Politik

Widersprüchliche Ergebnisse bei Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Auf den letzten Metern setzen fast alle Parteien noch mal auf Unterstützung aus Berlin - nur Ministerpräsident Haseloff schließt den Wahlkampf ohne die Bundespartei ab. Es wird spannend, auf letzte Umfragen können sich die Parteien nicht verlassen.
04.06.2021 11:56
Aktualisiert: 04.06.2021 11:56
Lesezeit: 1 min
Widersprüchliche Ergebnisse bei Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die Spitzenkandidaten ihrer Parteien für die Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt, Katja Pähle (l, SPD) und Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes, warten im Studio der MDR-Wahl-Arena im MDR-Landesfunkhaus auf den Beginn. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt soll am 6. Juni 2021 stattfinden. (Foto: dpa) Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Kann die CDU ihre Spitzenposition behaupten oder wird die AfD im Magdeburger Landtag erstmals stärkste Kraft in einem Parlament? Am letzten Wahlkampf-Wochenende wollen die Parteien in Sachsen-Anhalt letzte Wähler mobilisieren. CDU und AfD beenden am Freitag zeitgleich (18.00 Uhr) ihren Wahlkampf, die CDU mit einer Online-Veranstaltung, die AfD mit einer Kundgebung in Magdeburg.

Linke, SPD und FDP hatten ihre Wahlkampfveranstaltungen schon am Donnerstag, die Grünen am Mittwoch beendet. Mit Robert Habeck (Grüne), Olaf Scholz (SPD), Dietmar Bartsch (Linke) und Christian Lindner (FDP) hatten die Landesparteien voll auf die Unterstützung prominenter Bundespolitiker gesetzt.

Auch die AfD hat für ihre Abschlusskundgebung ihren Parteichef und Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, Tino Chrupalla, eingeladen. Einzig die CDU Sachsen-Anhalts bleibt bei ihrem Wahlkampfabschluss wohl unter sich - neben Spitzenkandidat Reiner Haseloff ist nur Landesparteichef Sven Schulze angekündigt.

Zwei am Donnerstag veröffentlichte Umfragen kamen zu recht unterschiedlichen Stimmungsbildern. In einem ZDF-Politbarometer Extra hatte die CDU mit 30 Prozent einen deutlichen Vorsprung vor der AfD mit 23 Prozent. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den «Spiegel» signalisierte hingegen ein knappes Rennen, hier kam die CDU auf 29 und die AfD auf 28 Prozent.

Die anderen Parteien liegen deutlich dahinter. Das ZDF-Politbarometer sah die Linke mit 11,5 Prozent vor der SPD mit 10 Prozent, den Grünen mit 9 Prozent und die FDP auf 6,5 Prozent. In der Civey-Umfrage lagen Linke und SPD mit jeweils rund 10 Prozent gleichauf. Die Grünen lagen bei 8 Prozent, die FDP bei 6 Prozent. Die Liberalen würde beiden Umfrageergebnissen zufolge nach zehn Jahren Pause wieder in den Landtag einziehen. Bei beiden Umfragen handelt es sich um Stimmungsbilder zum Zeitpunkt der Befragung, nicht um Prognosen.

Seit fünf Jahren regieren in Sachsen-Anhalt CDU, SPD und Grüne in Deutschlands erster Kenia-Koalition zusammen. Die Bezeichnung geht auf die den Parteien zugeschriebenen Farben und jene in der Landesflagge des afrikanischen Landes zurück. Bei der Landtagswahl 2016 hatte die CDU 29,8 Prozent erreicht, vor der AfD mit 24,3 Prozent, der Linken mit 16,3 Prozent und der SPD mit 10,6 Prozent. Die Grünen kamen auf 5,2 Prozent.

Rund 1,8 Millionen Menschen sind aufgerufen, am Sonntag einen neuen Landtag zu wählen. Seit 2011 ist Reiner Haseloff Ministerpräsident, er strebt eine dritte Amtszeit an. Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist auch ein letzter Stimmungstest für die Bundestagswahl am 26. September.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Bremer Immobilienmarkt unter Druck: Strategien für Käufer und Verkäufer im aktuellen Zinsumfeld

Der Immobilienmarkt in Bremen befindet sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Nach Jahren des kontinuierlichen Preisanstiegs...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
06.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BYD Sealion 5 im Test: Viel Auto für vergleichsweise wenig Geld
06.08.2026

Der BYD Sealion 5 verbindet viel Platz, hohen Komfort und einen erstaunlich großen Aktionsradius. Als Plug-in-Hybrid schafft er im Test 80...

DWN
Technologie
Technologie Hedgefonds zittern: Hacker greifen Wall-Street-Giganten an
06.08.2026

Zu den Zielen der Angriffe gehörten Point72, Millennium Management, Two Sigma und Citadel. Die Angreifer versuchten über gefälschte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft 19 Prozent auf alles?: Ifo-Chef plädiert für höhere Mehrwertsteuer
06.08.2026

Teurere Lebensmittel – und dafür eine Gutschrift vom Staat für Menschen mit geringen Einkommen? Das schlägt ein führender deutscher...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Rekordgewinn stärkt Position im Übernahmekampf mit Unicredit
06.08.2026

Mit steigenden Gewinnen wollte die Commerzbank-Aktie ihre Unabhängigkeit untermauern. Die jüngste Zwischenbilanz fällt positiv aus. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Auswanderung geplant? Diese Steuerfallen sollten Sie kennen
06.08.2026

Ein Leben im Ausland klingt nach Freiheit und neuen Perspektiven. Doch vor dem Abschied verlangt der Fiskus oft noch seinen Anteil. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie enttäuscht Anleger: Rekordumsatz reicht nicht mehr
06.08.2026

SpaceX meldet einen spektakulären Umsatzsprung, doch an der Börse kippt die Stimmung. Die gigantischen KI-Ausgaben stellen den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industrie legt zu: Rhein wird zum Konjunkturrisiko
06.08.2026

Die kriselnde deutsche Industrie hat im Juni überraschend viele Aufträge an Land gezogen. Doch das Niedrigwasser im Rhein entwickelt sich...