Politik

Gegen den Lockdown: Texas hebt Maskenpflicht auf und öffnet alle Restaurants

Der US-Bundesstaat Texas wird zum Missfallen der in Washington D.C. sitzenden Biden-Regierung am 10. März alle Geschäfte und alle Restaurants ohne die Vorgabe einer Kapazitätsgrenze öffnen. Die Maskenpflicht wird komplett aufgehoben.
03.03.2021 22:06
Aktualisiert: 03.03.2021 22:06
Lesezeit: 2 min

Am 2. März 2021 hat der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, angekündigt, dass in seinem Bundesstaat die Maskenpflicht aufgehoben und alle Restaurants komplett geöffnet werden, berichtet „Dallas News“. Bei Restaurants gab es zuvor eine Kapazitätsgrenze. Diese Ankündigung erfolgte am Unabhängigkeitstag von Texas, weshalb der Ankündigung von Abbott auch ein symbolischer Wert beizumessen ist. „Zu viele Texaner wurden von Beschäftigungsmöglichkeiten ausgeschlossen. Zu viele Kleinunternehmer haben Probleme, ihre Rechnungen zu bezahlen. Das muss enden. Es ist jetzt Zeit, Texas zu 100 Prozent zu öffnen. Mit den medizinischen Fortschritten bei Impfungen und Antikörper-Therapien hat Texas jetzt die Instrumente, um die Texaner vor dem Virus zu schützen“, so Abbott. Die komplette Aufhebung des Lockdowns soll am 10. März erfolgen. Doch viele Geschäfte und Bürger haben bereits damit begonnen, den Lockdown zu stoppen.

Doch die Texaner fahren damit einen Kurs gegen die Bestimmungen der Bundesregierung in Washington D.C. In Texas gibt es seit langer Zeit eine Bewegung, die um die Unabhängigkeit von den USA kämpft.

Der texanische Abgeordnete Kyle Biedermann hatte im Dezember 2020 mitgeteilt: „Die Bundesregierung ist außer Kontrolle und vertritt nicht die Werte der Texaner. Aus diesem Grund verpflichte ich mich, in dieser Sitzung Gesetze einzureichen, die es einem Referendum ermöglichen, den Texanern eine Stimme für den Bundesstaat Texas zu geben, um seinen Status als unabhängige Nation zu bekräftigen. Diese Gesetzgebung stimmt perfekt mit Artikel 1 Abschnitt 2 der texanischen Verfassung überein, der lautet: „Alle politische Macht ist dem Volk inhärent, und alle freien Regierungen sind auf ihre Autorität gegründet und zu ihren Gunsten eingesetzt. Der Glaube der Menschen in Texas ist der Wahrung einer republikanischen Regierungsform verpflichtet, und vorbehaltlich dieser Einschränkung haben sie jederzeit das unveräußerliche Recht, ihre Regierung so zu ändern, zu reformieren oder abzuschaffen, wie es für dienlich und zweckmäßig erachten.“

Eric McDaniel von der University of Texas in Austin sagte dem „Texas Tribune“: „Die Rechtmäßigkeit der Abspaltung ist problematisch. Der Bürgerkrieg spielte eine sehr große Rolle beim Aufbau der Macht der Bundesregierung und bei der Festigung, dass die Bundesregierung in diesen Fragen das letzte Wort hat“. „Spectrum News 1“ hatten die texanischen Gesetzgeber maßgeblich dazu beigetragen, Trumps Behauptungen des Wahlbetrugs bei den Wahlen am 3. November 2020 am Leben zu erhalten.

Eine nicht ganz unerhebliche Rolle in Texas spielt die Bewegung „Texas Nationalist Movement“ (TNM), die offen für einen „Texit“ wirbt. Die TNM wörtlich: „Seit Generationen träumten die Texaner davon, dass Texas ein unabhängiger, selbstverwaltender Nationalstaat wird, der frei von der Kontrolle der Bürokraten und der politischen Klasse in Washington ist. Vor 2005 gab es keine Organisation, die sich ausschließlich der Verwirklichung widmete. Dann wurde die Texas Nationalist Movement geboren. Wir arbeiten daran, die politische, kulturelle und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Nation Texas zu sichern und zu schützen und eine konstitutionelle Republik und die inhärenten Rechte der Menschen in Texas wiederherzustellen und zu schützen.“

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2010 hatte Texas eine Bevölkerung 25.145.651, wobei die Anzahl bis zum Jahr 2017 um etwa drei Millionen Einwohner gestiegen sein soll. „Merkur Online“ führt aus : „Die Bewohner des US-Bundesstaats sind bunt gemischt und setzen sich wie folgt zusammen: 45,3 % Weiße (ohne Hispanics und Latinos), 11,8 % Afroamerikaner, 37,6 % Hispanics, 3,8 % Asiaten, 0,1 % Hawaiianer oder von den Pazifikinseln stammend, 0,7 % Indianer, 2,7 % zwei oder mehr Gruppen angehörend.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E-Auto-Produktion in Europa legt zu: Neue Studie zeigt überraschende Entwicklung
13.07.2026

Die europäischen Strafzölle auf Elektroautos aus China sollten heimische Produktionsstandorte stärken. Erste Daten deuten tatsächlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Lululemon-Aktie: Michael Burry sieht jetzt eine Chance
13.07.2026

Die Lululemon-Aktie hat in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren. Mehrere Rückschläge, interne Probleme und ein schwieriges...

DWN
Politik
Politik Analyse: Wenn Putin verzweifelt, müssen wir seine Reaktion wirklich fürchten
13.07.2026

Der Druck auf Russland wächst militärisch und wirtschaftlich. Die Verluste an der Front sind enorm, die Wirtschaft ächzt unter dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Vollsperrungen bei der Deutschen Bahn: Konzept in der Kritik
13.07.2026

Monatelange Sperrungen, teure Sanierungen – und trotzdem bleibt der Bahnverkehr auf wichtigen Strecken chaotisch. Was steckt hinter den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Einzelhandel: Arbeitgeber sagen Tarifgespräche in vier Ländern ab – Verdi spricht von Skandal
13.07.2026

Der Tarifkonflikt im Einzelhandel spitzt sich weiter zu. Nachdem Arbeitgeber mehrere Verhandlungsrunden abgesagt haben, kündigt Verdi eine...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie: Chef Blume nennt erstmals Zahl zum möglichen Jobabbau – was das für die VW-Aktie bedeutet
13.07.2026

Die Sparpläne bei Volkswagen nehmen deutlichere Konturen an. Erstmals spricht Konzernchef Oliver Blume offen über das mögliche Ausmaß...

DWN
Politik
Politik Europäische Milliarden für die energetische Sanierung von Häusern: viel Geld, zu wenig Wirkung
13.07.2026

Die EU steckt Milliarden in die energetische Sanierung von Häusern und Wohnungen. Doch Prüfer sehen ein Problem: Viele Projekte sparen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Helsing sammelt 1,8 Milliarden Dollar für KI und Drohnen ein
13.07.2026

Mit frischem Kapital in Milliardenhöhe will Helsing seine Rolle als europäischer Technologieführer im Verteidigungssektor ausbauen. KI,...