Finanzen

Kreditbanken bauen ihr Neugeschäft trotz Krise aus

Der Bankenfachverband setzt sich für den Abbau gesetzlicher Hürden im Sinne einer kundengerechten Online-Kreditvergabe ein. Denn das Kreditgeschäft verläuft trotz der Corona-Krise relativ gut.
01.09.2021 11:00
Aktualisiert: 01.09.2021 11:24
Lesezeit: 2 min

Das Geldmengenwachstum in der Eurozone hat sich im Juli erneut abgeschwächt. Die breit gefasste Geldmenge M3 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,6 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Es war die sechste Abschwächung in Folge. Im Vormonat war die Geldmenge noch um 8,3 Prozent gewachsen. Das Wachstum der enger gefassten Geldmenge M1 ging im Juli ebenfalls zurück. Die Wachstumsrate betrug 11,0 Prozent nach 11,8 Prozent im Juni. Das Wachstum der Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken an die privaten Haushalte erhöhte sich unterdessen leicht von 4,0 auf 4,2 Prozent. Das Wachstum der Kreditvergabe an Unternehmen fiel mit 1,7 Prozent etwas schwächer aus als im Vormonat.

Kreditbanken bauen ihr Neugeschäft insgesamt aus

Die auf Finanzierungen spezialisierten Banken haben im ersten Halbjahr 2021 neue Kredite im Wert von 54,8 Milliarden Euro an Unternehmen und Verbraucher vergeben. Damit haben sie das erste Halbjahr des Vorjahres um 3,5 Prozent übertroffen. Ein starkes Wachstum zeigte sich in der Einkaufsfinanzierung, mit der Händler ihren Warenbestand vorfinanzieren. Dieses Geschäftsfeld macht mit einem Volumen von 25,0 Milliarden Euro nahezu die Hälfte des gesamten Neugeschäfts der Kreditbanken aus und ist im Vorjahresvergleich um 16,4 Prozent gewachsen. „Das Wachstum in der Einkaufsfinanzierung ist ein Signal der wirtschaftlichen Erholung“, sagt Jens Loa, Geschäftsführer des Bankenfachverbandes. Im Jahr 2020 war dieses Geschäftsfeld pandemiebedingt um 14,0 Prozent eingebrochen.

Das Kreditneugeschäft in den beiden Hauptgeschäftsfeldern der Kreditbanken lag im ersten Halbjahr 2021 unter den Werten des ersten Halbjahres 2020. Mit einem Volumen von 24,9 Milliarden Euro fiel das Neugeschäft in der Konsumfinanzierung 2,9 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Im Geschäftsfeld Investitionsfinanzierung betrug das Neugeschäft 4,1 Milliarden Euro und lag 17,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. „Während im ersten Halbjahr 2020 nahezu nur das zweite Quartal unter dem Einfluss von Corona stand, gab es im gesamten ersten Halbjahr 2021 pandemiebedingte Auswirkungen“, erläutert Loa diese Entwicklung. Einen positiven Effekt hatte die Pandemie allerdings auf die Kreditnachfrage über das Internet.

Per Internet vergaben die Mitgliedsinstitute des Bankenfachverbandes im ersten Halbjahr Konsumkredite im Wert von 7,3 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 19,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits im Gesamtjahr 2020 war das Internetkreditgeschäft der Kreditbanken um 6,9 Prozent gewachsen und hat im Zuge des zweiten Lockdowns weiter an Bedeutung gewonnen. „Um der Digitalisierung auch im Kreditgeschäft zum weiteren Durchbruch zu verhelfen, sollte die neue Bundesregierung die hier nach wie vor bestehenden Barrieren aus dem Weg räumen“, fordert Loa. Der Bankenfachverband setzt sich für den Abbau gesetzlicher Hürden im Sinne einer kundengerechten Online-Kreditvergabe ein.

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