Unternehmen

„Herr Laschet, bekennen Sie Farbe gegenüber dem Mittelstand“

Dem CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet ist es bisher nicht gelungen, das Vertrauen der mittelständischen Unternehmer in Deutschland für sich zu gewinnen.
20.08.2021 16:01
Aktualisiert: 20.08.2021 16:01
Lesezeit: 2 min

Der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft (BVMW), teilt den Deutschen Wirtschaftsnachrichten mit:

„Die Unternehmerinnen und Unternehmer erwarten vom Wahlkampfauftakt der Union endlich Klarheit über den wirtschafts- und finanzpolitischen Kurs von CDU und CSU nach der Bundestagswahl. Sie wollen vor allen Dingen wissen, wie sich Deutschland für die globalen Herausforderungen aufstellt. Welche Maßnahmen für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand sollen konkret ergriffen werden? Genauso interessant ist es aber auch, welche Belastungen diskutiert werden. Wie hält es die Union mit der Schwarzen Null und der Schuldenbremse, welche konkreten Schritte zum Bürokratieabbau plant sie, und ob Energie für Betriebe und Bürger in Zukunft wieder bezahlbar wird. Wir fordern deshalb den Kanzlerkandidaten der Union auf: Herr Laschet, bekennen Sie Farbe gegenüber dem Mittelstand!“

Der BVMW hatte zuvor die Beschlüsse von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Pandemie kritisiert. Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Ergebnisse des Spitzentreffens von Bund und Ländern sind aus Sicht des Mittelstands weitgehend enttäuschend. Die Politik spielt in der Corona-Krise weiter auf Zeit, anstatt endlich Klarheit für Betriebe und Bürger zu schaffen.“



Die eingeschränkte Testpflicht komme einer Impfpflicht durch die Hintertür gleich. „Ein möglicher Lockdown ist dadurch bis auf Weiteres aufgeschoben, nicht aber verbindlich aufgehoben. Die Bundesregierung hat sich damit über die Bundestagswahl gerettet", so Jerger. „Dem Mittelstand bleibt sie den dringend benötigten Fahrplan für einen Neustart der Wirtschaft nach Corona weiter schuldig.“

Teile des Mittelstands befürchten Nachfrageflaute nach Corona

Das in der Corona-Krise veränderte Konsumverhalten wird nach Einschätzung der KfW den Wandel in der mittelständischen Wirtschaft in der Deutschland beschleunigen. Nach einer Umfrage der staatlichen Förderbank befürchten rund 650.000 kleinere und mittlere Firmen (17 Prozent), dass die Nachfrage nach ihren Produkten oder Dienstleistungen dauerhaft unter dem Vorkrisenniveau bleibt. Vor allem Handelsunternehmen (20 Prozent) machen sich Sorgen, aber auch fast jedes fünfte mittelständische Industrieunternehmen (19 Prozent).

Firmen, die besonders stark von den Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie betroffen sind, blicken den Angaben zufolge eher pessimistisch in die Zukunft. Mehr als die Hälfte von ihnen erwartet einen dauerhaften Nachfragerückgang.

„Die Corona-Krise könnte als Katalysator für Veränderungen im Mittelstand in die Geschichte eingehen“, meint KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. „Für einen Teil des Mittelstands wird das pandemiebedingt geänderte Konsumverhalten zu einem nachhaltigen Nachfragerückgang führen.“ Allerdings sind die Erwartungen nicht ausschließlich negativ. Zwar rechnet insgesamt rund jeder dritte Mittelständler (31 Prozent) damit, dass das veränderte Konsumverhalten die Nachfrage auch nach der Krise beeinflussen wird. Dabei sind allerdings 14 Prozent zuversichtlich, dass ihre Angebote nach der Pandemie stärker gefragt sind als vorher.

Vier von zehn kleineren und mittleren Firmen (40 Prozent) gehen davon aus, dass sich die Nachfrage wieder auf dem Vorkrisenniveau einpendeln wird. Weitere 29 Prozent sehen bisher keine Auswirkungen. Die KfW zählt Unternehmen, die nicht mehr als 500 Millionen Euro jährlich umsetzen, zum Mittelstand.

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