Unternehmen

Trotz Corona: Wacker Chemie kocht weiter - genau wie die ganze deutsche Branche

Der Mittelständler Wacker Chemie entwickelt sich trotz Corona gar nicht mal so schlecht. Ein Grund: Das Unternehmen ist in vielen Geschäftsfeldern aktiv.
02.02.2021 17:50
Lesezeit: 1 min

„Gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die COVID-19-Pandemie auf die Weltwirtschaft hatte, hat sich Wacker Chemie im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr gut geschlagen. Die Aufstellung unseres Portfolios, mit der wir Schwächen in einzelnen Branchen zumindest zum Teil kompensieren konnten, hat sich in der gegenwärtigen Krise einmal mehr bewährt. Hinzu kommt unser erfolgreich angelaufenes Effizienzprogramm, das uns 2020 bereits eine Ergebnisverbesserung von mehr als 50 Millionen Euro gebracht hat“, sagte Rudolf Staudigl, der Chef von Wacker Chemie.

So schmolz der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf fast 4,7 Milliarden Euro. Wegen Krise ging der Umsatz im zweiten Quartal 2020 stark zurück. Im dritten und vierten Quartal hat das Unternehmen diesen Einbruch vor allem dank der robusten Nachfrage aus der Bauindustrie sowie bei einem besonderen Kunststoff teilweise wieder aufgeholt, glich ihn aber nicht vollständig aus.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des Geschäftsjahres 2020 brach zwar um 15 Prozent auf 665 Millionen Euro ein. Doch war der Vergleichswert im Vorjahr relativ hoch, weil Wacker 2019 in den Herstellungskosten Versicherungsleistungen von 112,5 Millionen Euro aus einem Schadensfall verbucht hat, der sich 2017 am Standort Charleston in den USA ereignet hatte. Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA im Jahresvergleich nur um ein Prozent zurückgegangen.

Damit ähnelt die Entwicklung von Wacker der Performance, die die gesamte deutsche Chemiebranche im Krisenjahr gezeigt hat. Der Umsatz in Deutschlands drittgrößter Branche ging insgesamt um sechs Prozent auf 186,4 Milliarden Euro zurück. „Die Belastungen für unsere Mitgliedsunternehmen sind erheblich“, sagte VCI-Präsident Christian Kullmann. „Zugleich ist unsere Branche insgesamt weniger hart getroffen als andere Wirtschaftszweige.“

Zum Ende dieses Jahres ist die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen weitgehend stabil geblieben. Zugleich hat sich laut ifo-Konjunkturtest auch die aktuelle Geschäftslage verbessert. „Die Stimmung in unseren Unternehmen ist nun mehrheitlich zuversichtlich“, erklärte Kullmann Mitte Dezember. „Mehr als die Hälfte rechnet für das nächste Jahr mit einem Umsatzplus im In- und Ausland.“ Für 2021 geht der VCI daher für die chemisch-pharmazeutische Industrie von einer Zunahme sowohl der Produktion (plus 1,5 Prozent) wie auch des Umsatzes (plus 2,5 Prozent) aus.

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