Wirtschaft

Das Fiat-Geldsystem der Zentralbanken baut auf einer großen Lüge auf

Die massive Ausgabe von Fiat-Geld durch die Zentralbanken schafft die Illusion von Wohlstand. Das Geld, das aus dem Nichts geschaffen wird, muss früher oder später zu einem Kollaps unermesslichen Ausmaßes führen. Doch DWN-Analyst Cüneyt Yilmaz argumentiert, dass auch die Zentralbanken weg wollen vom Fiat-Geldsystem, indem sie goldgedeckte digitale Zentralbankwährungen einführen.
24.07.2021 18:22
Lesezeit: 3 min

„Fiat-Währungen werden durch die Kreditexpansion von Zentralbanken und Geschäftsbanken produziert. Tatsächlich erhöhen Zentralbanken, die mit Geschäftsbanken zusammenarbeiten, die Geldmenge, indem sie Kredite an Unternehmen, private Haushalte und staatliche Stellen vergeben. Es kommt einer Geldschöpfung aus dem Nichts gleich oder – gewissermaßen – einer Geldfälschung. Die Ausgabe neuer Fiat-Währungen setzt einen Boom in Gang, eine Illusion von Wohlstand. Konsum und Investitionen expandieren, die Wirtschaft profitiert von höheren Unternehmensgewinnen, mehr Beschäftigung, steigenden Lagerbeständen, Immobilienpreisen und anderen Dingen“, so der Analyst Thomas Polleit in einem Beitrag des „Ludwig Mises Institute“ (LMI).

Früher oder später müsse aus dem Boom eine Pleite werden, weil die kreditbasierte Ausgabe neuer Fiat-Gelder die Marktzinssätze verzerre. Sie senke den Marktzins künstlich unter sein „natürliches Niveau“, lasse die Ersparnisse sinken, der Konsum steige und löse obendrein zusätzliche Investitionen aus. „Nichts davon wäre auf diese Weise passiert, wenn nicht auf Kreditbasis neues Fiat-Geld in das Wirtschafts- und Finanzsystem gespritzt worden wäre. Der Boom bringt Überkonsum und Fehlinvestitionen mit sich; die Wirtschaft lebt über ihre Verhältnisse“, so Polleit.

Die aktuelle Lage weist hohe Risiken auf

Aktuell verschärfen die Banken ihre Kreditvergabestandards, Kreditnehmer geraten in Zahlungsverzug und Unternehmen machen Verluste. Polleit wörtlich: „Um zu verhindern, dass das Fiat-Währungssystem in einer solchen Situation zusammenbricht, senken die Zentralbanken die Zinsen noch weiter und pumpen neue Kredite und Geld in das Finanzsystem. Der Trick funktioniert meistens und die sich entfaltende Büste wird zu einem weiteren Boom. Dies hat jedoch seinen Preis: Die allermeisten Menschen werden unter einer noch höheren Inflation der Warenpreise leiden.“

Die unablässige Expansion der Fiat-Geldmenge lasse die Kaufkraft der Geldeinheit mit der Zeit sinken. Darüber hinaus schaffe die Erhöhung der Menge an Fiat-Geld Gewinner und Verlierer. Es handelt sich dabei nicht um ein Win-Win-Spiel: Die frühen Empfänger des neuen Geldes profitieren auf Kosten der späten Empfänger. Diese Entwicklung führe zu einer ungerechten und unsozialen Verteilung von Einkommen und Vermögen innerhalb der Gesellschaft. Fiat-Geld führe dazu, dass sich die Volkswirtschaften immer höher verschulden.

Die Ausführungen von Polleit sind deshalb so interessant, weil die Deutschen Wirtschaftsnachrichten in einer Analyse vom 10. Dezember 2020 von einem Börsen-Krach im zweiten Quartal 2021 ausgegangen waren. Der Gedanke des DWN-Analysten Cüneyt Yilmaz war, dass die US-Notenbank Fed klug genug ist, um durch eine schnelle Erhöhung des Leitzinses die Spekulations-Blase an den Börsen endlich zum Platzen zu bringen. Doch das ist bisher nicht geschehen, was den Schluss zulässt, dass die Fed andere Ziele als das Wohl der US-Amerikaner verfolgt. Stattdessen setzt die Fed darauf, die explosive Spekulations-Blase weiter aufzublähen. Der prognostizierte Börsen-Krach, der garantiert kommen wird, wird somit heftiger und zerstörerischer ausfallen. Die Behauptung Jerome Powells, wonach die inflationäre Phase in den USA ein vorübergehendes Phänomen sei, ist falsch. Alles Anzeichen deuten auf die Gefahr einer Hyperinflation hin.

Der geopolitische Analyst der DWN, Cüneyt Yilmaz, weist auf einen bisher nicht beachteten Aspekt hin:

„Woher wissen die Zentralbankgegner und internationalen Finanzexperten, dass die Zentralbanken das aktuelle Fiat-Geldsystem beibehalten wollen? Ich sehe hier eine andere Entwicklung. Das Fiat-Geldsystem soll mit einem großen Krach Geschichte werden, um digitale Zentralbankwährungen einzuführen. Je länger die Zentralbanken die Niedrigzinsphase beibehalten, desto größer wird der Krach ausfallen, sobald es losgeht. Offenbar wird hier auf eine Art ,reinigendes Gewitter' gesetzt. Der Unterschied wird der sein, dass die digitalen Zentralbankwährungen mit einer großen Wahrscheinlichkeit goldgedeckt sein werden. Die Zentralbanken wollen auch weg von diesem Gelddrucken ohne Gegenwert, weil es schlichtweg nicht mehr funktioniert. Das wissen die Zentralbanker selbst. Wenn ein digitaler Goldstandard eingeführt werden sollte, hätten wir ein wesentlich stabileres System, das jedoch auf einer digitalen finanziellen Kontrolle beruhen würde.

Die Bürger sollten sich darauf einstellen, dass sich das Bargeld leider auf dem Rückzug befindet. Das wird keine Macht der Welt aufhalten können, weil es keine ernstzunehmende politische oder finanzielle Macht gibt, die das Bargeld beibehalten will. Seit dem 28. Juni 2021 gelten die Basel III-Bestimmungen, die Gold von einer drittklassigen zu einer erstklassigen Anlageklasse hochstufen. Gold ist von nun an Teil des Kernkapitals der Banken. Die Banken werden ihre Goldbestände erhöhen. Die Zentralbanken treten bereits seit 2009 als Nettokäufer von Gold auf. Diese Entwicklungen zeigen, dass Gold als Reserve bei der Kreditvergabe eine wichtige Rolle spielen wird. Wenn wir dann noch irgendwann digitale Goldstandard-Zentralbankwährungen bekommen, ist das neue System perfekt. Wenn die Zeitung Financial Times von einem ,Great Reset' des internationalen Finanzsystems spricht, meint sie eigentlich genau diese Entwicklung, ohne es offen auszusprechen.“

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