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Münchener Startup erhält Finanzierung für Energie-Speicher-Lösung - ein gigantischer Wachstumsmarkt von 537 Milliarden Euro

Lesezeit: 1 min
24.08.2021 18:48  Aktualisiert: 24.08.2021 18:48
Der Strom, den Windkraft- oder Sonnenanlagen erzeugen, wird bei weitem nicht optimal genutzt. Ein Münchener Startup hat dafür eine Lösung geliefert, die aufhorchen lässt.
Münchener Startup erhält Finanzierung für Energie-Speicher-Lösung - ein gigantischer Wachstumsmarkt von 537 Milliarden Euro
Über einem Windpark geht die Sonne auf. (Foto: dpa)
Foto: Daniel Bockwoldt

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Das Münchener Energie-Startup „phelas“ hat eine Finanzierung für die Frühe Phase von 600.000 Euro sowie Fördergelder eingesammelt. Das bestätigte der CEO und Gründer, Justin Scholz, den DWN. Dazu gehören Finanzinvestoren aus dem Netzwerk BayStartup, die selbst als Gründer und Unternehmer agieren. Eigenen Angaben zufolge ist dieses Network eines der größten seiner Art in Europa.

Das deutsche Unternehmen hat einen besonderen Energiespeicher entwickeln, damit der Strom, der durch Erneuerbare Energien erzeugt wird, auch vollständig genutzt wird. Das ist bisher nicht immer der Fall. Denn oft werden Windkraft- oder Solaranlagen in Deutschland an besonders sonnen- oder windreichen Tagen abgeschaltet, weil dann zu viel Strom produziert wird, dessen Transport das Netz überlasten würden.

Mit der Lösung von „phelas“ lässt sich die in diesen Spitzenzeiten gewonnene Energie so speichern, dass sie an anderen Tagen, an der Wind weniger stark bläst oder die Sonne weniger scheint, effektiv genutzt werden kann. Deswegen müssten die Anlagen auch nicht abgeschaltet werden.

Die Energie, die bisher durch die Abschaltung nicht genutzt wird, ist enorm groß: Wie aus dem Bericht der Bundesnetzagentur hervorgeht, waren es 2019 6,5 Terrawattstunden. Das entspricht dem Strom von 1,7 Millionen Haushalten, die damit ein Jahr lang hätten versorgt werden können. Also könnte man auf die Weise fast Hamburg, der zweitgrößten Stadt Deutschlands, zwölf Monate lang Strom liefern.

Darüber hinaus verursacht nicht nur die zwischenzeitliche Abschaltung der Anlagen Kosten, sondern auch die Verpflichtung der Netzbetreiber, an die Betreiber von Anlagen für Erneuerbare Energien Entschädigungen zu zahlen. Im Jahr 2019 waren dies 709 Millionen Euro, die man hätte sparen können, wenn es effektive Energiespeicher-Systeme gegeben hätte.

Experten: Markt für Energiespeicher-Systeme wächst auf 537 Milliarden Euro

Angesichts der hohen Verluste ist es kein Wunder, dass internationale Experten die Wachstumsaussichten für die Geschäfte mit stationäre Energiespeichern für astronomisch halten. So geht das Analyse-Institut Bloomberg NEF davon aus, dass im Zuge der Dekarbonisierung des Energiesektors der Markt bis 2040 auf 537 Milliarden Euro steigt.

Doch es gibt noch ein gewichtiges Problem: Der rechtliche Rahmen für Energiespeicher ist in Deutschland nach Ansicht von Experten „noch entwicklungsbedürftig“. Dabei handelt es sich halt um eine neue Technologie, die erst noch geregelt werden muss. Bis der Markt so stark wächst, wie es Bloomberg NEF vorhergesehen hat, wird wohl noch einiges zu tun sein.


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