Ehrlichkeit“ von der EU im Umgang mit der Türkei
31.10.2020, Türkei, Van: Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei und Vorsitzender der AKP, hält auf einem Parteitag der AKP in einem Stadion eine Rede. (Foto: dpa) Foto: Uncredited

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Sonntag, die Türkei sehe sich als Teil Europa , forderte jedoch die Europäische Union auf, „Ihre Versprechen zu halten“, wenn es um Themen wie das Beitrittsgesuch des Landes und Flüchtlinge geht. Er sprach vor einem EU-Gipfel, der nächsten Monat stattfinden soll. In den letzten Wochen haben EU-Mitglieder damit gedroht, Sanktionen gegen die Türkei wegen ihrer Gasexplorationsmissionen im östlichen Mittelmeerraum einzuführen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs werden sich am 10. und 11. Dezember in Brüssel treffen, so der englischsprachige Dienst der Nachrichtenagentur AP.

„Wir sehen uns immer als Teil Europas. Wir haben uns für Europa entschieden, solange sie uns nicht zwingen, woanders hinzuschauen“, sagte Erdogan in einer virtuellen Rede vor regierenden Parteimitgliedern. Er fügte hinzu: „Halten Sie Ihre Versprechen an unser Land, von der Vollmitgliedschaft bis zum Thema Flüchtlinge. Lassen Sie uns eine engere und effizientere Zusammenarbeit aufbauen.“

Die Türkei wolle auch „ihre langen und engen Bündnisbeziehungen mit den Vereinigten Staaten aktiv nutzen, um regionale und globale Probleme zu lösen“.

Die Türkei beantragte 1987 die EU-Mitgliedschaft und unterzeichnete vor vier Jahren ein Abkommen mit der EU zur Steuerung des Migrantenstroms nach Europa. Letzte Woche forderte Bundesaußenminister Heiko Maas die Türkei auf, „Provokationen“ im Mittelmeerraum zu stoppen. EU-Außenpolitiker Josep Borrell sagte, die EU nähere sich „einem Wendepunkt in unserer Beziehung zur Türkei“.

In den letzten zwei Wochen hat Erdogan über Pläne für justizielle und demokratische Reformen gesprochen, die mit einer Änderung der Wirtschaftspolitik einhergehen sollen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schuldenbombe unter der Motorhaube der KI tickt immer lauter. Wo könnte es zuerst krachen?
21.10.2026

Investoren zahlen immer höhere Preise für Schutz vor Zahlungsausfällen. Entscheidend wird sein, wer die Verluste trägt, falls die...

DWN
Finanzen
Finanzen Analyse: Bei der Luxusaktie zeichnet sich eine Wende ab
21.10.2026

Nach mehreren Jahren schwacher Verkäufe und sinkender Gewinne sind die Erwartungen an den Luxuskonzern deutlich zurückgegangen. Die...

DWN
Politik
Politik Europa wird zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt von einem politischen Sturm erschüttert
21.10.2026

Europa müsste gleichzeitig seinen größten Haushalt beschließen, die Ukraine stützen und dem wachsenden Druck aus den USA, Russland und...

DWN
Technologie
Technologie In Lettland wurde ein neues Gerät zum Bitcoin-Mining für zu Hause entwickelt – Bitcube
21.10.2026

Das Technologieunternehmen Power Mining hat Bitcube auf den Markt gebracht, ein in Lettland entwickeltes Gerät zum Bitcoin-Mining für den...

DWN
Immobilien
Immobilien Blaupause oder teures Experiment? Berlins historischer Anlauf zur Vergesellschaftung
21.10.2026

Linke, Grüne und SPD in Berlin haben ihre Sondierungen beendet und wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Der entscheidende Knackpunkt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handelskrieg mit China vermeiden: Merz fordert Fairness statt Eskalation
21.10.2026

Die EU will sich stärker gegen unfaire Handelspraktiken schützen. Bundeskanzler Friedrich Merz betont jedoch, dass es dabei nicht um...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ukraine-Wirtschaft schwächelt: Experten senken Wachstumsprognose deutlich
21.10.2026

Die massiven russischen Angriffe verschlechtern die wirtschaftlichen Aussichten der Ukraine spürbar. Das Wiener Institut für...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuer-Panne: Gesetz gilt plötzlich Monate zu früh
21.10.2026

Eigentlich sollten höhere Tabaksteuern erst 2027 greifen. Doch ein Fehler im Bundesfinanzministerium hat dafür gesorgt, dass die Regelung...

something went boom, check error.log :(