Deutschland

Mitten in Deutschland: Tausende Flutopfer im Winter ohne Heizung

Irre Zustände in Deutschland: Viele Opfer der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands müssen im Winter ohne Heizung auskommen. Die politischen Entscheider helfen nicht. Sie sind offenbar viel zu sehr mit dem Wahlkampf beschäftigt.
26.08.2021 12:17
Aktualisiert: 26.08.2021 12:17
Lesezeit: 1 min

Viele Opfer der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands müssen im Winter ohne Heizung auskommen. Da große Teile des Erdgasnetzes durch die Wassermassen im Juli zerstört wurden, könnten viele Menschen im Ahrtal zunächst nicht versorgt werden, teilte der örtliche Energieversorger EVM am Donnerstag mit. Für einen Teil der Betroffenen sollen Notunterkünfte bereitgestellt werden.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler werden nach EVM-Angaben etwa 3500 Netzanschlüsse frühestens ab Dezember wieder Gas bekommen. Betroffen sei vor allem das Stadtgebiet nördlich der Ahr, sagte eine Sprecherin. Südlich der Ahr sollten die Haushalte im Laufe des Oktober wieder angeschlossen werden. Dann beginnt üblicherweise die Heizsaison mit ersten Frosttagen.

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bat die Energieversorger EVM und Ahrtalwerke, die Bürger mit alternativen Heizmöglichkeiten zu unterstützen. Das könnten mobile Flüssiggastanks oder eine Anbindung an das weniger zerstörte Fernwärmenetz sein, sagte Bürgermeister Guido Orthen. Ein gewisser Teil der Anwohner werde aber nicht rechtzeitig eine Lösung bekommen. Für diese Menschen werde man Notunterkünfte in Form von Containern bereitstellen. Orthen sagte, es gehe vermutlich um einige hundert Betroffene. „Wir haben aktuell einen Bedarf für etwa 150 Personen.“ Die Zahl werde sich aber erhöhen, da vielen vermutlich erst jetzt bewusst werde, dass die Energievorgung nicht überall sichergestellt sei.

Der SWR berichtete, auch weiter oben im Ahrtal blickten viele Anwohner mit Sorge auf den kommenden Herbst und Winter. Die Ortschaften dort seien schon vorher nicht an das Gasnetz angeschlossen gewesen, die Häuser hätten in der Regel eigene Gas- oder Heizöltanks. Gerade in den besonders betroffenen Orten wie Dernau, Altenahr, Ahrbrück oder Schuld seien viele der Tanks zerstört oder weggeschwemmt worden.

Nach Angaben der Energieversorgung Mittelrhein (EVM) wurden im Ahrtal 133 Kilometer Erdgasleitungen und mehr als 7000 Netzanschlüsse sowie zahlreiche Gasdruckregel- und Messanlagen durch das Hochwasser beschädigt oder komplett zerstört. „Es handelt sich hier um das größte Schadensereignis in der Geschichte unseres Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg“, erklärte Vorstandschef Josef Rönz. Die Reparaturen liefen mit Hochdruck. Da aber auch sämtliche Ahrüberquerungen zerstört seien, sei der Wiederaufbau der Gasversorgung besonders aufwändig.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Novo Nordisk-Aktie unter Druck: Konkurrenzprodukt schwächt Kurs
05.02.2026

Die Novo Nordisk-Aktie gerät massiv unter Druck, nachdem ein US-Konkurrent Wegovy kopiert. Anleger reagieren auf sinkende Umsätze und...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Zinsen bleiben bei 2 Prozent bei sinkender Inflation im Euroraum
05.02.2026

Die EZB bleibt ruhig - doch neue Herausforderungen warten - beispielsweise der Dollarkurs. Während Energie billiger wird, ziehen andere...

DWN
Finanzen
Finanzen Silbermarkt: Zwischen Boom, Knappheit und hoher Volatilität
05.02.2026

Der Silberpreis stürmte monatelang nach oben – dann folgte ein abrupter Absturz. Hinter der Achterbahnfahrt stehen knappe Reserven,...

DWN
Immobilien
Immobilien Absage bei der Wohnungssuche: Wann ist eine Wohnungsabsage rechtswidrig?
05.02.2026

Die Wohnungssuche kann frustrierend sein, selbst wenn Einkommen und Bonität stimmen. Manchmal steckt hinter Absagen mehr als nur Zufall....

DWN
Finanzen
Finanzen Siemens Healthineers-Aktie: Stark belastet durch Euro und US-Zölle
05.02.2026

Die Siemens Healthineers-Aktie startet schwächer ins neue Geschäftsjahr. Euro und US-Zölle belasten Umsatz und Ergebnis spürbar.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahnrechte im Winter: Entschädigung bei Schnee und Eis – welche Fahrgastrechte gelten?
05.02.2026

Schnee, Eis und Verspätungen bringen den Bahnverkehr regelmäßig durcheinander. Doch nicht jedes Winterwetter gilt als...

DWN
Finanzen
Finanzen Renaissance Europas: Warum der Kontinent den US-Aktien-Markt übertrifft
05.02.2026

Seit Trumps Wahlsieg 2024 schwächelt der US-Dollar massiv gegenüber dem Euro. Europäische Aktien laufen hingegen zu Höchstformen auf,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kartellamt schränkt Amazons Preisvorgaben ein: Geldzahlung
05.02.2026

Die Marktmacht von Amazon ist enorm: Rund 60 Prozent des Online-Handels in Deutschland entfallen auf den US-Konzern. Nun geht das...