Politik

„Sie erinnert mich an die Kanzlerin“: Ex-Siemens-Chef unterstützt Kanzlerschaft von Baerbock

Ex-Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser kann sich durchaus vorstellen, dass Annalena Baerbock die nächste Kanzlerin wird. „Was ihre Auffassungsgabe und Interesse betrifft, erinnert sie mich sehr an unsere heutige Bundeskanzlerin“, meint er.
04.06.2021 13:47
Aktualisiert: 04.06.2021 13:47
Lesezeit: 1 min
„Sie erinnert mich an die Kanzlerin“: Ex-Siemens-Chef unterstützt Kanzlerschaft von Baerbock
Annalena Baerbock (l-r), Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, und Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, sitzen beim Wirtschaftskongress der Grünen-Bundestagsfraktion unter dem Motto «Gemeinsam den Wohlstand von morgen sichern». (Foto: dpa) Foto: Christophe Gateau

Ex-Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser hat die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gelobt und hält sie für fähig, eine Bundesregierung anzuführen. „Die größte Glaubwürdigkeit für eine nachhaltige und langfristige Erneuerung hat sicherlich Annalena Baerbock“, sagte Kaeser der „Süddeutschen Zeitung“. „Was ihre Auffassungsgabe und Interesse betrifft, erinnert sie mich sehr an unsere heutige Bundeskanzlerin“, fügte Kaeser hinzu. Er habe Baerbock kennengelernt als eine Person, die auf die Wirtschaft zugehe, zuhöre und sich „unglaublich schnell“ auch in traditionelle Industrie-Themen einarbeite und nach wirtschaftlichen und nachhaltigen Lösungen suche.

Er halte alle drei Kanzlerkandidaten Baerbock, CDU-Chef Armin Laschet und Olaf Scholz (SPD) für integer und geeignet, machte der Ex-Siemens-Chef deutlich. Allerdings stehe eben Baerbock für eine sozial-ökologische Marktwirtschaft, die Deutschland brauche. Sie sehe die ökologischen Aspekte, wisse aber auch, dass Deutschland ein Industrieland sei. Und sie habe verstanden, „dass Außenpolitik auch Außenwirtschaftspolitik ist“. Dass Baerbock Regierungserfahrung fehle, ist für Kaeser „kein entscheidender Faktor“.

Die „Passauer Neue Presse“ wörtlich: „Das grüne Umfrage-Wunder der vergangenen Wochen steuert mittlerweile wieder auf realistischere Größenordnungen zu. Da wird es Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sicher nicht unangenehm sein, wenn der frühere Siemens-Boss Joe Kaeser sie über den Schellenkönig lobt. Diese fast schon unheimliche Euphorie darf freilich nicht unwidersprochen bleiben. Denn Baerbocks Partei besteht nicht allein aus der pragmatisch wirkenden Kanzlerkandidatin und ihrem ähnlich tickenden Kollegen Robert Habeck. Zur grünen Wirklichkeit gehören in allererster Linie die vielen Mitglieder und Funktionäre, die nach wie vor ihren linken Ideologien, umweltpolitischen Radikalvorstellungen und zahlreichen Verbotsphantasien anhängen. Wer Baerbock wählt, wählt diese Schwarmgeister mit – und sie würden sich im Falle des Falles Gehör im Kanzleramt verschaffen.“

Der Chefredakteur der Deutschen Wirtschaftsnachrichten, Hauke Rudolph, hatte zuvor in einem Kommentar ausgeführt: „Die einstmals so wirtschaftsfeindliche Öko-Partei hat längst ihren Frieden mit den Großkonzernen gemacht - viele ehemalige hochrangige Mitglieder arbeiten heute als gutbezahlte Lobbyisten. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wollte sich davon abheben, was ihr auch fast gelang. Aber eben nur fast.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Staatskrise Deutschland: Minderheitsregierung oder Neuwahlen - was wäre denkbar?
31.05.2026

Die schwarz-rote Regierung unter Kanzler Merz geht dem Ende zu - trotz aktueller Durchhalteparolen der möglichen Nachfolger Spahn und...

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsanleihen unter Druck: Wie der Krieg den Preis des Geldes erhöht
31.05.2026

Lange galten Staatsanleihen als sicherer Hafen, nun werden sie selbst zum Warnsignal. Krieg, Energiepreise und Inflation treiben Renditen...

DWN
Panorama
Panorama Kimmel, Fallon, Stewart: Die wichtigsten Late-Night-Shows in den USA – und ihre Wirkung
31.05.2026

Von Johnny Carson bis Jimmy Kimmel: Late-Night-Shows gehören fest zur US-Unterhaltungskultur. Heute kämpfen die Formate jedoch mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Psychische Belastung im Beruf: Wie Beschäftigte mentale Belastung besser bewältigen
31.05.2026

Pflegekräfte, Polizisten oder Rettungssanitäter erleben täglich belastende Situationen. Viele nehmen den emotionalen Druck mit nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Digitaler Euro: Europas Banken bauen eigene Stablecoin-Alternative
31.05.2026

Europäische Banken wollen mit einem Euro-Stablecoin die digitale Zahlungsinfrastruktur verändern. Dahinter steht die Sorge, dass der...

DWN
Panorama
Panorama Kölner Dom: Eintrittsgeld geplant – verliert ein Wahrzeichen seinen Zauber?
31.05.2026

Der Kölner Dom zieht jedes Jahr Millionen Menschen an – Gläubige, Touristen und Einheimische gleichermaßen. Ab Juli soll der Eintritt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI-Diagnose in Minuten: Irisches Startup will ADHS schneller erkennen
31.05.2026

Ein irisches KI-Startup will ADHS und andere Erkrankungen mit Hirnscans deutlich schneller erkennen. Die Technologie könnte Diagnosen...

DWN
Panorama
Panorama Schlafprobleme im Alltag: Welche Maßnahmen wirklich zu besserem Schlaf führen
31.05.2026

Schlafmangel entwickelt sich für viele Menschen zu einem strukturellen Problem des modernen Alltags. Welche Faktoren spielen dabei eine...